Europa

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28.07.2026Wochenlange Hitze und Flächenbrände in Europa – Die von Klimatologen bereits vor einigen Jahrzenten prognostizierten katastrophalen Folgen des durch den Menschen verursachten Klimawandels wirken sich immer stärker auf das gesellschaftliche Leben aus.
In Frankreich muss aufgrund anhaltender extremer Hitze erneut die Stromproduktion gedrosselt und erstmals sogar ein Gaskraftwerk vom Netz genommen werden, weil das den Flüssen entnommene benötigte Kühlwasser zu warm ist, sich durch die Rückeinleitung sogar noch zusätzlich erwärmt. Wegen der zumeist unerträglichen Hitze sind für Schutzsuchende Schulen zu Kühlzentren umfunktioniert. Schon jetzt – also relativ frühzeitig im Jahr – übertreffen die Brände und ihre Verwüstungen das Ausmaß des als Rekordjahr geltenden Jahres 2022 bei weitem, sind sie zumeist auch größer als in den vorangegangenen Zeiträumen, sodass inzwischen auch das Militär zur Brandbekämpfung mit herangezogen werden muss. Weit mehr als 200.000 Bewohner und Touristen mussten bislang vor den Flammen fliehen. In der Großregion Bordeaux kämpfen Einsatzkräfte – auch mit Unterstützung aus dem Ausland – bislang vergeblich gegen die Feuerbrünste an, welche durch stetigen Wind immer wieder erneut angefacht werden. Etliche Dörfer sind zwischenzeitlich evakuiert worden und mehr als 20.000 Urlauber haben das von Touristen stark frequentierte Gebiet verlassen müssen, an der Atlantikküste sogar 63.000. Mehr als 10.000 Hektar sind von den Bränden betroffen, über 130 Gebäude beschädigt oder zerstört. Unabhängig von den Bränden führen die enorm hohen Temperaturen zudem bereits zu Ernteausfällen und bereiten der Viehwirtschaft erhebliche Sorgen.
Seit der letzten Juliwoche toben zudem verheerende Waldbrände nicht nur in Frankreich, sondern auch in Spanien. Dort wütet insbesondere nahe der Haupstadt einer der nach Angaben der Behörden „größten Brände der jüngeren Geschichte“, sind in der Provinz Guadelajara bereits etwa 32.000 Hektar Land verbrannt, auch hier mussten Zehntausende ihre Häuser verlassen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.
Weitere Feuer wurden Ende des Monats zudem in Portugal, Griechenland und auf Sizilien gemeldet. Seit Mitte August wird auch Belgien im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze vom größten Waldbrand seiner Geschichte heimgesucht. Mehr als 5000 Bewohner der Region müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. In Ungarn musste aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Donau in der ersten Augustwoche das einzige Atomkraftwerk des Landes kurzzeitig nahezu vollständig heruntergefahren werden. Es erzeugt im Normalbetrieb etwa die Hälfte des im Lande benötigten Stroms. Die Bevölkerung sowie Großunternehmen wurden zum Stromsparen aufgerufen.
Auch das Mittelmeer verzeichnet bislang nicht gekannte Temperaturrekorde, was zu irreversiblen Schäden an der Meeresfauna führen könnte. Rund um Mallorca hat sich das Meerwasser auf bis zu 33 Grad aufgeheizt, sodass ein Bad darin kaum Erfrischung bringt. Der Rheinpegel ist derart stark gesunken, dass Frachter allenfalls noch mit halber Ladung fahren können, was wiederum die Frachtkosten enorm in die Höhe treibt.
Der Präsident des deutschen Umweltbundesamts, Dirk Messner, geht davon aus, dass 2026 als „ein eher kühles Jahr“ in die Annalen eingehen werde, wenn man „in fünf oder zehn Jahren“ darauf zurückblicken wird. Schließlich würde die Anzahl der Hitzetage ja kontinuierlich ansteigen, bis zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich um zehn, bis zur Jahrhundertwende sogar um knapp 30 Tage – inklusive schwül-heißer Nächte.
06.08.ff.: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI, Berlin) starben nach einer konservativen Schätzung allein in Deutschland mehr als 16.000 Menschen aufgrund der enorm hohen Temperaturen, wobei die Todesfälle mit ziemlicher Sicherheit noch deutlich höher liegen dürften, weil bei ihnen andere Ursachen – etwa Organversagen – diagnostiziert wurden. Deutsche Landwirte sehen sich zu Notschlachtungen gezwungen, da durch die anhaltende Hitze auf den Wiesen das Futter verdorrt. Schlachthöfe haben deshalb inzwischen Wartelisten einführen müssen. Die Schifffahrt auf dem Rhein ist nahezu zum Erliegen gekommen; Lastkähne können nur noch etwa ein Viertel der üblichen Ladung transportieren, was die Kosten erheblich erhöht und letztlich auch die Verbraucher trifft. Einige Bundesländer haben deswegen das Sonntagsfahrverbot für Lkws aufgehoben, um die Versorgung sicherstellen zu können.
Mittlerweile werden Forderungen verschiedener gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Organisationen an die Bundesregierung herangetragen, mehr Engagement angesichts der heraufziehenden Krise zu zeigen und einen „Klimagipfel“ einzuberufen. Dort allerdings könnten lediglich Verhaltensmaßnahmen und Regelungen beschlossen werden, zu denen die Zivilgesellschaft bislang leider nicht selbst bereit war, sie mangels Einsicht von sich aus umzusetzen.

