Globale Ereignisse

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<leer>19.12.2022<leer>Weltnaturschutzabkommen: 196 Staaten wollen 30 Pro­zent der Land- und Was­ser­flächen unter Schutz stel­len – Mit einer ein­zig­arti­gen, dem Pari­ser Klima­schutz­abkom­men ver­gleichb­aren Ver­ein­ba­rung ist ein Groß­teil der inter­natio­nalen Staa­ten­gemeins­chaft nach bei­nahe vier Jahre dau­ern­den Ver­hand­lun­gen in Mont­real übe­rein­gekom­men, große Teile der Land- und Was­ser­flä­chen des Plane­ten unter Schutz zu stel­len. Mit den be­schlos­se­nen Maß­nahm­en wol­len die Ver­trags­part­ner bis zum Jahr 2030 den rapide zu­neh­men­den Arten­schwund ein­däm­men, wenn nicht gar zum Still­stand brin­gen. Durch mensch­liche Ein­wir­kung­en ökolo­gisch aus dem Gleich­gewicht gera­tene Ge­biete sol­len des­halb wie­der rena­tu­riert wer­den – bei­spiels­weise auch durch eine Hal­bie­rung des Pes­tizid­ein­sat­zes in der Land­wirt­schaft. Sub­ven­tio­nen zum Scha­den von Bio­diver­sität sol­len deut­lich ge­kürzt, Schutz­maßnah­men hin­gegen finan­ziell geför­dert werden.
Allerdings sind etli­che Ab­sichts­erklä­run­gen wenig kon­kret, so­dass es auf die Ernst­haftig­keit jedes be­tei­lig­ten Staa­tes an­kommt. So ent­fiel die For­mulie­rung, ge­schütz­te Ge­bie­te un­ter „strik­ten“ Schutz zu stel­len, was jeg­liche Nut­zung unter­sagt hät­te, bei­spiels­weise in über­fisch­ten Meeres­gebie­ten. Abge­schwächt wurde auch eine Formu­lie­rung, welche vor­sah, die Umwelt­ver­schmut­zung mit inzwi­schen in allen Welt­regio­nen auf­find­barem Plas­tik kom­plett einzu­stel­len. Nun soll die­ses Ziel ledig­lich „ange­strebt“ wer­den. Ein Welt­natur­schutz­abkom­men klingt zu­nächst ein­mal recht viel­ver­spre­chend, nun kommt es da­rauf an, was man da­raus macht. 2030 weiß man mehr.

<leer>14.11.2022<leer>Erdball jetzt mit mehr als 8.000.000.000 Men­schen bevöl­kert – Nach stati­sti­schen Berech­nun­gen wurde in die­sen Tagen erst­mals die Acht-Mil­liar­den-Schwel­le beim Bevöl­ke­rungs­wachs­tum über­schrit­ten – und der An­stieg geht unver­min­dert wei­ter. Wäh­rend in der übri­gen Natur selbst­regu­lie­rende Kräfte dafür sor­gen, dass Popu­lationen eini­ger­ma­ßen im Gleich­gewicht blei­ben – sofern der homo sa­piens nicht perma­nent da­zwi­schen­pfuscht – ist dies beim Zwei­beiner völ­lig außer Kon­trol­le gera­ten. War­nende Hin­weise oder gar die For­derung nach re­strik­tiven Maß­nah­men, um den unge­heu­ren An­stieg und damit ein Nach­hal­tig­keit kon­ter­karie­ren­des Ver­hal­ten zu­guns­ten von Le­bens­qua­li­tät ein­zudäm­men, sto­ßen trotz des Erns­tes der Lage eher auf Un­ver­ständ­nis. Nie­mand mag sich gern dem Vor­wurf der „Inhu­mani­tät“ aus­setzen. Doch wäre es wirk­lich inhu­man?
Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn die Ursa­chen für all die klei­nen und gro­ßen Kata­stro­phen, wel­che auf die­sen Sei­ten nach­zule­sen sind und von de­nen sich die Na­tur kaum mehr erho­len kann, sind men­schen­gemacht. Viele Men­schen ver­ursa­chen viele Schä­den, noch mehr Men­schen ver­ursa­chen noch mehr Schä­den. Sie letzt­lich sind für das unge­brems­te Wachs­tum ver­ant­wort­lich. Und so ist es auch der Mensch, wel­cher die immer grö­ßer wer­den­den Schä­den auf dem Erd­ball verur­sacht. Und der Scha­den am eige­nen Kör­per nimmt, aber unfä­hig ist, inne­zuhal­ten.

