Globale Ereignisse 2019

17.10.2019Studie: Artenvielfalt nutzt der Landwirtschaft – Mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben 89 Studien ausgewertet, in denen der Zusammenhang zwischen Landnutzung, Biodiversität und den Gratis-Dienst­leistun­gen der Ökosysteme erforscht wurde. Die Studien fanden an fast 1500 Standorten weltweit statt – von Maisäckern in den USA über Rapsfelder in Südschweden, Kaffeeplantagen in Indien und Mangoplantagen in Südafrika bis hin zu Weizenfeldern im Alpenraum.
Die Ergebnisse belegen, dass artenreiche Lebensgemeinschaften von Bestäubern und natürlichen Gegenspielern landwirtschaftlich wichtige Funktionen wie Bestäubung und Schädlingskontrolle aufrechterhalten. Es genügt nicht, auf einige wenige Arten als Bestäuber oder Schädlingsbekämpfer zu vertrauen. Der Mensch muss für eine möglichst große Biodiversität sorgen, um sich die Gratis-Dienst­leistun­gen der Natur nachhaltig zu sichern.
Bei den Untersuchungen in Deutschland zeigte sich u.a., dass die Bestäubungsleistung weniger durch Honigbienen als vielmehr durch Wildbienen gesichert wird. Wenn Rapsfelder in der Nähe sind, entpuppen sich die solitären (einzeln lebenden) Wildbienenarten als besonders wichtig. Denn die sozial in Völkern lebenden Honigbienen und Hummeln bevorzugen den gleichzeitig und massenhaft blühenden Raps, wohingegen die solitären Wildbienen die Erdbeerbestäubung aufrechterhielten. Die Förderung artenreicher Wild­bienen-Lebens­gemein­schaf­ten in der Agrarlandschaft sei deshalb die beste Gewähr für eine nachhaltige Produktion bei von Bestäubern abhängigen Kulturen wie den Erdbeeren, so ein Fazit.pug
Quelle: Science Advances (2019). DOI: 10.1126/sciadv.aax0121

11.10.2019Prominente Unterstützung für Greta Thunberg: Jane Fonda vor dem Kapitol in Washington – Das Auftreten der Klimaaktivistin Greta Thunberg in den USA trägt Früchte: zu den auch dort inzwischen stattfindenden regelmäßigen Frei­tags-Demon­stra­tionen der Fridays for Future-Bewegung hat sich am 11. Oktober in Washington auch die Schauspielerin Jane Fonda gesellt. Die zweifache Oscar-Preis­träge­rin wurde nach ihrer Rede zunächst festgenommen, nach einigen Stunden aber wieder auf freien Fuß gesetzt; ihr drohen bis zu drei Monate Haft. Sie will jedoch weiterhin vor dem Kapitol auftreten und ist für einige Zeit dafür eigens nach Washington umgezogen. Sie hoffe sogar auf eine erneute Verhaftung, so die schon während des Vietnamkriegs engagierte Schauspielerin, weil sie dadurch mehr Aufmerksamkeit erzeugen könne. Nach eigenen Aussagen wurde Fonda durch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg inspiriert.

11.10.2019Brasilien: Nach Brand- jetzt Ölkatastrophe – Seit September wird der Regen­wald-Staat von einer neuen gravierenden Umweltzerstörung heimgesucht: auf einer Länge von inzwischen 2000 Kilometern werden an Brasiliens Küste große Mengen schmieriger Ölklumpen angeschwemmt und mit ihnen viele darin verendete Tiere. Mehr als 130 Strände sind betroffen, darunter auch einige Naturschutzgebiete. Woher das Öl stammt, ist bislang nicht zu ermitteln, vermutet wird als Verursacher Venezuela. Illegale Tankreinigungen auf hoher See durch die Schifffahrt halten Fachleute für wenig wahrscheinlich, dazu sei die Menge zu groß. Die Beseitigung der Rückstände könne bis zu 20 Jahren dauern, beklagen brasilianische Umweltschützer.

08.10.2019September 2019: Neue Temperaturrekordwerte – Um mehr als ein halbes Grad stiegen die Temperaturen im vergangenen September gegenüber den durchschnittlichen Referenzwerten des Zeitraums von 1981 bis 2010. In der Bilanz bisheriger Rekordwerte lagen damit die Monate Juni bis September in diesem Jahr global entweder auf dem ersten oder zumindest auf dem zweiten Platz – auch wenn der September in Deutschland relativ normale Temperaturen aufwies. Klimatologen sehen in der erneuten globalen Zunahme der Erwärmung ihre bereits vor Jahrzehnten getätigten Prognosen bestätigt.
Quelle: Copernicus-Klimawandeldienst / Europ. Zentrum

02.10.2019Tropenstürme erreichen Europa – Die Ausläufer tropischer Wirbelstürme, die bislang vor allem östlich von Kuba entstehen und mit verheerender Wucht über die Karibik ziehen, bevor sie auch an der US-Küste oftmals große Schäden anrichten, erreichen immer häufiger auch das europäische Festland. Besonders besorgniserregend: sie scheinen auch ihre Routen zu ändern. Aktuell machte sich in diesen Tagen Hurrikan Lorenzo bemerkbar, welcher vor einigen Tagen im mittleren Atlantikgebiet entstand und mit mehr als 260km/h in die höchste Kategorie eingestuft wurde.
Hurrikans entstehen, wenn das Meerwasser eine Temperatur von mindestens 26°C aufweist, was zu dieser Jahreszeit in jenen Breiten recht häufig der Fall ist. Neu jedoch ist, dass sich Lorenzo weit draußen im zentralen Atlantik zwischen Westafrika und Mittelamerika entwickelte – dort war das Wasser etwa ein Grad wärmer als bislang üblich – und mit immer noch mehr als 150km/h Kurs auf die Azoren vor Westafrika nahm. Von einem ähnlichen Wetterphänomen war diese Inselgruppe zuletzt vor etwa 90 Jahren betroffen. Meterologen befürchten, dass durch die zunehmende Erwärmung des Atlantiks Wirbelstürme noch sehr viel weiter nördlich entstehen und dann mit voller Wucht über Westeuropa ziehen könnten.

25.09.2019Weltklimarat: Anstieg der Meeresspiegel schneller als angenommen – bis zu 1 Milliarde Menschen betroffen – Aus einem Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) geht hervor, dass die bisherigen Annahmen zum Anstieg der Meeresspiegel bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu niedrig eingeschätzt wurden. Statt der bislang vermuteten 82cm dürften die Meeresspiegel infolge der Erderwärmung voraussichtlich etwa 30cm höher steigen. Ursache dafür ist das weltweit rasant zunehmende Abschmelzen der Eismassen in allen Regionen der Erde. An einem Gletscher im Mont Blanc-Massiv beispielsweise bewegen sich aktuell seit mehreren Wochen riesige Eismassen mit nie gekannter Geschwindigkeit talwärts, sodass bereits einige Orte gefährdet sind und sicherheitshalber Straßen gesperrt wurden.
Infolge des Eisverlustes prognostizieren die Forscher bereits zur Mitte des Jahrhunderts alljährliche Flutkatastrophen, wie sie sonst nur als einmalige Jahr­hun­dert­ereig­nisse bekannt sind. Zerstörerische Stürme und größere Regenmassen werden die Situation zusätzlich verschärfen. Zu den bislang schon gefährdeten Regionen, in denen heute schätzungsweise 680 Millionen Menschen leben, werden weitere hinzukommen, sodass dann bis 2050 etwa eine Milliarde Bewohner mit Landverlust zu rechnen haben. Einige Inselstaaten müssen demnach voraussichtlich bereits in 30 Jahren vollständig aufgegeben werden, weil sie dauerhaft im Meer versunken sein werden. Da sich die dafür verantwortlichen klimarelevanten Prozesse immer weiter beschleunigen, wollen die Forscher nicht ausschließen, dass die prognostizierten Ereignisse sogar noch früher eintreffen.