28.06.2026Klimawandel erreicht Europa mit aller Wucht – Eine extrem heiße Luftströmung aus dem nordafrikanischen Raum hat innerhalb weniger Tage erstmals zu einer bislang nicht gekannten, länger andauernden Extrem-Hitze in Kontinental-Europa mit gravierenden Folgen geführt. Menschen mussten Ihre Lebensweise umstellen, weil Temperaturen von teilweise mehr als 40 °C zu unerträglichen Arbeitsbedingungen führten und auch einen Aufenthalt im Freien kaum möglich machten. Selbst in den Nächten sank die Temperatur nicht unter die 25-Grad-Marke. Innerhalb eines recht kurzen Zeitraums wurden nach Angaben des deutschen Robert-Koch-Instituts schätzungsweise mehr als 5000 zusätzliche, hitzebedingte Todesfälle gemeldet.
Erste Hitzetote gab es zunächst in Spanien, allein innerhalb von vier Tagen nach offiziellen Schätzungen mehr als 200. Viele weitere Opfer – auch durch Badeunfälle – kamen in den Folgetagen in ganz Europa hinzu. Spanische Medien sprechen vom „tödlichsten Waldbrand“ in diesem Jahrhundert. Frankreich meldete die längste und extremste je gemessene Hitzeperiode mit Temperaturen, wie sie sonst etwa in Timbuktu (Mali) am südlichen Rand der Sahara zu verzeichnen sind. In Deutschland kam vielfach der Verkehr zum Erliegen, weil sich Schienen verbogen und aufgeplatzte Straßenbeläge Fahrbahnen unpassierbar machten. Erste Waldbrände folgten in den folgenden Tagen, weshalb nicht zuletzt deshalb Kommunen zum Wassersparen aufriefen und einige sogar den Notstand ausriefen.
Nachdem nach dieser ersten Hitzewelle eine vorübergehende Abkühlung ohne tropische Nachttemperaturen eintrat, folgte eine zweite allerdings bereits kurz darauf in der zweiten Julihälfte.
Dass wir mit Riesenschritten dabei sind, auch ein 2,0°-Ziel der globalen Erderwärmung möglicherweise zu reißen, nachdem man sich von dem 2015 auf der Pariser Klimakonferenz postulierten Ziel von 1,5° längst verabschieden musste, ist zumindest Klimawissenschaftlern hinreichend bewusst. Zwar werde man künftig regelmäßig solchen Naturereignissen ausgesetzt sein, neu allerdings ist auch ihnen, dass solche Extremhitze nun bereits im Juni Europa heimsucht. Gerechnet damit habe man eigentlich erst drei bis sechs Wochen später.

20.05.2026Waldzustandsbericht: Besserung nicht in Sicht – Dem deutschen Wald geht es nach wie vor schlecht – zwar nicht schlechter als zuvor, aber auch nicht besser. Nach Aussage von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) habe sich sein Zustand „nicht weiter verschlechtert“, was offenbar schon als Erfolg gewertet wird. Aber weiter erholt hat er sich auch nicht. Nach wie vor machen den Bäumen zunehmende Erwärmung mit einhergehender Trockenheit und damit auch mit Schädlingsbefall zu schaffen. Zwar ist etwa ein Drittel des Landes mit Wald bedeckt, aber nur 20 Prozent davon sind noch gesund.

18.05.2026Expertenrat: Bundesregierung verfehlt wohl selbstgesteckte Klimaziele – Nachdem eine Mehrheit im deutschen Bundestag gerade erst das noch von der Ampelkoalition beschlossene sog. „Heizungsgesetz“ zugunsten fossiler Energieträger aufgeweicht hat, kommt passend dazu nun eine weitere Hiobsbotschaft hinzu. Der von der schwarz-roten Regierung eingesetzte Expertenrat ist jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass die selbstgesteckten Klimaziele mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden können. Demnach werde das Zehn-Jahres-Budget an Treibhausgasen nicht um 4,5 Millionen Tonnen unterschritten, sondern sogar um 60 bis 100 Millionen Tonnen überschritten. Da das neue Heizungsgesetz – jetzt „Gebäudeenergiegesetz“ – zwangsläufig zu einem höheren CO2-Ausstoß führen wird, ist eine weitere Verschlechterung der Klimabilanz quasi bereits vorprogrammiert.
Kommt der Expertenrat auch im nächsten Jahr zum gleichen Ergebnis, sind die Ministerien dann innerhalb von drei Monaten zur Vorlage von Plänen verpflichtet, welche den Ausstoß der klimaschädlichen Gase tatsächlich effektiv senken. Dann muss eine Regierung noch innerhalb desselben Jahres für Abhilfe sorgen. Angesichts aktueller Benzinpreis-Subventionen und geplanter Vergünstigungen bei Flugreisen ist das der derzeitigen wohl eher nicht zuzutrauen.