<leer>11.11.2022<leer>Weltweite CO2-Emissionen steigen unge­bremst wei­ter – Die Zu­nah­me umwelt­schäd­licher Treib­haus­gase hält auch 2022 unver­min­dert an. Der Ver­brauch fossi­ler Roh­stoffe wie Gas, Öl und Kohle lässt den An­stieg die­ser zum Klima­wandel maß­geb­lich bei­tra­genden Schad­stoffe gegen­über dem Jahr 2021 um rund ein Pro­zent an­stei­gen – auf vor­aus­sicht­lich 36,6 Mil­lio­nen Ton­nen. Er liegt damit trotz staat­licher Be­mühun­gen den­noch über dem Ni­veau der Vor-Coro­na-Zeit. Dies ist das nieder­schmet­ternde Er­geb­nis von meh­re­ren Dut­zend Wis­sen­schaft­lern, die gemein­sam im soge­nann­ten Global Carbon Project Ursa­chen zur Erd­erwär­mung erfor­schen. Ins­beson­dere der wieder ange­stie­gene Flug­ver­kehr nach der Pande­mie sei dafür mit­verant­wort­lich, wes­halb die Ver­bren­nung von Erdöl auch einen beson­ders hohen Anteil an den Ge­samt­emis­sionen ein­nimmt.
Seitdem sich viele Staaten 2015 auf der Pari­ser Klima­konfe­renz auf ein 1,5 Grad-Ziel bei der globa­len Erwär­mung geei­nigt hatten, ist der Aus­stoß klima­schädli­cher Gase um fünf Pro­zent gestie­gen. Um die­ses 1,5 Grad-Ziel noch zu errei­chen, müssten nach Berech­nun­gen der Wis­sen­schaft­ler er­heb­liche Reduk­tio­nen er­reicht wer­den. Auf­grund der bis­heri­gen Ent­wick­lun­gen scheint dies jedoch trotz klei­ner Fort­schrit­te eher illu­so­risch zu sein.

<leer>04.11.2022<leer>Afrika: Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten – Am „Horn“ von Afrika bahnt sich er­neut eine Hun­ger­kata­stro­phe an, nach­dem vier Regen­zeiten in Folge aus­geblie­ben sind. Die von krie­geri­schen Aus­ein­ander­setzun­gen ge­plag­te Re­gion zählt auch ohne diese Kon­flik­te zu den ärms­ten Landes­tei­len des Kon­ti­nents. Teil­weise herr­schen dort Tempe­ratu­ren von über 40 Grad Cel­sius – im Schat­ten. Das weni­ge Vieh der armen bäuer­lichen Be­völ­ke­rung ver­durs­tet oder ver­hun­gert aufgrund der dort be­reits seit Jahr­zehn­ten herr­schen­den Dürre. Sie nimmt den Vieh­hir­ten ihre karge Lebens­grund­lage. Be­reits 2011 hatten auf­grund einer Hun­gers­not über eine Vier­tel­mil­lion Men­schen ihr Leben las­sen müs­sen. Die UN schät­zen, dass seit Beginn der außer­gewöhn­lich lang an­hal­ten­den Tro­cken­heit mehr als drei Mil­lio­nen Tiere ver­endet sind. Etwa 40 Mil­lio­nen in der Re­gion lebende Men­schen lei­den an Unter­ernäh­rung; allein in Soma­lia hun­gern etwa 40 Pro­zent der Bevöl­ke­rung.