23.09.2019Ergreifende Rede Greta Thunbergs auf UN-Klimagipfel – Alternativer Nobelpreis verliehen – Mit vor Wut zitternder Stimme und Tränen in den Augen hat die unfreiwillige Gründerin der weltweiten Bewegung Fridays for Future den versammelten Vertretern der Vereinten Nationen den Marsch geblasen. Thunberg war wenige Tage zuvor mit einem Hochleistungssegelboot und Null Emissionen zu einer Amerikatour gestartet, die sie auch nach New York brachte (die Kanzlerin brauchte dazu einen Airbus A340 und einen weiteren Truppentransporter für ihre Verteidigungsministerin; vgl. dazu nebenstehende Regionalmeldung vom 22.09. 2019). Die Rede im Wortlaut:
„Meine Botschaft ist, dass wir Euch beobachten! Das hier ist alles falsch, ich sollte hier nicht sein, ich sollte zurück in der Schule sein auf der anderen Seite des Ozeans – aber Ihr kommt immer noch zu uns jungen Menschen, um Euch Hoffnung zu geben!
Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten? Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum – wie könnt Ihr es wagen?
Wenn Ihr die Situation wirklich verstehen würdet und uns immer noch im Stich lassen würdet, dann wärt Ihr grausam und das weigere ich mich zu glauben. Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang – und mit ein paar technischen Lösungsansätzen? Ihr seid immer noch nicht reif genug zu sagen, wie es wirklich ist.
Ihr lasst uns im Stich. Alle kommenden Generationen haben euch im Blick und wenn Ihr Euch dazu entscheidet, uns im Stich zu lassen, dann entscheide ich mich zu sagen: Wir werden Euch das nie vergeben! Wir werden Euch das nicht durchgehen lassen!
Genau hier ziehen wir die Linie. Die Welt wacht auf und es wird Veränderungen geben, ob Ihr es wollt oder nicht.“

Sprechen durften auf Anweisung von Generalsekretär António Guterres nur Vertreter von Mitgliedsländern, die aktive Maßnahmen gegen die Erderwärmung ergriffen haben. Damit wollte er einem allgemeinen Palaver vorbeugen. Für kurze Zeit war auch US-Präsi­dent Donald Trump in der Versammlung anwesend, ohne dass er das Wort ergreifen konnte. Selbst auf Twitter, seinem Lieblingsmedium, hat er sich hernach jeglichen kritischen Kommentars zur Rede Greta Thunbergs verkniffen. „Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut. So schön zu sehen“, kommentierte er in seiner etwas einfachen Denkweise. Es blieb dem grünen Tübinger Oberbürgermeister und als Dickschädel bekannten Boris Palmer vorbehalten, vor einer „Panikmache“ durch Thunberg zu warnen: „Wir dürfen nicht in Panik geraten, weil wir dann die Strukturen zerstören, … die wir auch brauchen, um den Klimawandel zu stoppen“, sagte er der Stuttgarter Zeitung.
Was ja wohl nicht heißen kann, geruhsam so weiterzumachen wie bisher. Thunberg ist übrigens kurze Zeit nach ihrer Rede auf dem UN-Klima­gipfel von der schwedischen Stiftung Right Livelihood Award Foundation der „Alternative Nobelpreis“ verliehen worden.

20.09.2019Klimaschutz: Millionen gehen weltweit in mehr als 150 Ländern auf die Straße – Nie zuvor haben mehr Menschen auf der ganzen Welt aus Angst vor dem zumeist durch verantwortungslose Erwachsene hervorgerufenen Klimawandel zusammengefunden als unmittelbar vor dem am 23. September stattfindenden UN-Sondergipfel in New York. Millionen Menschen demonstrierten in allen Erdteilen und forderten mehr Engagement von den politisch Verantwortlichen. Die 16jährige Greta Thunberg, die vor gut einem Jahr mit einem selbstgebastelten Plakat vor dem schwedischen Reichstag diesen Stein ins Rollen gebracht hat und sich derzeit in New York aufhält, sprach von einem „historischen Tag“.
Allein in Deutschland gingen Schätzungen zufolge eineinhalb Millionen Menschen unter dem Motto „Alle fürs Klima“ auf die Straße. Die Gewerkschaft ver.di rief jene Mitglieder, „die dürfen“, zur Beteiligung am Klima­„streik“auf, der Berliner Axel-Sprin­ger-Verlag erlaubte dies seinen Mitarbei­ter/in­nen ebenso wie viele kleinere Unternehmen auch. Kirchen haben mancherorts die Glocken läuten lassen, schließlich gehe es bei der Demonstration ja auch um die „Bewahrung der Schöpfung“, so ein Geistlicher. Die Düsseldorfer Stadtverwaltung hat ihre Angestellten für die Zeit der Demonstrationen vom Dienst freigestellt. Besonderen Schub haben die deutschen Aktionen wohl auch bekommen, weil die am selben Tag vorgestellten Ergebnisse des Klimakabinetts der Bundesregierung als großer Wurf angekündigt worden waren, aber dennoch im Klein-Klein steckengeblieben sind (vgl. dazu →Regionale Ereignisse vom selben Datum).

17.09.2019Australien: Grundwasser wird knapp – Das vierte Jahr mit extremer Trockenheit und damit die bislang schlimmste Dürreperiode erlebt der Kontinent auf der anderen Seite der Erde. Sollte in dem jetzt dort beginnenden Frühling wiederum der Regen ausbleiben, könnten die Grundwasservorräte im Südosten des Landes zur Neige gehen. Einige große Städte müssen sich deshalb nun darauf vorbereiten, bereits im Dezember auf Trinkwasserlieferungen aus anderen Landesteilen angewiesen zu sein.

11.09.2019Auch in Europa: letzte Urwälder werden skrupellos abgeholzt – Es ist gerade mal ein Jahr her, seit im April 2018 der Europäische Gerichtshof (EuGH) auf Antrag der EU-Kommission per Eilbeschluss Baumfällarbeiten im polnischen Białowieza-Urwald untersagte – woran sich die polnische Regierung nach anfänglichem Murren auch bislang gehalten hat. Bis 2020 sollten dort 188.000m³ Holz geschlagen werden.
Das allerdings scheint noch gar nichts zu sein gegen die Vernichtung von unersetzlichem Urwald, die derzeit in aller Stille in Rumänien vor sich geht. In der einst von Braunbären und einer einzigartigen Flora besiedelten unberührten Natur findet ein – großenteils illegaler – Holzeinschlag von bisher unbekanntem Ausmaß statt, wie Prager Wissenschaftler schon vor einem Jahr bei einem Kontrollbesuch feststellen mussten, als sie nach acht Jahren zu einer Bestandsaufnahme in die Făgăraş-Berge zurückkehrten.
Bereits Ende 2017 sprachen die Vereinten Nationen nach Auswertung von Satellitenaufnahmen angesichts der Waldvernichtung von „bedeutendsten Bedrohungen für die Nachhaltigkeit“. Staatliche Kontrollen in Rumänien jedoch laufen oftmals ins Leere, sie werden vielfach durch Korruption zunichte gemacht. So verfügt die rumänische Umweltorganisation Agent Green über Angaben, nach denen statt der genehmigten 18 Millionen Kubikmeter Holz in den Jahren von 2013 bis 2018 mehr als die doppelte Menge geschlagen wurde. Agent Green hat inzwischen, zusammen mit weiteren Organisationen aus Deutschland und England, eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Bislang hatten Bürger Rumäniens die Möglichkeit, sich gegen Naturfrevel wie Holzeinschlag oder Bebauungsvorhaben in Schutzgebieten zur Wehr zu setzen. Dieses Recht wurde ihnen Mitte 2018 mit einem zunächst geheim gehaltenen Erlass genommen.

06.09.2019H&M boykottiert Leder aus Brasilien – Der weltweit zweitgrößte Modehersteller H&M verzichtet wegen der Brandrodungen zugunsten der Viehzucht auf Leder aus Brasilien. Der schwedische Konzern teilte mit, dass die Entscheidung für die gesamte H&M-Gruppe gelte. Das Verbot werde so lange aufrecht erhalten, bis gewährleistet sei, dass brasilianisches Leder nicht auf Kosten des Regenwaldes produziert werde. Nach dem Unternehmen VF mit den Marken Timberland, Vans und The North Face ist dies die zweite Absage eines internationalen Konzerns.
Brandrodungen nehmen dramatisch zu. Im August wurde nach Angaben des brasilianischen Klimainstituts Inpe gegenüber dem Vorjahresmonat 222 Prozent mehr Wald vernichtet. Wegen solcher – satellitengestützter – entlarvender Zahlen wurde der Direktor dieses staatlichen Inpe-Instituts von Staatspräsident Jair Bolsonaro inzwischen entlassen.
Mitarbeiter von Indianer-Schutzbehörde ermordet. Ein Mitarbeiter der staatlichen Indianer-Schutzbehörde Funai ist im Bundesstaat Amazonas im Grenzgebiet zu Peru und Kolumbien durch zwei Kopfschüsse gezielt ermordet worden. Funai soll verhindern, dass dort lebende Indigene, die bislang noch keinen oder kaum Kontakt zur Außenwelt hatten, mit eindringenden Jägern oder Holzfällern in Berührung kommen. Eine Schutzstation der Organisation war in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von Angriffen.

28.08.2019Alaska: auch Trump will großflächig abholzen – Nach Angaben der Washington Post will nun auch der amerikanische Präsident Donald Trump erhebliche Eingriffe in die „grüne Lunge“ der Menschheit vornehmen und so mit dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro gleichziehen. Trump, so die Zeitung, habe seinen Landwirtschaftsminister angewiesen, das bislang geltende Abholzungsverbot im Nationalpark Tongass aufzuheben. Damit stünden knapp vier Millionen Hektar Wald – etwas weniger, als die Schweiz groß ist – zur Disposition. Als Grund für die Maßnahme werden Begünstigungen für die Holz-, Bergbau- und Energie­industrie genannt.
Der Tongass-Nationalpark zählt zu den größten gemäßigten Regenwäldern der Erde und wurde in der Ära Bill Clintons per Erlass größtenteils von Holzgewinnung und Straßenbau ausgenommen. Die Flora Alaskas hat schon seit längerem unter sich immer weiter ausbreitenden Waldbränden infolge starker Hitzeperioden zu leiden; im Juli 2018 wurden beispielsweise die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen registriert.

