Globale Ereignisse

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<leer>20.05.2024<leer>Glyphosat: Unerklärliche Zunahme in euro­päischen Gewäs­sern – For­schun­gen in unter­schied­lichen euro­päischen Län­dern haben eine teils deut­liche Zu­nahme des unter Krebs­ver­dacht ste­hen­den Herbi­zids Gly­phosat in Flüs­sen und Seen zutage geför­dert. Eine ver­nünf­tige Erklä­rung dafür gibt es bis­lang nicht, zumal die Belas­tung nicht jahres­zeit­lich – also durch land­wirt­schaft­liche Tätig­kei­ten be­dingt – schwankt, son­dern einen be­stän­dig gleich­hohen Stand auf­weist. Darauf deu­tet eben­falls hin, dass den Mes­sun­gen zu­folge Grenz­werte teil­weise auch im Winter über­schrit­ten werden, sogar in Luxem­burg, ob­gleich dort zwei Jahre lang ein Ver­bot für das Gift be­stand. Städti­sche Regi­onen, selbst ohne angren­zende Land­wirt­schaft, sind gleich­falls be­trof­fen, die Ur­sache scheint also anders­wo zu lie­gen.
Ein erster Verdacht rich­tet sich nun aus­gerech­net gegen Klär­werke, weil For­schun­gen erge­ben haben, dass dort ein­tref­fen­des Schmutz­wasser zwar mit einem gewis­sen Ver­seu­chungs­grad an Gly­pho­sat konta­miniert ist, der erstaun­licher­weise aber gerin­ger ist als jener, der als ge­rei­nig­tes Abwas­ser das Klär­werk wie­der ver­lässt. Ver­mutun­gen gehen nun dahin, dass in Kom­bina­tion mit ande­ren chemi­schen Be­stand­teilen und Re­aktio­nen durch den Klä­rungs­pro­zess neues Glypho­sat freige­setzt oder gar erst gebil­det wird, so­dass die Werke quasi als An­reiche­rungs­quel­len in Frage kämen. In einem nächs­ten Schritt wol­len die invol­vier­ten For­scher/in­nen Wasch- und Rei­nigungs­mit­tel unter die Lupe nehmen, in denen Be­stand­teile ent­hal­ten sind, aus denen Gly­pho­sat ent­ste­hen könnte – Be­stand­teile, die z.B. in ame­rikani­schen Rei­nigungs­mit­teln nicht ent­hal­ten sind. Und viel­leicht auch des­halb nicht ähn­liche Mess­werte wie in den euro­päi­schen Gewäs­sern.

<leer>06.05.2024<leer>Brasilien kämpft mit Hitzewellen und Hochwasser – Während die Region um São Paulo unter einer bis­lang nicht ge­kann­ten Hitze­welle leidet – dort stie­gen die Tempe­ratu­ren auf weit über 50 °C –, ste­hen in dem 1000km wei­ter süd­lich gele­gen­en Rio Grande do sul weite Land­flächen unter Was­ser. In Porto Alegre bei­spiels­weise, wo fünf Flüsse zusam­men­tref­fen, stie­gen die Fluten nach wei­ter an­hal­ten­dem Dauer­regen seit Ende April bis in die ers­ten Stock­werke der Häu­ser. Mit einem neuen Höchst­wert von 5,3 Metern wurde der bis­herige Re­kord aus dem Jahr 1941 deut­lich um gut einen hal­ben Meter über­trof­fen. Inzwi­schen gibt es Dut­zende Tote. Ret­tungs­arbei­ten sind er­schwert, weil viel­fach die Infra­struk­tur aus­gefal­len ist, wovon auch zahl­reiche Kran­kenh­äuser be­trof­fen sind.

<leer>18.04.2024<leer>Arabische Wüstenregionen unter Wasser – Die hef­tigs­ten Nieder­schläge seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen haben die Ver­einig­ten Arabi­schen Emi­rate und Teile Omans über­flu­tet. In eini­gen Tei­len von Dubai steht das Wasser zenti­meter­hoch in U-Bahn-Sta­tionen und stecken Fahr­zeuge auf den Haupt­verkehrs­adern in den Was­ser­mas­sen fest. Auch der Flug­hafen ist von Ein­schrän­kun­gen betrof­fen. Im be­nach­barten Oman sind bis­lang min­des­tens 20 Per­sonen dem Unwet­ter zum Opfer gefal­len.

<leer>10.04.2024<leer>2024 schon jetzt ein Jahr der Rekorde – Auf das Rekord­jahr 2023 folgt offen­bar ein Jahr, wel­ches diese Re­kor­de noch­mals zu bre­chen scheint. Seit dem Juni des ver­gan­genen Jahres wer­den vom Erd­beob­achtungs­dienst Coper­nicus monat­lich neue Hitze­rekorde ver­mel­det, die den jewei­ligen Vor­monat jedes­mal über­tref­fen. Auch der Monat März war mit global durch­schnitt­lich 14,14 Grad Cel­sius wieder wärmer als die­sel­ben Monate in den Jahren zuvor – gegen­über dem lang­jähri­gen frühe­ren Durch­schnitt sogar um 1,68 Grad, also auch um mehr als die ange­peil­ten 1,5 Grad des Pari­ser Klima-Abkom­mens. Dafür sorgen nicht nur weiter stei­gende Emis­sio­nen, son­dern der­zeit auch die unge­wöhn­lich stark erwärmte Meeres­strö­mung El Niño, die die Tempe­ratur der Ozeane auf eine neue Höchst­marke von 21,o7 °C klet­tern läßt.
Gegenüber der vorindu­striel­len Zeit stieg die Tempe­ratur in den zurück­liegen­den zwölf Mona­ten um durch­schnitt­lich 1,58 Grad an. Damit ist kaum mehr damit zu rech­nen, dass die für diese und die nächs­ten Deka­den prokla­mier­ten Klima­ziele noch zu halten sind. Von den maßgeb­lichen Ent­schei­dungs­trä­gern werden sie auch schon lange nicht mehr öffent­lich propa­giert.