<leer>31.10.2022<leer>Australien: Südosten erneut großflächig unter Wasser – Nachdem bereits im Früh­jahr hef­tige Regen­fälle zu kata­stropha­len Über­schwem­mun­gen ge­führt haben (vgl. Mel­dung vom 27.02.), sind große Teile der­sel­ben Terri­torien er­neut von Hoch­was­sern be­trof­fen, die bis zu den Haus­dächern rei­chen. In fünf von acht Bundes­staa­ten gel­ten Flut­warnun­gen. Viel­fach wurde Kata­stro­phen­alarm aus­gelöst, wur­den Tau­sende Be­woh­ner zum Ver­las­sen ihrer Häu­ser auf­gefor­dert – nun­mehr mit­un­ter ein zwei­tes Mal. Ver­ant­wort­lich für die Situa­tion sind über­aus hef­tige Regen­fälle be­reits seit An­fang des Jah­res, und in die­sem Zusam­men­hang das Wet­ter­phäno­men La Niña, eine Höhen­luft­strö­mung, die das ver­duns­tende warme Meer­wasser vor Süd­ameri­ka bis nach Aus­tra­lien trägt, wo es abreg­net.

<leer>26.10.2022<leer>WMO: Rekordwerte bei den schäd­lich­sten drei Treib­haus­gasen – Der Ausstoß der drei schäd­lichs­ten Treib­haus­gase hat im Jahr 2021 neue Höchst­men­gen er­reicht. Dies geht aus einem Be­richt der Welt­organi­sation für Meteo­rolo­gie (WMO) in Genf her­vor, den sie jähr­lich vor­legt. Allein das beson­ders schäd­liche Kohlen­dio­xid (CO2) stieg gegen­über vor­indus­triel­len Wer­ten um knapp 150 Pro­zent, gefolgt von dem deut­lich klima­schäd­liche­ren Methan und von Lach­gas. Nie zuvor wurde in den letz­ten 40 Jahren ein grö­ße­rer Aus­stoß an Methan­emis­sio­nen regis­triert, sie sind für etwa 16 Pro­zent der Erwär­mung ver­ant­wort­lich (CO2 ca. 66 Pro­zent, Lach­gas knapp sie­ben Pro­zent). Um die in Paris bis 2030 ver­ein­bar­ten Klima­ziele zu erei­chen, wäre eine – inzwi­schen mehr als un­wahr­schein­liche – Reduk­tion sol­cher Emis­sio­nen um etwa 45 Pro­zent erfor­der­lich.

<leer>29.09.2022<leer>Vogelsterben besorg­nis­erre­gend – 40.000 täg­lich allein in Europa – Nach den Bienen nun die Vögel: weltweit sind viele Arten vom Aus­ster­ben bedroht. Das teilen die Welt­natur­schutz­union IUCN sowie der Dach­ver­band für den Vogel­schutz, Bird­life Inter­natio­nal, über­ein­stim­mend mit. Rund 11.000 gefie­derte Arten gibt es noch auf der Erde, acht Pro­zent von ihnen könn­ten schon bald nicht mehr exis­tie­ren. Be­trof­fen sind alle Erd­teile. Dieses Arten­ster­ben – nicht nur von Vö­geln – be­droht zuneh­mend auch das be­reits ins Wan­ken gera­tene öko­logi­sche Gleich­gewicht. In Europa sind vor allem Arten be­trof­fen, die ins­beson­dere durch die Inten­sivie­rung von Forst- und Land­wirt­schaft aus ihren Lebens­räu­men ver­trie­ben wer­den, Feld­ler­chen etwa oder Kie­bitze. Pro Tag ver­en­den al­lein hier etwa 40.000 Vögel, schät­zen die Schutz­orga­nisa­tio­nen.