26.08.2019Elfenbeinhandel: Japan und EU sperren sich gegen Verbot – Auf der Genfer Artenschutzkonferenz ist der Versuch von 32 afrikanischen Staaten gescheitert, ein Handelsverbot von Elfenbein innerhalb der jeweiligen Länder zu beschließen – und zwar am Widerstand der EU und von Japan, die auf Vertagung eines solchen Beschlusses bestanden. Dazu muss man wissen, dass dem illegalen Elfenbeinhandel jedes Jahr etwa 25.000 Elefanten zum Opfer fallen. Nun dürfen Stoßzähne weiterhin auf heimischen Märkten angeboten werden, obgleich ihr internationaler Handel bereits sei 30 Jahren verboten ist. Mit der Vertagung des Beschlusses wird deren illegaler Schmuggel fortgesetzt; Japan zählt dabei zum weltweit größten Markt für Elfenbein.
Der fernöstliche Inselstaat beruft sich bei der Ausrottung gefährdeter Großtiere auf seine Tradition und Kultur – wie etwa auch beim weltweit geächteten Walfang, bei dem das Land zusätzlich noch „Forschungsgründe“ vorschiebt, um das Gemetzel weiterführen zu können. Vielleicht sollte man einfach mal ein solches Walfangschiff versenken – nur aus rein wissenschaftlichem Interesse natürlich.

26.08.2019Brasilien/Kolumbien/Bolivien: Regenwald brennt lichterloh – Die insbesondere von der brasilianischen Regierung tolerierten und sogar geförderten Brandrodungen im Amazonasgebiet haben die Region in ein riesiges Flammenmeer verwandelt, dessen Auswirkungen selbst im mehr als 1.000 km entfernten Rio und Sao Paulo spürbar sind und infolge des Rauchs inzwischen zu Einschränkungen im täglichen Leben führen. Im Gegensatz zu Brasilien haben die Anrainerstaaten Kolumbien und Bolivien – ebenfalls von massiven Bränden betroffen – um internationale Hilfe gebeten, die der brasilianische Präsident Bolsonaro als „kapitalistische Einmischung“ bislang ablehnt. Gleichwohl sah er sich mittlerweile dazu gezwungen, das Militär zur Brandbekämpfung um Hilfe zu bitten. Am 29. August hat die Regierung zudem beschlossen, Brandrodungen während der Trockenzeit für zwei Monate ganz zu untersagen. Allein zwischen dem 22. und 23. August wurden von INPE, einem Institut für Satellitenforschung, welches Bolsonaro zugunsten eines staatlich gelenkten Instituts auflösen möchte, mehr als 1600 neue Brände dokumentiert, insgesamt bereits knapp 80.000 Feuer in diesem Jahr, was einer Zunahme von 80 Prozent gegenüber 2018 entspricht.
Einige EU-Staaten plädieren dafür, das vor kurzem mit südamerikanischen Staaten ausgehandelte Freihandelsabkommen Mercosur als Druckmittel zu benutzen und nicht zu unterzeichnen. Zwar erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk auf dem gerade tagenden G7-Treffen im südfranzösischen Biarritz, dass angesichts des Verhaltens von Brasilien eine Ratifizierung des Abkommens nur „schwer vorstellber“ sei, doch wie so oft spricht die Europäische Union auch hier leider nicht mit einer Stimme. Das ausscheidende Großbritannien sowie die Efta-Staaten sprechen sich strikt dagegen aus und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird damit zitiert, dass dies keine Brände lösche.
So wird voraussichtlich bald ein Abkommen unterzeichnet, welches Wirtschaftsminister Peter Altmeier als großen Erfolg feiert, weil im dann weiter aufblühenden Handel zwischen Südamerika und der EU Handelshemmnisse entfallen, was zu verstärkten brasilianischen Rind­fleisch-Expor­ten führen wird, wozu man eben jene Flächen braucht, die gerade in Flammen stehen und dann als Weideland oder zum Soja-Anbau nutzbar gemacht werden können.
Tatsächlich beteiligen sich die westeuropäischen Handelspartner damit aktiv an der Vernichtung des als „grüne Lunge der Menschheit“ bezeichneten Amazonasgebiets, vergießen aber zuvor schnell noch ein paar Krokodilstränen darüber, bevor sie erneut einer überkommenen Wachstumsideologie den Vorzug geben. Sie waren bereits 2018 mit 120.000 Tonnen zweitwichtigster Importeur brasilianischen Rindfleischs. Das wird sich – obgleich dessen Verzehr anerkanntermaßen zu einem wesentlichen Teil zum Klimawandel beiträgt – dann noch steigern lassen.

18.08.2019Island: Erster Abgesang auf einen verschwundenen Gletscher – Wissen­schaftler haben eine Gedenk­tafel auf Island an jener Stelle errichtet, an der sich früher der Gletscher Okjökull befand. Er gilt als der erste Gletscher auf der Insel, der unwieder­bring­lich Opfer des Klima­wandels wurde. Die Forscher gehen davon aus, dass etwa 400 Gletschern durch den Klima­wandel bis 2200 das gleiche Schicksal droht. Ein einheimischer Glaziologe nennt das Verschwinden des Eises ein Omen „für das, was auf uns noch zukommen wird“. 1995 sei der Wendepunkt erreicht worden: seitdem würden die Eiszungen nicht mehr wachsen, würden die von ihm seit Jahrzehnten beobachteten Gletscher stetig an Masse verlieren.
Die Gedenk­tafel ist als „Brief an die Zukunft“ verfasst und kündet in isländi­scher und engli­scher Sprache vom Versagen heutiger Genera­tionen: „Okjökull ist der erste islän­dische Gletscher, der seinen Status für immer verloren hat. In den nächsten 200 Jahren werden alle unsere Gletscher wohl genauso verschwunden sein wie er. Diese Tafel will daran erinnern, dass wir sehr wohl wissen, was gerade geschieht, und eben­falls, was eigentlich dagegen getan werden muss. Nur ihr werdet wissen, ob wir das auch getan haben.“

17.08.2019Regenwald: Deutschland und Norwegen stoppen Zahlungen an Brasilien – Nach Deutschland hat nun auch Norwegen angekündigt, Fördergelder an den Amazon Fund angesichts der von der brasilianischen Regierung forcierten Abholzung des Regenwaldes (vgl. Meldung vom 02.08. 2019) nicht mehr auszuzahlen. Dabei geht es um Mittel von mehr als 33 Mio. Dollar; Deutschland hält etwa 35 Mio. Euro zurück. Der von beiden Ländern unterstützte Amazon Fund selbst ist davon nicht betroffen. Brasiliens Klimainstitut INPE, hatte für Juni ene Steigerung des Holzeinschlags um beinahe 90 Prozent festgestellt, im Juli sogar um fast 280 Prozent.

16.08.2019Mikroplastik mittlerweile weltweit verbreitet – Untersuchungen des Alfred-Wege­ner-Insti­tuts in Bremerhaven haben ergeben, dass Mikroplastik sich weltweit verbreitet. Es wird offensichtlich auch durch Luftströmungen in der hohen Atmo­sphäre in alle Teile der Welt getragen und fällt gemeinsam mit dem Niederschlag – Regen oder Schnee – auf die Erdober­fläche zurück. Dies ergeben Schneeproben sowohl aus der Arktis als auch aus Helgoland oder den Alpen. In Bayern wurden  im Niederschlag mehr als 150.000 Kunststoff­partikel pro Liter Schnee gemessen, in der Arktis derzeit „nur“ 14.000.
Weil die Forscher erstmals auch extrem kleine Partikel messen konnten, stellt sich nun heraus,  dass die bisherigen, sehr viel geringeren Werte keineswegs die tatsächliche Gefährdung für Umwelt und Leib und Leben wider­spiegeln. Ging man bislang davon aus, dass die Partikel vor allem durch Meeres- und niedrige Windströmungen verbreitet werden, wird man nun umdenken müssen: Mikro­plastik verhält sich offenbar ähnlich wie beispielsweise vulkanische Ausscheidungen und kann hunderte von Kilometern weit getragen werden.
In einem am 22. August vorgelegten Bericht zu den Folgen von Mikroplastik im Trinkwasser warnte die Weltgesundheitsbehörde WHO wenige Tage später vor einer zunehmenden Belastung. Da Mikroplastik mittlerweile allgegenwärtig sei, müsse man dringend mehr über die gesundheitlichen Folgen herausfinden. Bislang gäbe es leider nur begrenzte Informationen darüber. Jedoch wurde bereits in zwei Studien Mikroplastik in Mineralwässern nachgewiesen. Sorgen machten insbesondere auch Substanzen, die durch verrottendes Mikroplastik freigesetzt würden; sie könnten wie Hormone wirken und auch Stoffe aus der Umgebung binden und wieder abgeben. Insgesamt sei die Wissenslage noch sehr unzureichend.

09.08.2019Weltklimarat prangert Agrarwirtschaft an – Aus einem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC geht hervor, dass etwa 23 Prozent aller Treib­hausgas-Emis­sio­nen auf die Land- und Forstwirtschaft zurückzuführen sind. Die damit verbundene steigende Erderwärmung hat mit ihren Extremwetterlagen wiederum zur Folge, dass daraus resultierende Landschafts- und Bodenzerstörungen der Landwirtschaft selbst erheblichen Schaden zufügen, sodass nicht nur die Rentabilität bäuerlicher Betriebe in Gefahr gerät, sondern die gesamte Nahrungsmittelversorgung. Die Agrarwirtschaft, so folgern die mehr als 100 Wissenschaftler aus Genf in ihrem Bericht, sägen also selbst kräftig an dem Ast, auf dem sie sitzen, wenn sie diesen fatalen Kreislauf nicht durchbrechen.
„Wenn das Land seine Funktion verliert, dann verliert es auch seine Fähigkeit, das Treibhausgas CO2 zu speichern“, so einer der Autoren des Sonderberichts. Riesige Flächen des CO2-Speichers Wald gehen derzeit durch großflächige Rodungen in Brasilien verloren (vgl. Meldung vom 02.08. 2019).