<leer>19.03.2024<leer>Weltklimarat: 2023 ein Jahr der Extreme – Die mit Abstand bis­lang stärkste glo­bale Erwär­mung vermel­det die inter­natio­nale Welt­organi­sation für Meteo­rolo­gie (WMO) in die­sen Tagen mit Blick auf das ver­gan­gene Jahr. Nie zuvor waren die Wasser­tempe­ratu­ren in den Welt­meeren der­art hoch, die Zu­nahme des arkti­schen Eises so gering und das Schrump­fen von Glet­schern so drama­tisch wie im Jahr 2023. Nach Aus­sagen der WMO wur­den damit „für jeden ein­zel­nen Klima­indika­tor“ die bis­her beste­hen­den Rekord­werte über­trof­fen. Euro­päische und nord­amerika­nische Glet­scher haben teil­weise bis zu zehn Pro­zent ihrer Eis­masse ver­loren, die Ant­ark­tis etwa eine Mil­lion Quadrat­kilo­meter. Durch Satel­liten­fotos konn­ten bis­lang nicht da­gewe­sene Schrump­fungs­prozes­se beob­achtet wer­den, die sich zudem noch zu be­schleu­nigen schei­nen. Eine Fol­ge des durch den Men­schen aus dem Gleich­gewicht ge­brach­ten Klimas sind dar­über hin­aus bereits vor Jahr­zehn­ten von Wissen­schaft­lern pro­gnosti­zierte Extrem­wetter­ereig­nisse, die inzwi­schen zu Hun­gers­nöten, Land­ver­lust und Migra­tion führen.

<leer>07.03.2024<leer>Mikroplastik verseucht den Körper – Einst als Segen für die Mensch­heit gefei­ert, sind Kunst­stoffe inzwi­schen zum Fluch ge­wor­den, weil all­gegen­wärtig – auch dort, wo sie erheb­lichen Scha­den an­rich­ten oder gar töd­lich wir­ken kön­nen (vgl. etwa Mel­dun­gen vom 15.03.2023 oder 28.03.2022). Und zwar nicht nur in ihrem Ori­ginal­zu­stand, in dem sie bei­spiels­weise in rie­si­gen Müll­stru­deln in den Ozeanen vor sich hin­düm­peln, die sogar vom Welt­raum aus sicht­bar sind und Meeres­getier elen­dig­lich ver­enden las­sen, son­dern immer mehr auch in mikro­sko­pisch klei­ner Form im Kör­per nahezu aller Tier­arten inklu­sive Mensch. Da tickt eine un­sicht­bare und kaum zu stop­pende Zeit­bombe, die zum Auslö­schen der Fauna füh­ren könnte noch vor einem mögli­chen Exitus durch lebens­feind­liche Klima­verän­derun­gen.
Jetzt haben ita­lieni­sche Wis­sen­schaft­ler die Kleinst­teile sogar in den Abla­gerun­gen von Arte­rien nach­gewie­sen, als sie diese in den Hals­schlag­adern von Pa­tien­ten ent­fer­nen woll­ten, darun­ter PVC (Poly­vinyl­chlo­rid) und Poly­ethy­len, wie es auch für all­gegen­wär­tige Ver­packun­gen ver­wen­det wird. Länger­fris­tige ver­glei­chen­de Stu­dien ermit­tel­ten in der Folge­zeit ein deut­lich erhöh­tes Risiko für Schlag­anfäl­le, In­fark­te und auch Todes­fälle, doch auf einen gesi­cher­ten Zu­sammen­hang zwi­schen Mikro­plas­tik und Krank­heits­risi­ko moch­ten sich die Medi­ziner nicht ein­deu­tig fest­legen.

<leer>04.02.2024<leer>Chile: Waldbrände im ganzen Land mit vielen Toten – Schwere Wald­brände in nahezu allen Lan­des­tei­len haben in Chile bis­lang mehr als 50 Todes­opfer gefor­dert. Aktuell stehen etwa 21.000 Hektar in Flam­men, verur­sacht durch 143 Feuer. Tau­sende Häuser wur­den bereits ver­nich­tet, allein in der Region um Val­parai­so mehr als 3000 Ge­bäude. Viele Ge­bie­te sind zum Not­stands­gebiet erkärt worden; das Mili­tär kommt eben­falls zum Ein­satz.

<leer>01.02.2024<leer>Spanien: Notstand wegen Dürre – Die Region Kata­lonien lei­det der­zeit unter der schlimm­sten Dürre seit Be­ginn der Auf­zeich­nun­gen vor etwa 100 Jah­ren. Der Man­gel an Wasser hat inzwi­schen zu Be­sorg­nis erre­gen­den Zu­stän­den geführt, in den Ur­laubs­regio­nen ist nur noch ein Ver­brauch von maxi­mal 200 Litern pro Per­son ge­stat­tet. Eine nasse Reini­gung öffent­licher Stra­ßen und Geh­steige ist eben­so unter­sagt wie das Waschen von Fahr­zeugen; Land­wirte sollen ihren Wasser­ver­brauch auf 20 Pro­zent der bis­heri­gen Menge redu­zieren. Ver­stöße gegen die Anord­nun­gen können mit bis zu 150.000 Euro geahn­det werden. Etwa sechs Milli­onen betrof­fene Ein­woh­ner sind darüber hinaus ange­halten, ihren Konsum einzu­schrän­ken.