<leer>07.09.2022<leer>WMO: Waldbrände ver­schlech­tern die Luft­quali­tät – Die Welt­organi­sation für Meteo­rolo­gie (WMO) geht auf­grund von im­mer häu­figer auf­tre­ten­den Wald­bränden in­fol­ge star­ker Erd­erwär­mung von einer deutli­chen Quali­täts­minde­rung der Atem­luft aus. So wur­den allein von Juni bis Au­gust die­ses Jahres in West­euro­pa über 500.000 Hektar Wald ver­nich­tet (seit An­fang des Jah­res etwa 750.000 Hek­tar), wie aus Auf­nah­men von Wet­ter­satel­liten hervor­geht. Dem­gegen­über ver­brann­te in den letz­ten 15 Jah­ren durch­schnitt­lich nur etwas mehr als die Hälfte dieser Fläche. Resul­tat die­ser Brände sind zu­sätz­liche 6,4 Mil­lio­nen To­nnen Kohlen­stoff in der Luft; auch die­ser Wert wurde in den letz­ten 15 Jah­ren nicht mehr er­reicht. Damit nicht genug: Die WMO warnt auf­grund der inten­siven Sonnen­ein­strah­lung zu­dem vor anstei­gender Ozon-Be­las­tung, die zu zahl­rei­chen gesund­heit­lichen Be­schwer­den beim Men­schen führt.

<leer>30.08.2022<leer>Grönland: Eisschmelze lässt Meeres­spie­gel dras­tisch an­stei­gen – Die Nord­polar­region mit ihren rie­sigen Eis­massen ist jene Region auf der Erde, in der die Tem­pera­turen inner­halb kurzer Zeit­räume am stärks­ten an­stei­gen. Jetzt haben Kopen­hage­ner Wis­sen­schaft­ler auf­grund von vor­lie­gen­den Da­ten aus dem Zeit­raum der Jahre 2000 bis 2019 er­rech­net, dass selbst bei einem sofor­tigen Stopp von schäd­lichen Klima-Gasen der Mee­res­spie­gel durch das Ab­schmel­zen allein des Grön­land­eises in­fol­ge der an­hal­ten­den Er­wär­mung um min­des­tens 27cm an­stei­gen dürfte. Und das ist nur die opti­mis­tisch­ste An­nah­me. Rea­listi­scher sei, so die For­scher, dass sich die­ser Wert „mehr als ver­dop­peln“ könnte – und zwar noch in diesem Jahr­hun­dert. Würde man die im Jahr 2012 gewon­ne­nen Daten mit der bis­lang höchs­ten ge­mes­se­nen Schmelz­rate bei an­dauern­den glei­chen Bedin­gun­gen zu­grunde le­gen, wäre sogar ein An­stieg von etwa 78cm zu er­war­ten.
Quelle: Nature Climate Change