09.08.2019Neonicotinoide: Pflanzengifte auch in der Nahrungskette – Insektizide wirken offenbar nicht allein auf sog. „Schädlinge“, sondern verbleiben als Rückstände auch in den Pflanzen – in Blütenpollen und Nektar beispielsweise. Sie sind damit offenbar schädlicher als bislang angenommen. Ein spanisch-nieder­ländi­sches Wissenschaftlerteam hat nämlich beobachtet, dass der von Blatt- und Schmierläusen ausgeschiedene Honigtau mit solchen Giften belastet ist. Die kontaminierten Läuse selbst wie auch der Honigtau sind jedoch eine Nahrungsquelle für Insekten und damit eine zusätzliche, bislang unbekannte Gefahr z.B. für Ameisen, Bienen, Wespen und Schwebfliegen.
In ihrer Studie haben die Wissenschaftler Zitronenbäume mit Schmierläusen besiedelt und sie entweder nur reinem Wasser oder den weltweit am häufigsten benutzten Pflanzengiften Imidacloprid oder Thiamethoxam ausgesetzt. Obwohl eigentlich auch die Läuse hätten davon umkommen müssen, überlebten sie lange genug bzw. in so großer Zahl, dass sie an den vergifteten Pflanzen Nahrung aufnehmen und Honigtau ausscheiden konnten. In diesem Honigtau, der alsdann von Schwebfliegen und Schlupfwespen aufgenommen wurde, waren wiederum die eingesetzten Gifte nachweisbar.
Allerdings starb der größte Teil der Tiere innerhalb von drei Tagen, andere lebten kürzer als die unvergiftete Vergleichspopulation. Inwiefern vergifteter Honigtau zum Insektensterben beiträgt, ist gleichwohl noch nicht eindeutig geklärt. Die Forscher sehen jedoch neben dem direkten Einfluss von Insektiziden auch einen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme von Honigtau. In der EU sind die drei wichtigsten Neonicotinoide inzwischen verboten.
Quelle: https://www.pnas.org

02.08.2019Brasilien/Kolumbien/Bolivien: Regenwaldvernichtung von bislang unbekanntem Ausmaß – Der erst im letzten Herbst ins Amt gekommene brasilianische Präsident und erklärte Klima­wandel-Igno­rant Jair Bolsonaro treibt die Abholzung des heimischen Regenwaldes mit aller Macht voran. So wurde bereits im Juni dieses Jahres doppelt so viel Wald vernichtet wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies belegen Satellitenaufnahmen einer brasilianischen Bundesbehörde, die für den Juli sogar eine 200fache Steigerung von Rodungen dokumentieren. Zugleich berichten Indigene aus dem Amazonasgebiet immer wieder von Morden durch kriminelle Eindringlinge, die von den Rodungen profitieren. Bolsonaro will, wie auch schon in vergleichbaren Fällen, ihm kritisch gegenüber stehende Behördenmitglieder entlassen.

01.08.2019Juli 2019: Weltweit heißester Monat seit Beginn der Messungen – Der Juli 2019 war nach einer Analyse des Coper­nikus-Diens­tes der EU zur Überwachung des Klimawandels der weltweit heißeste Monat seitdem Messaufzeichnungen vorliegen. Die Temperaturen toppten damit knapp den bisherigen Spitzen­reiter Juli 2016. Wissenschaftler sind sich einig darin, dass diese Rekord-Tempe­raturen auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Ohne dieses Wetterphänomen wäre die jüngste Hitzewelle in Europa um 1,5 bis 3 Grad geringer ausgefallen, erklären sie.
In Deutschland kam es an einigen Tagen zu Spitzen-Tempe­raturen von bis zu 42,6 Grad (Lingen/Emsland). „Von 1881 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt zehnmal 40 Grad erreicht oder überschritten, jetzt im Juli 2019 waren es 25 Mal in nur drei Tagen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Auch Frankreich, Spanien, die Bene­lux-Staa­ten und Großbritannien meldeten bislang unbekannte Tempe­ratur-Re­korde.
In der nördlichen Polarregion sorgte die Hitzewelle für wochenlange riesige Waldbrände – in Russland bis in den August hinein auf einer Fläche so groß wie Nord­rhein-West­falen – und für rasant schmelzende Eismassen. Die Temperaturen im Juli 2019 hätten noch knapp über dem bisherigen heißesten Monat Juli 2016 gelegen.

30.07.2019Polarregion: Rentiere verhungern infolge der Erderwärmung – Ausgerechnet steigende Temperaturen sind Schuld daran, dass Rentiere auf Spitzbergen keine ausreichende Nahrung mehr finden. Forscher haben beobachtet, dass die gemeinhin extrem anpassungsfähigen Tiere, deren Hauptnahrungsquelle Flechten und Moose sind, angeschwemmtes Seegras fressen. Bedingt durch höhere Temperaturen, die für mehr Regen sorgen statt – üblicherweise – Schnee, der auf dem noch gefrorenen Boden eine Eisschicht bildet, ist den Tieren der Zugang zu ihrer traditionellen Nahrung versperrt. Die Forscher entdeckten in diesem Jahr bereits mehr als 200 verhungerte Rentiere und sprechen von einer „beängstigenden“ Situation.
In der Arktis steigen die Temperaturen zwei- bis dreimal so schnell wie anderswo; auf der Inselgruppe Svalbard sind sie seit 1971 bereits um drei bis vier Grad gestiegen.

23.07.2019Thunberg spricht vor der der Pariser National­versamm­lung – Die Klima­aktivistin Greta Thunberg warnte bei einem Auftritt in der Pariser National­versamm­lung in einer Rede davor, angesichts der klimati­schen Verände­rungen auf der Erde die Hände in den Schoß zu legen. „Wir sind nur Kinder, Sie müssen nicht auf uns hören. Aber Sie müssen auf die Wissen­schaft­ler hören. Das ist alles, worum wir bitten“, sagte Thunberg. Sie war von einer über­partei­lichen Umwelt­gruppe aus Parla­ments­mitglie­dern einge­laden worden. Konser­vative Republi­kaner riefen dazu auf, ihren Auftritt zu boykot­tieren und sprachen von „apoka­lypti­schen Gurus“ und davon, Thunberg würde von einer grünen Lobby finanziert.
Es ist schon bemerkenswert, dass junge enga­gierte Menschen die gegen­wärtigen Probleme ernster nehmen als altbackene Politiker, die eigent­lich dafür Verant­wortung über­nehmen müssten.

23.07.2019Mont Blanc: Gletschersee auf 3000 Meter Höhe entdeckt – In einer Höhe bislang ewigen Eises hat ein Berg­führer Ende Juni einen neu gebildeten Schmelz­wasser-See in 3000m Höhe entdeckt. Zur Zeit der Aufnahme hatte sich nach Angaben des Wanderers die Null-Grad-Grenze auf dem mit 4810m höchsten Berg der Alpen auf etwa 4700m verlagert, was „extrem unge­wöhnlich“ sei. Zudem hätten etwa zwei Wochen lang selbst auf dieser Höhe Tempe­raturen von 20°C geherrscht und zusätz­lich das dort vorhandene dunkle Gestein entspre­chend erwärmt. Es wird befürchtet, dass das unter den Gletscher ver­sickernde und sich dort sammelnde Wasser das Eis irgend­wann einmal auf­sprengen und eine riesige Flut­welle sich ins Tal ergießen könnte.

15.07.2019EU-Länder wollen Pestizidregelungen lockern – Eine Mehrheit der Mitgliedsländer in der Europäischen Union – darunter auch Deutschland – hat entschieden, dass die Prüfkriterien zur Anwendung von Pestiziden zu streng seien und will diese nun entschärfen. Damit wird ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs konterkariert, vor dem die Giftproduzenten Bayer und Syngenta vor einem Jahr mit einer Klage gegen den Einsatz von Neonicotinoiden gescheitert waren. Die EU-Kommis­sion hatte den Gebrauch bereits fünf Jahre zuvor wegen des massenhaften Bienensterbens stark eingeschränkt.
Die zuständige EU-Behörde wurde nun beauftragt, die bislang geltende Bienenleitlinie umzuarbeiten. Die Entscheidung auch Deutschlands dazu steht im deutlichen Gegensatz zum im Koalitionsvertrag eigens postulierten Schutz von Bienen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nannte die Entscheidung eine für die Industrie und gegen die Belange von Umwelt und Gesellschaft.