10.05.2026Earth Overshoot Day: Deutschlands Raubbau setzt sich fort – Der Tag, an dem die Menschheit weltweit alle Ressourcen aufgebraucht hat, welche die Erde pro Jahr auf natürlichem Weg ersetzen kann, wird erst am 5. Juni bekannt gegeben. Für Deutschland allerdings steht er schon fest: es ist der 10. Mai. Ab diesem Datum setzt sich eine Verhaltensweise fort, von der sich die Ressourcen des Landes nicht mehr erholen, sich also nicht mehr auf natürliche Weise regenerieren können. Der massive Rückgang in der Artenvielfalt, damit verbunden ein verschärfter Wettbewerb um Nahrungsmittel und Energie werden die Folge sein.

14.03.2026Emissionen in Deutschland 2025 nur marginal gesunken – Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland hat sich verlangsamt. Das zeigen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2025. Demnach emittierte Deutschland im vergangenen Jahr rund 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Emissionen sanken somit um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent im Vergleich zu 2024. Damit hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um 48 Prozent reduziert. Der Sektor Energiewirtschaft verzeichnet einen Rückgang um 0,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, der nicht zuletzt auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. Im Bereich Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen jedoch im Vergleich zum Vorjahr an.
Gleichzeitig hat sich der deutsche Wald soweit erholt, dass er nunmehr wieder mehr CO₂ aufnimmt, als er emittiert.
Insgesamt unterschreiten die Emissionen 2025 jedoch die vorgegebene Jahresemissionsgesamtmenge des Klimaschutzgesetzes. Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibt nach Ansicht des UBA gleichwohl erreichbar, allerdings nur, wenn zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen beschlossen werden. Ab diesem laufenden Jahr müssten die Emissionen dann bis 2030 jährlich im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken – eine angesichts der bisherigen Entwicklung jedoch eher unrealistische Menge, über deren Realisierung das UBA wohlweislich keine Prognosen anstellt.

11.02.2026Luftqualität: 2025 erneut alle Grenzwerte in Deutschland eingehalten – 2025 wurden in Deutschland erneut alle Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten. Für Feinstaub ist es bereits das achte Jahr in Folge, für Stickstoffdioxid das zweite Jahr. Allerdings lag die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid über der der Vorjahre. Das zeigt eine vorläufige Auswertung der Messdaten der Bundesländer und des Umweltbundesamtes (UBA).
Vergleicht man die aktuellen Luftmessdaten des Jahres 2025 mit den ab 2030 einzuhaltenden, strengeren Grenzwerten der neuen EU-Richtlinie, so sind nach Angaben des UBA allerdings noch Verbesserungen notwendig. Es sei davon auszugehen, dass aufgrund fortwährender Verbesserungen im Jahr 2030 für nahezu alle Stoffe eine Einhaltung der ab dann geltenden Grenzwerte zu erwarten ist und es lediglich noch für PM2,5 und NO2 zu vereinzelten Überschreitungen kommen werde. Eine flächendeckende Einhaltung aller Grenzwerte in Deutschland könne voraussichtlich bis zum Jahr 2035 erreicht werden.

29.01.2026Klimaschutz: Gericht erhöht Druck auf deutsche Regierung – Die noch von der Ampelkoalition 2023 beschlossenen Maßnahmen gegen eine stetig zunehmende Erderwärmung (Klimaschutzgesetz) sind unzureichend. Zu diesem Ergebnis kam schon im August 2023 ein von der Bundesregierung selbst eingesetzter „Expertenrat für Klimafragen“ und wenige Monate später auch das Oberverwaltungsgericht in Berlin-Brandenburg, welches deswegen von der Deutschen Umwelthilfe angerufen wurde. Denn trotz solcher Erkenntnisse hat es die Regierung unterlassen, weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten, um die selbstgesteckten Klimaschutz-Ziele doch noch zu erreichen. Stattdessen legte sie Revision gegen das Urteil ein – und verlor nun auch vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leizig. Aufgrund der absehbar unzureichenden Entwicklung beim Ausstoß klimaschädlicher Gase, insbesondere im Verkehrssektor und bei Heizungen, müsse das Urteil des Expertenrats deutlich angemessener berücksichtigt werden, weil andernfalls die im Klimaschutzgesetz verankerten Ziele nicht erreicht werden können.
Die deutsche Bundesregierung hat nun ein Problem mehr. Denn laut Gesetz sollen die schädlichen Emissionen bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 um immerhin 65 Prozent gesenkt werden; bis zum Ende des Jahres 2022 war man aber erst bei etwa 40 Prozent angelangt. Wie die fehlenden 25 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre erreicht werden sollen und können, wird vor allem die undankbare Aufgabe jetziger und vielleicht auch künftiger Verkehrsminister/innen sein. Deren Politik, angemessene Maßnahmen nicht zu ergreifen, zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch nahezu sämtliche Legislaturen.