<leer>25.08.2022<leer>Naturkatastrophen nehmen weltweit zu – Meteo­rolo­gen sprechen mitt­ler­weile von der größ­ten Dürre seit 500 Jahren in großen Tei­len Euro­pas. Flüsse werden zu Rinn­salen, klei­nere ver­sie­gen völ­lig, Seen haben kaum noch Wasser. In Frank­reich müssen etli­che Ort­schaf­ten per Tank­wagen mit Trink­was­ser ver­sorgt und hoch­gefähr­liche Atom­meiler vom Netz genomm­en werden, weil deren Küh­lung nicht mehr gewähr­leis­tet ist. Die deut­sche Admi­nistra­tion begnügt sich der­zeit noch mit Spar­appel­len an die Bevöl­kerung. Insbe­son­dere im Süden Euro­pas wird das Wasser knapp und muss mit­un­ter bereits ratio­niert werden, dürfen land­wirt­schaft­liche Flä­chen kaum oder gar nicht mehr bewäs­sert werden mit der Folge, dass dort die Ernte ge­fähr­det ist. Ver­sor­gungs­eng­pässe treten jetzt schon auf, weil Spanien als einer der größten Gemüse­produ­zen­ten Euro­pas teil­weise aus­fällt, was für die Ver­brau­cher mit massi­ven Preis­stei­gerun­gen einher geht. Wissen­schaft­ler pro­gnosti­zie­ren für die Region um die Haupt­stadt Madrid herum in weni­gen Jah­ren klima­tische Bedin­gun­gen, ähn­lich wie sie in Wüsten­gebie­ten herr­schen.
Beim weltweit größ­ten Treib­haus­gas-Produ­zenten China sind in­folge von Tempe­ratu­ren, die bis zu 45 Grad Celsius er­rei­chen, 14 von 22 Pro­vin­zen von gro­ßer Dürre be­trof­fen. Der Strom Jang­tse führt so wenig Was­ser, dass dort einst über­flu­tete histo­rische Skulp­turen wieder sicht­bar wer­den, sank der Wasser­pegel auf den bis­lang nie­drigs­ten Stand seit etwa 150 Jah­ren. Wie auch in ande­ren von gro­ßer Tro­cken­heit heim­gesuch­ten Län­dern musste in eini­gen Regio­nen die Strom­ver­sor­gung redu­ziert wer­den, was zu ver­kürz­ten Öff­nungs­zei­ten vieler Ge­schäf­te führte. Diese Ein­schrän­kun­gen wirken sich auch auf die produ­zieren­de Indus­trie aus, was sich wie­der­um nega­taive Fol­gen für den Ex­port hat.
Demgegenüber stehen hef­tige und wochen­lange Mon­sun­regen bis­lang kaum be­kann­ten Aus­maßes in Asien, die etwa in Pakis­tan bereits mehr als 1300 Tote gefor­dert haben und auch Ende Sep­tem­ber noch anhal­ten. Über 300 Tote sind zudem durch das Auf­tre­ten von Infek­tions­krank­hei­ten hin­zuge­kom­men, in der beson­ders vom Hoch­was­ser betrof­fenen Re­gion Sindh muss­ten des­halb mehr als 2,7 Mil­lio­nen Men­schen medi­zi­nisch ver­sorgt werden. Etwa ein Drit­tel der gesam­ten Landes­fläche ist über­flutet. Gut 33 Mil­lio­nen Ein­woh­ner sind davon be­trof­fen, mehr als 1,6 Mil­lio­nen Häu­ser wurden zer­stört und eine Drei­vier­tel­mil­lion Nutz­vieh ist verendet, Brücken wurden fortge­spült. Viele haben ihr ge­samtes Hab und Gut ver­lo­ren, Land­wirt­schaft ist oftmals nicht mehr mög­lich. Gut drei Mil­lio­nen Men­schen be­fin­den sich auf der Flucht vor dem Was­ser. Die Regie­rung des ver­arm­ten Landes steht der Kata­stro­phe jedoch mehr oder weni­ger hilf­los gegen­über. Die 14 Mil­lio­nen Ein­woh­ner zäh­lende Haupt­stadt Karat­schi muss bis­lang einen Zu­strom von mehr als 50.000 Ob­dach­losen ver­kraf­ten, der wei­ter­hin an­hält, jeden Tag kom­men der­zeit 4000 hinzu. In den Mona­ten Juli und Au­gust war die Regen­menge nahe­zu dop­pelt so groß wie im lang­jähri­gen Mit­tel, in einer Pro­vinz fiel sogar die fünf­fache Regen­menge.