15.07.2019Nördliche Polarregion von verheerenden Bränden heimgesucht – Die Arktis steht in Flammen; Wald und Tundra leiden unter den schlimmsten Bränden, die je dort wüteten. Zwar sind Brände in dieser Region nicht unüblich, jedoch nicht in diesem Ausmaß und nicht auf so großen Flächen. Zudem treten die Feuer immer früher im Jahr auf und breiten sich immer weiter nach Norden aus. Im US-Staat Alaska wurden in diesem Jahr bereits Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius gemessen, sodass es zu Bränden auch innerhalb des Polarkreises kommt. Folge davon ist ein vermehrter Anstieg von CO2, das bislang im Boden gebunden war. Es macht bis zu 60 Prozent des insgesamt freigesetzten CO2 aus. In Modellberechnungen haben Wissenschaftler ermittelt, dass allein im Juni 60 Megatonnen des Treibhausgases durch Brände freigesetzt wurden. Dabei steht der Höhepunkt der Brandsaison eigentlich noch bevor, er liegt üblicherweise in den Monaten Juli und August.

05.07.2019Massive weltweite Aufforstung soll zwei Drittel der CO2-Emissionen binden können – Mitarbeiter der ETH Zürich haben in der Fachzeitschrift Science einen Beitrag veröffentlicht, demzufolge eine massive weltweite Aufforstung zwei Drittel der CO2-Emissionen kompensieren könnte. Mithilfe von Satellitenaufnahmen hat das Autorenteam ermittelt, welche Regionen dafür infrage kämen und errechnete dabei eine Fläche von 900 Millionen Hektar – das entspricht beinahe dem Gebiet der USA.
Kritiker halten die Idee einer Aufforstung zwar für einen sinnvollen Ansatz, sie jedoch als „effektivste Klimalösung“ zu bezeichnen für „sachlich falsch“. So würden die Autoren beispielsweise verkennen, dass die Hälfte allen CO2 gar nicht in der Atmosphäre verbleibe und durch Anpflanzungen neutralisiert werden könne, sondern zu einem großen Teil u.a. in den Ozeanen gespeichert würde. Und auch das in den Pflanzen gespeicherte CO2 würde keineswegs immer dort verbleiben, sondern beispielsweise durch natürliche Brände oder Brandrodungen oft wieder freigesetzt werden.

03.07.2019Österreich verbietet Glyphosat – Als erstes Land in der Europäischen Union hat Österreich den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat (Roundup) verboten. Ein Antrag der oppositionellen SPÖ fand überraschend eine Mehrheit im Nationalrat. Da die EU jedoch den Einsatz des vermutlich krebserregenden Mittels bis Ende 2022 zugelassen hat, könnte dieser Beschluss EU-Recht verletzen. Allerdings: nur weil etwas auch zugelassen ist, muss es deshalb – insbesondere in Anbetracht erfolgreicher Klagen Geschädigter – nicht unbedingt auch angewendet werden.

03.07.2019Antarktis: Dramatischer Eisverlust innerhalb von nur drei Jahren – Im Gegensatz zur nördlichen Polarregion hat das Eis am Südpol trotz Erderwärmung in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Dieser Prozess scheint nun jedoch beendet zu sein, wie aus Satellietenaufnahmen der letzten Jahre hervorgeht. Der Eisverlust scheint sogar schneller vonstatten zu gehen als in der nördlichen Hemisphäre. So verschwand allein zwischen 2014 und 2017 eine Eismasse, die den Schwund in der Arktis noch übertraf. In diesem Zeitraum verlor die Region um den Südpol regelmäßig eine Eismasse von durchschnittlich mehr als der doppelten Fläche Deutschlands und damit dreimal soviel wie die Arktis. Damit, so die Aussage einer an der Beobachtung beteiligten Forscherin, sei der Schwund so massiv gewesen, dass das in den vorangegangenen 35 Jahren angesammelte Eis „innerhalb weniger Jahre ausgelöscht wurde“.
Quelle: Nature

02.07.2019CO2-Ausstoß so hoch wie nie – Im vergangenen Jahr hat die Menschheit mit 42 Milliarden Tonnen Kohlendioxid so viel Schadstoffe des Giftes produziert wie noch nie zuvor. Doch nicht nur die bislang produzierten Mengen erreichen ein Rekordniveau – auch jene Mengen, bei denen es bereits beschlossene Sache ist, sie noch zu erzeugen, steigen in bislang unbekannte Höhen. Ursächlich dafür sind neben noch langfristig betriebenen weitere zusätzlich geplante Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, sowie der unverminderte Ausstoß von Kraftfahrzeugen. Darauf hat jetzt ein internationales Forscherteam von der University of California aufmerksam gemacht. Bereits die bestehenden Kraftwerke und CO2-intensiven Produktionsstätten sowie der Autoverkehr würden während ihrer normalen Betriebszeit weitere 660 Gigatonnen erzeugen – und das im Pariser Vertrag zum Klimaschutz ausgehandelte Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung schon jetzt hinfällig machen.
Selbst eine nur 50-prozentige Chance hätte das angepeilte 1,5 Grad-Ziel lediglich bei einem maximalen Ausstoß von 580 Tonnen CO2, so die Forscher, und in 2050 müsste der Ausstoß dann sogar bei Null liegen. Mangels resoluter politischer Entscheidungsfähigkeit ein ganz offensichtlich vergebliches Ansinnen.
Quelle: Nature

01.07.2019Juni 2019: Bislang wärmster Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – Nach Auffassung von Meteorologen zählt der diesjährige Monat Juni zum bislang wärmsten überhaupt. Mit durchschnittlich 19,8 Grad lagen in Deutschland in diesem ersten meteorologischen Sommermonat die Temperaturen um 2 Grad über den langjährigen Mittelwerten und übertrafen um 0,4 Grad sogar die des Extremsommers 2003. Im Nordosten Deutschlands mussten gegen Ende des Monats mehrere Dörfer vollständig evakuiert werden, weil ein Flächenbrand auf einem ehemaligen, munitionsverseuchten Militärgelände nicht unter Kontrolle zu bekommen war. Die Temperaturen dort stiegen auf teilweise über 38 Grad. In Südfrankreich wurden sogar knapp 46 Grad gemessen und auch in Spanien hielten sich die Temperaturen über längere Zeiträume selten unter 40 Grad. In einigen Teilen Europas wurde teilweise jetzt schon das Trinkwasser knapp. Da die langjährigen Mittelwerte auch weiterhin im Steigen begriffen sind, werden solche Hitzeperioden voraussichtlich noch zunehmen.

18.06.2019Arktis: Permafrostböden stehen vor dem Kollaps – Das durch den Klimawandel vom UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erst für Ende des Jahrhunderts erwartete Verschwinden der dauerhaft gefrorenen Böden in der Arktis läuft entgegen den Annahmen tatsächlich schon jetzt mit ungeheurer Geschwindigkeit ab. Dies ergeben Messungen in einigen kanadischen Regionen, wo bereits ein Zustand erreicht ist, der von Experten erst gegen 2090 erwartet wurde und der die schlimmsten Erwartungen der Wissenschaft deutlich übertrifft. Ursächlich dafür seien sehr wahrscheinlich ungewöhnlich heiße Sommer in den vergangenen Jahren, sodass sich der Boden inzwischen an einigen Stellen um bis zu 90 Zentimeter gesenkt hat. Und das Abtauen dürfte sich durch die damit einhergehenden geologischen und biologischen Veränderungen weiter beschleunigen.
Im noch gefrorenen Boden ist etwa doppelt soviel Kohlenstoff gespeichert wie sich aktuell in der Atmosphäre befindet. Taut der Boden auf, können Mikroben aktiv werden, wodurch sich Kohlendioxid und Methan bildet, was die Erwärmung noch wesentlich mehr beschleunigt als CO2 – ein Prozess, der nicht mehr aufzuhalten ist. Das Verschwinden der Permafrostböden wurde im Umweltprogramm der Vereinten Nationen als eines der gravierendsten Umweltprobleme der Menschheit benannt.
Quelle: Geophysical Research Letters

17.06.2019EU-Klimaschutzziele: Deutschland gibt Bremserrolle teilweise auf – Kurz vor einem erneuten EU-Gipfeltreffen in Brüssel hat sich Deutschland zu dem Ziel bekannt, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Ein solches Ziel war bereits vor längerer Zeit von den Benelux-Ländern, Frankreich, Dänemark, Schweden, Spanien und Portugal ausgegeben worden, Deutschland hatte sich dem bislang verweigert.

13.06.2019Mittelmeer: Jede Minute werden 33.800 Plastikflaschen im Meer „entsorgt“ – Jährlich werden mehr als eine halbe Million Tonnen Plastik ins Mittelmeer eingetragen. Darauf hat die Umweltschutzorganisation WWF hingewiesen. Dies entspreche einer Menge von 33.800 Plastikflaschen pro Minute, teilte die Naturschutzorganisation mit. Besondere Dreckschleudern sind beliebte Touristenziele wie etwa Barcelona, Tel Aviv und türkische Strände. Hinzu kommt ein vermehrter Export von Plastikmüll aus Deutschland in die Türkei – 2018 allein mehr als 50.000 Tonnen. Doch neben den touristischen Schmutzfinken zählt auch die Fischereiwirtschaft zu den großen Verursachern. Kommunale Abfallentsorgungsbetriebe seien angesichts des saisonal anwachsenden Müllaufkommens oftmals überfordert, meint ein Sprecher vom WWF.

12.06.2019Finnland: Neue Koalitionsregierung rückt Klimapolitik in den Fokus – Immer drängendere Probleme beim heraufziehenden Klimawandel finden allmählich auch Beachtung bei politischen Akteuren in Europa. In Deutschland wurden Ende Mai die Grünen bei der Europawahl zur zweitstärksten Kraft (vgl. →Regionale Ereignisse 2019), die Grünen in Finnland errangen ein solches Ergebnis bereits zwei Monate zuvor bei den Wahlen im März und liegen jetzt mit 17,5 Prozent um nur 0,2 Punkte hinter den Sozialdemokraten – ihr bislang bestes Ergebnis. Die jetzt gebildete neue Regierung wird dementsprechend geprägt von grünen Themen. Der gerade gewählte Ministerpräsident Antti Rinne will Finnland zum grünsten Land der Welt machen: „Wir sind fest entschlossen, uns den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen“, so Rinne, „aber das muss auf eine sozial gerechte Art und Weise geschehen.“ Die Regierung will dies durch die „weltweit erste Wohlfahrtsgesellschaft frei von fossilen Brennstoffen“ erreichen. Konsequenterweise fuhren die neuen Kabinettsmitglieder ohne Ausnahme mit der Straßenbahn zum Regierungssitz.
Finnland will bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität erreichen. Es wird zudem Anfang Juli die EU-Rats­präsident­schaft übernehmen und vermutlich versuchen, auch in der EU-Politik neue Schwerpunkte zu setzen.

01.06.2019Tansania verbietet Plastiktüten – „Entwicklungsländer“ machen es uns vor: Was in Ruanda und Kenia schon seit längerem gilt, ist seit dem 1. Juni auch in Tansania vorgeschrieben: Im- und Export, Produktion, Vertrieb und die Lagerung und Nutzung von Plastiktüten sind ab diesem Datum verboten. Erlaubt bleiben lediglich Kunststoffverpackungen im Gesundheitsbereich, für Industrieerzeugnisse und den Bausektor, in der Agrar-, Nahrungsmittel- und Abfallwirtschaft sowie bei Hygieneartikeln. An den internationalen Flughäfen sollen Kontrollen durchgeführt werden.

Mai 2019Neuer Tauchrekord: Plastikmüll in 10.928 Meter Tiefe gefunden – Ein Team um den amerikanischen Tiefseetaucher Victor Vescovo hat im Marianengraben einen neuen Rekord aufgestellt. Vescovo erreichte mit seinem U-Boot eine Tiefe von knapp 11.000 Metern. Die Expedition absolvierte im April und Mai insgesamt fünf Tauchgänge an verschiedenen Stellen dieses tiefsten ozeanischen Grabens. Er befindet sich östlich der Philippinen.
Die Tiefseeforscher entdeckten bei ihren Tauchgängen nicht nur unbekannte neue Arten, sondern auch wohlbekannte, sehr verbreitete: in elf Kilometern Tiefe fanden sie eine Plastiktüte und Verpackungen von Süßigkeiten. Nach Plastikfunden auch in den Polarregionen scheint nunmehr festzustehen, dass keine Stelle der Weltmeere noch unberührt ist vom Zivilisationsmüll.

10.05.2019Basler Konvention: 187 Staaten wollen Plastik­müll-Ex­por­te eindämmen – 187 Staaten haben verschärfte Regeln für den Export von Plastikabfällen vereinbart. Die Mitglieder der sogenannten Basler Konvention, ein international geschlossenes Umweltabkommen, wollen erreichen, dass zu entsorgende Kunststoffe künftig überwiegend im eigenen Land verbleiben. Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) verspricht sich von dem Übereinkommen einen „großen Fortschritt und eine wirksame Handhabe gegen den zunehmenden Meeresmüll“. Welchen Weg die Vertragsparner dabei beschreiten, können sie selbst entscheiden.
Die Vereinbarung sieht vor, dass jedes Land die Inhaltsstoffe des zu exportierenden Mülls genau deklarieren muss, zudem muss er vorsortiert, gesäubert und damit besser recycelbar sein. Für sonstige Kunststoffe ist künftig die Zustimmung der Export- bzw. der Importstaaten erforderlich. Zudem sollen exportierende Länder den importierenden bei der Weiterverarbeitung von Kunststoffen helfen. Darüber hinaus soll generell die Produktion des enorm schädlichen Materials reduziert werden.
Umweltschutz-Organisationen stehen dem Abkommen jedoch eher skeptisch gegenüber. Nur wenn die Produktion und der Verbrauch von solchen Abfällen drastisch eingeschränkt werde, lasse sich auch die Vermüllung der Meere und vieler betroffener Länder eindämmen. Allein Deutschland exportierte 2018 weit mehr als 100.000 Tonnen Plastikmüll nach Südostasien.

06.05.2019Weltbiodiversitätsrat legt Bericht zur Lage der Artenvielfalt vor – Einen aktuellen Lagebericht über den globalen Zustand und die Bedrohung vieler Tier- und Pflanzenarten auf der Erde hat der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) vorgelegt. Der bis dahin aktuellste Zustandsbericht zur Lage der Tier- und Pflanzenwelt ist bereits 14 Jahre alt. Der IPBES ist mit dem Weltklimarat IPCC vergleichbar, der federführend am Pariser Klimaschutzabkommen beteiligt war. 150 Experten aus 50 Ländern haben zigtausende Studien für diesen Bericht ausgewertet. Die Dokumentation bilanziert die Verheerungen der vergangenen Jahre, alle 132 Mitgliedsstaaten haben ihr zugestimmt.
Unzweifelhaft wird in dem Bericht festgehalten, dass die Ursachen für den massiven Artenschwund eindeutig mit dem menschlichen Verhalten zu begründen sind. Schätzungen zufolge sterben auf der Erde deshalb jährlich mindestens 20.000 Arten aus, vielleicht sogar 60.000. Besonders betroffen sind Amphibien, Vögel und Insekten – vielleicht auch, weil sie relativ gut erforscht sind. Von welch großen Verlusten andere, weniger gut erforschte Arten betroffen sind, lässt sich kaum abschätzen. Wissenschaftler sehen bereits ein sechstes großes Massensterben (das fünfte war das der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren) und ordnen den Verlust an Biodiversität als vergleichbar große Gefahr wie den Klimawandel ein.
Der 1000 Seiten starke Bericht dokumentiert die aktuellsten Daten zum weltweiten Zustand der Biosphäre, antizipiert die zukünftige Entwicklung und stellt Handlungsoptionen vor. Erstmals wird nicht nur die Biodiversität an Land, sondern auch die in den Ozeanen berücksichtigt, denn sie sei vergleichbar reichhaltig und relevant wie das Leben an Land.
Als bereits seit langem bekannte Ursachen der globalen Zerstörung werden immer wieder die intensive Landwirtschaft, der Städtebau und die Überfischung der Meere angeführt – mithin eine nicht nachhaltige Ausbeutung der natürlichen Vorkommen, gefördert durch eine Ideologie des Wirtschaftswachstums.
Eine Umkehr oder zumindest Minderung der Ausrottung allen Lebens sei nur durch ein „gesellschaftliches Umdenken auf allen Ebenen“ möglich mit dem Ziel, nur so viele Ressourcen des Planeten zu verbrauchen, wie er auf natürliche Weise selbst wieder erzeugen kann. Ein nahezu aussichtloses Unterfangen angesichts einer Weltbevölkerung von acht Milliarden und der Tatsache, dass eine solche natürliche Erholung im Jahr 2019 bereits im Mai überfordert war, der Mensch also die restlichen sieben Monate mehr verbraucht, als dass die Erde wieder generieren könnte.
„Das Paradigma vom ewigen und alternativlosen weltweiten Wirtschaftswachstum ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Natur führt in die ökologische Sackgasse und … raubt Gesellschaften und Wirtschaft jedwede Zukunfts­chance“, kommentierte Eberhard Brandes vom WWF Deutschland solch ein Verhalten (zit. n. SZ v. 07.05. 2019). Es wird ungebremst weitergehen.