<leer>22.08.2022<leer>Polen: Tonnenweise tote Fische in der Oder – Das seit dem 26. Juli erst­mals beob­ach­te­te und immer noch an­dauern­de massen­haf­te Fisch­ster­ben im deutsch-polni­schen Grenz­fluss hat sich zu einer Kata­stro­phe ausge­weitet. Auf gut 500km ist der fünft­gößte Strom Deutsch­lands prak­tisch bio­lo­gisch tot, das ist mehr als die Hälfte seiner ge­sam­ten Länge. Feuer­wehr­leute, Mili­tär und frei­wil­lige Hel­fer bar­gen bis­lang auf bei­den Ufer­sei­ten gut 200 Ton­nen Fisch­kada­ver, darun­ter Zan­der und Hechte, und trans­portier­ten sie per Lkw ab.
Die fieber­hafte Suche nach den Ursa­chen war auf­wän­dig und führte erst Ende Sep­temb­er zu einem Er­geb­nis. Ein Ex­perten­be­richt geht von einer men­schen­gemach­ten Umwelt­kata­stro­phe aus. Als wahr­schein­lichste Ursache für das Fisch­ster­ben in der Oder wird ein sprung­haft gestie­gener Salz­gehalt ange­nom­men, der gemein­sam mit wei­te­ren Fak­to­ren für eine mas­sive Ver­meh­rung einer für Fische gif­tigen Brack­wasser­alge geführt hat, geht aus dem Bericht her­vor, der am 30. Sep­tem­ber ver­öffent­licht wurde. Die Brack­wasser­alge Prym­nesium par­vum er­zeugt eine gif­tige Sub­stanz, die für Fische und andere Was­ser­orga­nis­men töd­lich ist.
Diese für die Was­ser­fauna unter nor­malen kli­mati­schen Be­din­gun­gen etwas weni­ger kriti­sche Situa­tion könnte in­fol­ge monate­lan­ger Hitze­peri­oden mög­licher­weise künf­tig häu­figer zu er­war­ten sein. Denn bei Tem­pera­turen von weit über 30 Grad Cel­sius (vgl. voran­gehen­de Mel­dun­gen), welche viele Fluss­läufe zu schma­len Rinn­salen wer­den lie­ßen, stieg auf­grund ihrer ge­rin­gen Wasser­menge der Salz­gehalt der Oder stark an. Das wie­derum be­güns­tig­te die Ver­brei­tung von Prymne­sium per­vum, die sich – bei Wasser­tempe­ratu­ren bis zu 27 Grad – ra­sant aus­brei­ten konnte. Das von ihr produ­zierte Gift wurde den Fischen und sehr wahr­schein­lich auch vie­len ande­ren Klein­lebe­wesen zum tödli­chen Ver­häng­nis.
Solche Kata­strophen dürften sich des­halb wieder­holen, auch weil durch den Aus­bau von Flüs­sen zu gro­ßen Schiff­fahrts­stra­ßen, welche immer wei­ter aus­gebag­gert und aufge­staut dann zu eher ste­hen­den Gewäs­sern wer­den, ein ideales Habi­tat für die Alge ent­steht, töd­lich für Fische und andere Klein­lebe­wesen. Einen sol­chen Aus­bau plant Polen auch für die Oder. Man­gels „ver­füg­barer Inform­atio­nen“ – wohl von polni­scher Seite – muss­ten die Exper­ten übri­gens offen­lassen, was die Ursache für den un­atür­lich hohen Salz­gehalt war. Unklar bleibt auch, wie die Brack­was­ser­alge, die norm­aler­weise in Küsten­gewäs­sern vor­kommt, ins Binnen­land gera­ten ist.

<leer>09.08.2022<leer>Europa: Wochenlange Trockenheit gefährdet Versorgung – Die seit vielen Wochen an­hal­tende Hitze­peri­ode wirkt sich mitt­ler­weile infolge nun ein­tre­ten­der Dürre in vie­len Regio­nen Euro­pas auf die Infra­struk­tur aus. Neben groß­flächi­gen Wald­brän­den ins­beson­dere im Süden, welche viel­fach Eva­kuie­run­gen und den Ver­lust von Hab und Gut nach sich ziehen und der Arten­viel­falt erheb­lichen Scha­den zufü­gen, ist inzwi­schen auch vie­ler­orts die Ernte gefäh­rdet. In Frank­reich sind Fluss­pegel teil­weise um sechs Meter gesun­ken, in Deutsch­land können Indu­strie­betrie­be nur noch mit hal­ber Fracht belie­fert wer­den, weil die Fahr­rinne im Rhein höhere Bela­dun­gen nicht mehr zulässt. Halbe Fracht bedeu­tet für die Schif­fer hal­ben Umsatz bei glei­chen Fix­kos­ten. Frank­reich spricht von der schlimm­sten Tro­cken­heit, die das Land jemals ver­zeich­net hat; allein im Juli kamen nur 15 Prozent der sonst übli­chen Menge Nieder­schlag vom Him­mel. In eini­gen Lan­des­tei­len müs­sen die Bewoh­ner durch Tank­wagen mit Trink­was­ser ver­sorgt werden. Als gro­ßer Atom­strom-Produ­zent sieht sich das Land ge­zwun­gen, seine der­zeit ohne­hin nur etwa zur Hälfte ein­satz­berei­ten Atomk­meiler teil­weise vom Netz zu nehmen, weil sich sonst das zur Küh­lung ent­nom­mene Fluss­was­ser zu stark erwär­men würde. Der Strom-Expor­teur Frank­reich ist des­halb zum Impor­teur gewor­den.