02.05.2019Die Mär vom kompostierbaren Plastik: Verrottung dauert jahrelang – Meeresforscher der University of Plymouth (Großbritannien) haben festgestellt, dass sich vermeintlich biologisch abbaubare Plastiktüten auch noch nach Jahren nicht zersetzt haben. Für ihre Untersuchung vergruben die Wissenschaftler die angeblich umweltfreundlichen Behältnisse in der Erde oder warfen sie kontrolliert ins Meer. Das Ergebnis nach drei Jahren: Unabhängig von der Entsorgung waren die vergrabenen Tüten zwar unansehnlich, aber immer noch Tüten und sogar so stabil, dass einige einen Einkauf zu tragen vermochten. Zersetzt hatte sich einzig das im Wasser befindliche Exemplar, wobei die Forscher nicht sagen konnten, ob eventuelle Überbleibsel davon nicht anderswo im Meer Schaden anrichten. Zu einer umweltfreundlichen Lösung, so die Forscher, trage sog. kompostierbares Plastik jedenfalls nicht bei.
Quelle: Environmental Science and Technology

April 2019Antarktis: Kaiserpinguine verlassen Brutgebiet – Die zweitgrößte Kaiserpinguin-Kolonie der Antarktis hat ihr Brutgebiet aufgegeben. Grund ist der Rückgang der Eisflächen in der Halley Bay im Weddell-Meer, sodass seit nunmehr bereits drei Jahren die Aufzucht von Jungen durch die Alttiere misslingt. Seit etwa fünf Jahren hat sich das Meerwasser unter dem Eis immer weiter erwärmt und das Eis stark schmelzen lassen.
Wissenschaftler beobachten zugleich auch einen Rückgang des Pinguinbestands. Da eine 55 Kilometer entfernt lebende benachbarte Kolonie deutlich angewachsen ist, gehen sie davon aus, dass sich zumindest ein Teil der Halley Bay-Pinguine dieser angeschlossen hat. Die Halley Bay galt bislang als eigentlich gut geschützt vor den Auswirkungen des Klimawandels.
→www.cambridge.org/core/journals/antarctic-science

25.04.201912 Millionen Hektar Tropenwald 2018 verloren gegangen – Eine Fläche, so groß wie Niedersachsen und Bayern zusammen ist im letzten Jahr durch die Motorsäge oder durch Brandrodung zerstört worden. Das berichtet das Projekt Global Forest Watch (GFW), das sich auf Satellitenbilder der Universität Maryland bezieht. 3,64 Millionen Hektar davon betreffen besonders schützenswerten Regenwald.
Insbesondere Brasilien nimmt bei der Zerstörung eine führende Rolle ein, um die gerodeten Flächen für Weideland nutzen zu können. Unter dem Regime des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro ist abzusehen, dass sich diese Zerstörung verstärkt fortsetzen wird. Bolsonaro hat sich bereits vor seiner Wahl gegen neue Schutzgebiete im Amazonasgebiet ausgesprochen.
Indonesien hingegen verzeichnet die bislang niedrigsten Verluste seit dem Jahr 2003. Fraglich bleibt jedoch, ob dies Ausdruck einer bewussten Politik oder dem Zufall geschuldet ist.

Apr. 2019Mikroplastik: Fleece-Textilien tragen erheblich zur Gewässerbelastung bei – Nach Schätzungen der Weltnaturschutzorganisation IUCN gelangen jedes Jahr bis zu fünf Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Ein wesentlicher Teil davon entfällt auf Produkte aus Polyester-Fleece, insbesondere auf mit solchen Kunststoffen hergestellte Textilien. Mit jedem noch so schonenden Waschgang gelangen sie in die Gewässer. Zuverlässige Filter dagegen gibt es bislang nicht: entweder sie verstopfen zu schnell oder sie sind so großporig, dass sie die Kunststoffpartikel nur unzureichend zurückhalten. Hinzu kommen weitere Mikroplastik-Belastungen etwa durch Reifenabrieb und bei der Abfallentsorgung, die sich später im Klärschlamm auf den Feldern und hernach in der Nahrungskette wiederfinden.
Ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt an der Hochschule Niederrhein in Krefeld befasst sich jetzt mit der Problematik, doch vielversprechende Fortschritte gibt es bislang nicht. Derzeit beschäftigen sich die Forscher mit Faseroptimierung und neuen Textilkonstruktionen, was eher etwas hilflos klingt. Als eine Lösung könnten sie sich biologisch abbaubare Textilfasern vorstellen, doch bis dahin sei es noch ein langer Weg, denn ihre Haltbarkeit lässt zu wünschen übrig und die Strapazierfähigkeit sei auch nicht die beste.
Für eine Ausweitung der Produktion von Naturtextilien müssen zudem erst noch die Anbauflächen geschaffen werden – verbunden mit einer Eindämmung des Wachs­tums-Hype, weil sie andernfalls niemals ausreichen werden. Ein längerer und schonenderer Gebrauch von Naturtextilien könnte also ein Teil der Lösung sein. Doch dazu müsste sich voraussichtlich die Denkweise einer mode- und wachstumsorientierten Gesellschaft ändern. Einstweilen haben die Krefelder Forscher nur anzubieten, Fleece-Pro­dukte weniger oft zu waschen und die Waschmaschine immer möglichst voll zu beladen.

11.04.2019Nestlé-Chef sieht Kunststoffverpackungen positiv – Auf der Generalversammlung des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé musste sich dessen Chef Ulf Mark Schneider kritischen Fragen zum Problem des von Nestlé produzierten Plastikmülls stellen. Umweltbewusste Aktionäre wie etwa Green­peace-Chefin Jennifer Morgan fragten im Kongresszentrum von Lausanne danach, wie sich „das altmodische und zerstörerische Geschäftsmodell“ Nestlés mit in Plastik verpackten Süßigkeiten und Getränken mit dem Umweltschutz in Einklang bringen ließe und ob er daran etwas ändern wolle. Ein philippinischer Aktivist machte Nestle direkt zum Vorwurf, sein Land mit giftigen Verpackungen regelrecht zuzumüllen. Schneider gab zwar vor, dass er solche Sorgen teile, jedoch Plastikverpackungen nicht ohne Grund einsetze – um die Produkte Verbrauchern „im bestmöglichen Zustand“ anbieten zu können.
Die wiederum hätten es in der Hand, ob sie das mit ihrem Kaufverhalten goutieren wollen.

09.04.2019Botswana erlaubt Jagd auf Elefanten – Obgleich Elefanten eigentlich streng geschützt sind, will die Regierung von Botswana den Abschuss der Dickhäuter erlauben. In Botswana leben mehr Elefanten als in jedem anderen Land, nicht zuletzt auch, weil die Jagd untersagt ist. Jetzt will die Regierung das Verbot aufheben. Im Kruger Nationalpark in Südafrika (Balule Game Reserve) werden die Tiere sogar von Jägern selbst in Schutzgebieten getötet.
Sie können dagegen protestieren. Unterschriftenkampagne unter https://www.regenwald.org

07.04.2019Rekordtemperaturen in Australien lassen weltweit größtes Korallenriff sterben – Wissenschaftler der James Cook University in Queensland berichten von einem katastrophalen Zustand des Great Barrier Reefs infolge der Klimaerwärmung. Sie befürchten, dass die bereits 2016 und 2017 eingesetzte Korallenbleiche nicht mehr reversibel ist, weil aufgrund des viel zu warmem Wassers die mit ihnen in Symbiose lebenden Algen zu schwer geschädigt wurden. Larvenschwärme, die normalerweise von Korallen-Polypen produziert werden und die abgestorbenen Korallen ersetzen, haben sich nach Aussagen der Forscher um 89 Prozent zurückentwickelt. Zudem habe sich die Zusammensetzung der Arten verändert: die bislang domierenden Steinkorallen sind einer anderen Gattung gewichen, die sehr viel weniger vielfältig ist und sich nicht unbedingt vor Ort, sondern in entfernteren Gebieten ansiedelt.
„Für uns ist das alles keine Überraschung“, so der deutsche Klimaforscher Mojib Latif. Da inzwischen die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ähnlich hoch ist wie zuletzt vor rund drei Millionen Jahren und noch weiter steigt, dürften die beobachteten Phänomene bei den Korallenriffen – und nicht nur dort – weiter zunehmen.

07.04.2019Getreide wird knapp – Sowohl die UN-Welternährungsorganisation (FAO, Rom) als auch der Internationale Getreiderat (IGC, London) erwarten bereits zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt eine Verknappung bei der Getreideernte; sie wird nicht mehr den weltweiten Bedarf decken können. In 2018/19 wird die Ernte um vermutlich 30 Millionen Tonnen geringer ausfallen als verbraucht wird, schätzt die FAO. Das ist nur möglich Dank bestehender hoher Lagerbestände und gab es so ähnlich schon einmal 2012/13 infolge einer mehrjährigen Dürre in den USA. Diesmal wird die lang anhaltende Dürreperiode des letzten Jahres in weiten Teilen Europas dafür verantwortlich gemacht. Hungerkatastrophen sind dadurch allerdings nicht zu befürchten.
Nach Angaben des Bundesverbandes der Ernährungsindustrie sind die Erzeugerpreise bei Brot und Getreideerzeugnissen im Vergleich zum Vorjahr bereits um 6,3 Prozent angestiegen. Bereits 2018 gab es bei diesen Produkten größere Preiserhöhungen als bei anderen Lebensmitteln. Das Dilemma könnte noch zunehmen, denn immer mehr Menschen wollen immer mehr Fleisch essen, weshalb immer mehr Getreide zur Fütterung benötigt wird.