<leer>03.08.2022<leer>Pakistan: Monsun­regen tötet bislang 190 Kinder – Pakis­tan leidet seit Wochen unter einem außer­gewöhn­lich starken Monsun­regen, dessen Wasser­massen seit Juni mehr als 500 Men­schen in den Tod gerissen haben, darun­ter 191 Kin­der. Etwa 40.000 Woh­nun­gen sind auf­grund von Über­schwem­mun­gen zer­stört worden. Die Behör­den spre­chen von einer „exi­sten­ziel­len Krise“ und be­fürch­ten den Aus­bruch von Seu­chen. Siehe auch Meldung vom →25.08.2022.

<leer>28.07.2022<leer>Mittelmeer erwärmt sich dramatisch – Um etwa drei bis vier Grad Celsius sind im Monat Juli die Tem­pera­tu­ren im west­li­chen Mit­tel­meer gegen­über dem lang­jähri­gen Mit­tel ge­stie­gen und lie­gen an vie­len Stel­len knapp unter 30 Grad. Wenn über­haupt, wer­den solche Werte zu­meist erst im Au­gust regis­triert. Es ist be­reits die drit­te mari­time Hitze­welle in die­sem Jahr, die zu­dem alle drei außer­gewöhn­lich lange an­hiel­ten. Das hat auch Aus­wir­kun­gen auf die dort heimi­sche Fauna und Flora, zu­min­dest auf jene, die an eine sol­che Er­wär­mung nicht ange­passt ist. Mögen sich einige Meeres­bewoh­ner Ausw­eich­quar­tiere suchen, so ist dies für die Pflan­zen­welt kaum mög­lich. Sollte sie ab­ster­ben, so fiele ein wich­tiger Koh­len­stoff-Bin­der aus.