27.03.2019Landnutzung in tropischen Bergregionen führt zu starken Veränderungen der Biodiversität und in natürlichen ökologischen Funktionen – Wie intensiv die Veränderungen sind, hängt stark vom Klima ab. Das hat ein internationales Forscherteam aus 30 Universitäten und Forschungsinstituten herusgefunden, die sechs Jahre lang Daten auf dem Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas, sammelten. Er ist in seiner Pflanzen- und Artenvielfalt überaus abwechslungsreich.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Landnutzung zu einem starken Verlust der Artenvielfalt und einer starken Veränderung von Ökosystemfunktionen tropischer Berge führt. Diese Veränderungen fallen in verschiedenen Höhenzonen jedoch unterschiedlich stark aus. Am Fuß des Berges gehen selbst bei moderater Landnutzung bis zu 50 Prozent der Arten verloren und die Funktionalität von Ökosystemen zeigt starke Veränderungen. Die Ökosysteme mittlerer Höhenlagen und mit gemäßigtem Klima seien dagegen etwas robuster. Die Auswirkungen der Landnutzung auf die Biodiversität und Funktionalität von Ökosystemen hänge also stark vom klimatischen Kontext ab, schließt der Göttinger Forscher Dietrich Hertel aus den Forschungsergebnissen. Das sei vor allem für das Verständnis der Landnutzungs- und Klimaveränderungen auf Bergen von großer Bedeutung, habe jedoch auch in einer Welt, die vom Klimawandel betroffen ist, größte Relevanz.
Quelle: Nature (2019). DOI: https://doi.org/10.1038/s41586-019-1048-z

13.03.2019„Healthy Planet, Healthy People“: Vereinte Nationen legen düsteren Umweltbericht vor – Die Vereinten Nationen haben den sechsten „Global Environment Outlook“ vorgelegt, eine Bestandsaufnahme über die Umwelt unseres Planeten. Eine der Kernausagen darin ist, dass die Gesundheit der Menschen zunehmend in Gefahr gerät. Ohne entsprechende Umweltschutzmaßnahmen werden „Millionen von Menschen […] in Städten und Regionen in Asien, dem Nahen Osten und in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts vorzeitig sterben“, heißt es in dem wohl ausführlichsten UN-Umweltbericht seit 2012. Etwa ein Viertel aller Krankheits- und Todesfälle seien bereits jetzt auf Umweltverschmutzung zurückzuführen.
Neben vielen weiteren Aspekten, welche die Erde zu einem sterbenden Planeten machen und deshalb auch Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben, werden an vorderster Stelle der Studie genannt: Luftverschmutzung und Artenvielfalt.
So seien Emissionen und Treibhausgase weltweit ursächlich für die meisten Todesfälle (6 bis 7 Mio), für Krankheiten und Migration. Einigen Fortschritten etwa durch neue Vorschriften zur Verbesserung der Luftqualität in den Industrieländern stehen jedoch erhebliche Rückschritte in anderen Bereichen gegenüber, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in schnell wachsenden Städten.
Noch schlechter kommt der Zustand der Artenvielfalt weg, wenn auch die Folgen für die Menschheit noch nicht sicher absehbar sind. Gleichwohl stelle der Rückgang der genetischen Vielfalt eine immense Gefahr sowohl für die menschliche Ernährung als auch für die medizinische Versorgung dar.
Und noch ein Bereich lässt aufhorchen: der bedrohliche Zustand der Trinkwasserqualität, der sich in den meisten Regionen der Welt seit 1990 kontinuierlich verschlechtert habe, etwa durch zunehmende Antibiotika-Resistenzen, zumeist hervorgerufen durch Einträge aus der Landwirtschaft, Aquakultur und Abwässer. Positiv stehe dem gegenüber, dass in den letzten 15 Jahren 1,5 Milliarden Menschen überhaupt erstmals Zugang zu einer modernen Trinkwasserversorgung erhalten habe – trotz zunehmend schlechter Wasserqualität gleichwohl ein deutlicher Fortschritt, meinen die Autoren.
Noch schlechter bestellt ist es um den Zustand nicht trinkbaren Wassers, betrachtet man beispielsweise den Eintrag von jährlich acht Millionen Tonnen Kunststoff in die Weltmeere, die ebenso eine zunehmende gesundheitliche Gefahr darstellen wie die globale Erwärmung der Ozeane, ihre Versauerung und Überfischung. Der Umweltbericht weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass 3,1 Milliarden Menschen weltweit auf Fisch als Nahrungsgrundlage angewiesen sind.

Febr. 2019Insekten: in 100 Jahren wahrscheinlich verschwunden – Wissenschaftler vom Sydney Institute of Agriculture in Australien haben sich an einer Bestandsaufnahme des weltweiten Insektensterbens versucht. Denn der Artenschwund ist keineswegs auf Deutschland beschränkt, auch wenn eine Krefelder Studie erstmals große Aufmerksamkeit darauf lenkte (vgl. Regional-Meldung vom →Nov. 2018). Aufgrund der gesammelten Daten prognostizieren sie „katastrophale“ Konsequenzen, sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Die Forscher haben mehr als 70 Studien zusammengetragen, die sich insbesondere mit dem Rückgang von Kerbtieren, die wohl artenreichste Klasse von Tieren überhaupt, beschäftigen. Dadurch wurden mehr als 60 Prozent aller beschriebenen Tierarten erfasst. Deutlich wurde, dass alle Ordnungen der Insekten vom Schwund betroffen sind: ein Drittel ist vom Aussterben bedroht und nahezu die Hälfte von ihnen verzeichnet einen starken Rückgang. Die Prognose der Forscher: bei gleichbleibendem Schwund sind Insekten in 100 Jahren wahrscheinlich von der Erde verschwunden.
Besonders dramatisch sei der Schwund bei Schmetterlingen, Hautflüglern (Bienen, Wespen, Hummeln, Schweb- und Florfliegen, Ameisen etc.) und einer Käferart. Dabei sind nicht etwa nur Insekten von der Ausrottung durch den Menschen betroffen, die sich auf besondere Lebensräume spezialisiert haben und diese nun nicht mehr vorfinden, sondern auch viele von den sogenannten „Generalisten“ – Insekten, die sich unterschiedlichen Landschaften gut anpassen können. Wenn es aber sogar diese Generalisten trifft, dann ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass es mit der Natur generell bergab geht, sie zum todkranken Patienten geworden ist.
Die Forscher aus Australien sehen übrigens – wie kann es anders sein? – die wichtigste Ursache für das weltweite Sterben im Verlust des Lebensraums, hervorgerufen vor allem durch intensive Landwirtschaft und Flächenversiegelung und, als zweitwichtigsten Faktor, im massiven Einsatz von Dünger und Pestiziden, die nicht allein nur „Schädlinge“ töten. Erst dann folgen eingeschleppte Krankheiten; der Klimawandel steht erst an vierter Stelle der Ursachen.
Immer und immer wieder wird in wissenschaftlichen Untersuchungen der Umgang der Landwirtschaft mit dem ihr anvertrauten Allgemeingut Natur als die wesentliche Ursache für Umweltzerstörungen benannt und immer und immer wieder wird dies von Seiten der Verursacher wie auch von Seiten der Politik bagatellisiert.
Quelle: Francisco Sánchez-Bayo, Kris A. G. Wyckhuys: Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers. Biological Conservation (232), April 2019 (in Vorber.).

25.01.2019Straßenbauprojekt im Osten Nigerias gefährdet Regenwald – Die Indigenen Euri in Nigeria schützen seit Generationen den Lebensraum von Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten und versuchen mit aller Kraft ein Straßenbauprojekt dort zu verhindern. „Der Bau wäre das Todesurteil für unseren Wald. Wir werden unsere Mutter Erde verteidigen“, so der Umweltschützer Odigha Odigha. Nigeria hat bereits 96 Prozent seiner Wälder verloren. Nun sind auch die letzen Reste in Gefahr.

21.01.2019Rückgang von Wäldern führt zu drastischen Verlusten der Vogelartenvielfalt – Eine Studie Göttinger Wissenschaftler in einem etwa 4.000 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet, das sowohl Schutzgebiete als auch kleinbäuerliche Agrarforstsysteme und industrielle Ölpalmenplantagen aufweist, legt nahe, dass der Waldanteil nicht unter 40 Prozent sinken sollte, wenn drastische Verluste der Vogelartenvielfalt vermieden werden sollen. Die Studie belegt zugleich, dass stark spezialisierte Vogelarten bereits ab Waldanteilen unter 70 Prozent deutlich zurückgehen und durch Generalisten, also Vögeln, die in verschiedenen Lebensräumen zuhause sind, ersetzt werden.
Biological Conservation (2019). DOI: https://doi.org/10.1016/j.biocon.2018.12.001

19.01.2019Zugstrecke bedroht Mexikos Regenwälder auf der Halkbinsel Yucatan – Ein Prestigeprojekt des mexikanischen Präsidenten López Obrador bedroht die Regenwälder auf der Halkbinsel Yucatan. Eine neue Zugstrecke soll Touristen aus Cancún von der karibischen Küste zu den archäologischen Pyramidenstätten im Landesinneren bringen. Die geplante 1.525 Kilometer lange Zugtrasse soll dazu quer durch einzigartige Regenwaldgebiete in fünf mexikanischen Bundesstaaten gebaut werden. Die Länge entspricht ungefähr der Distanz zwischen Hamburg und Rom! Die Zugstrecke droht sensible Biosphärenreservate der Selva Maya zu durchschneiden, Heimat von Jaguar, Tapir und Brüllaffe.

09.01.2019Tansania baut Staudamm im Welterbe Selous – Tansanias Präsident John Magufuli will 1.500 Quadratkilometer Wald und Savanne zur Abholzung freigeben. 2,6 Millionen Bäume sollen im UNESCO-Welterbe Selous für ein Staudammprojekt Platz machen. Die ökologischen Schäden wären nicht reparabel. Umweltschützer fürchten die endgültige Zerstörung des Schutzgebietes, das bereits geschädigt ist. Die Elefantenpopulation ist eingebrochen. Die UNESCO hat Selous deshalb im Jahr 2014 auf die Liste der „bedrohten Welterbe“ gesetzt.

2018 und früher