<leer>14.07.2022<leer>Hitzewelle erfasst große Teile Euro­pas – Aus­ge­hend von der Iberi­schen Halb­insel ver­wan­delt der­zeit eine extreme, für Klima­tolo­gen hin­gegen nicht über­ra­schend auf­kom­mende Hitze­perio­de weite Teile Euro­pas in einen Glut­ofen. Solche Klima­phäno­mene prog­nos­tizier­ten sie be­reits vor mehr als 30 Jah­ren – und warn­ten eben­so ein­dring­lich davor. Die ex­trem heiße Luft brei­tet sich nicht nur auf wei­tere Mittel­meer­län­der aus, son­dern er­fasst glei­cher­maßen den Nor­den. In­fol­ge von Tempe­ratu­ren von bis zu 45 Grad Cel­sius kommt es in vie­len euro­päi­schen Län­dern zum Kata­stro­phen­fall mit ent­spre­chen­den Alar­men. Noch nie ist in Eu­ro­pa bis zur Mit­te des Jah­res so viel Wald ver­brannt wie in dies­em Jahr – jeden­falls nicht im Zeit­raum von 2006 bis 2021.
In Portugal gehen seit Wo­chen schon Brand­bekämp­fer zwi­schen Lissa­bon und Porto gegen kaum einzu­däm­mende groß­flächi­ge Wald­brände mit allen ver­füg­ba­ren Mitcteln vor, ban­gen die Be­woh­ner um ihr Eigen­tum. Über 1000 Tote hat das Land bis­lang in­fol­ge der Flam­men­meere zu be­kla­gen, dar­un­ter auch ein Pilot, der beim Ein­satz mit sei­nem Lösch­flug­zeug abge­stürzt und ums Leben gekom­men ist.
Ähn­lich die Situa­tion in Spa­nien, wo bis auf eine der auto­nomen Regio­nen in allen ande­ren Hitze­alarm aus­gelöst wurde. Das Land erlebt eine der längs­ten Hitze­perio­den seit dem Jahr 1975; der Bo­den ist stel­len­weise der­art er­hitzt, dass die Hel­fer auf ihm Spie­gel­eier bra­ten kön­nen. In der Nähe der Costa del Sol wur­den auf­grund von Wald­brän­den mehr als 3000 Men­schen vor den Flam­men in Si­cher­heit ge­bracht. Für die Men­schen be­steht akute Gefahr: bei vulne­rablen Grup­pen ist das Sterbe­risiko be­reits um mehr als 60 Pro­zent ange­stie­gen. In Se­vil­la sind Tau­sende Vögel in­fol­ge Hitze­schlags buch­stäb­lich vom Him­mel gefal­len, ster­ben an­dere not­lei­dende Wild­tiere ei­nen un­bemerk­ten Tod. Hinzu kommt zu­neh­men­der Was­ser­man­gel (siehe auch vor­an­gehen­de Mel­dung vom 26.06. zu Ita­lien), was zur Folge hat, dass aus man­chen Lei­tun­gen nur noch eine bräun­liche, unge­nieß­bare Flüs­sig­keit tropft. Vieh ver­durs­tet in den Stäl­len, weil de­ren Be­sit­zer nicht mehr ihre An­we­sen er­rei­chen kön­nen.
Bis zum 25. Juli konn­ten bis auf zwei Brände und ein wei­te­rer auf Tene­riffa unter Kon­trol­le ge­bracht wer­den. Auf der Insel wur­den mehr als 2100 Hektar zer­stört. Bereits jetzt gilt das Jahr 2022 als das bis­lang ver­hee­rends­te seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen, wur­den bis Ende Juli etwa 200.000 Hektar bewal­dete Fläche zer­stört.
Die extreme Hitze hat am 17. Juli Frank­reich er­reicht und brei­tet sich wei­ter nach Nor­den aus. Süd­lich von Bor­deaux sind be­reits 11.000 Hek­tar Wald ver­brannt, muss­ten sich etwa 14.000 Men­schen vor den Flammen in Si­cher­heit brin­gen.
Auch in Italien wüten große Wald­brände. Bei Bibione muss­ten sich Tou­ris­ten vor den Flam­men ins Meer ret­ten. Feuer sind zudem in der Ge­gend um den Gar­da­see, in der Tos­kana und in Süd­tirol aus­gebro­chen. In den Regio­nen ent­lang des kaum noch Was­ser füh­ren­den Flus­ses Po wurde von der Re­gie­rung der Not­stand ver­hängt, wei­tere Re­gio­nen könn­ten fol­gen.
In Griechenland muss­ten im Nor­den Athens Hun­derte Men­schen vor dort sich aus­brei­ten­den Brän­den eva­kuiert wer­den, zahl­reiche Häuser wurden zer­stört. Inner­halb nur eines Tages ent­stan­den 39 wei­tere Feuer, die – durch starke Winde ange­facht – von mehr als 100 Lösch­fahr­zeu­gen be­kämpft wer­den, um ein Über­grei­fen der Flam­men auf Ort­schaf­ten zu ver­hin­dern. Noch am 25. Juli wüte­ten die Flam­men nahezu unge­hin­dert wei­ter, musste ein Dorf evaku­iert werden und waren Mili­tär­ein­hei­ten sowie sämt­liche ver­füg­baren Lösch­flug­zeuge und -hub­schrau­ber im Ein­satz. Auf Les­bos, einem be­lieb­ten touri­sti­schen Fe­rien­ziel, wur­den Häuser und Autos in den Flam­men ver­nich­tet; auch dort musste eine Ort­schaft eva­kuiert werden, weil starke Winde die Feuer immer wieder an­fach­ten. Inner­halb von nur 24 Stun­den wur­den mehr als 140 Brände regis­triert.
Großbritannien hat die Hitze­welle am 19. Juli er­reicht. Auf der Insel wur­den – erst­mals seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen – mehr als 40 Grad Cel­sius gemes­sen. Wie auch in ande­ren Län­dern muss­te der Schie­nen­ver­kehr redu­ziert wer­den bzw. lang­samer fah­ren, weil die Gefahr be­steht, dass Glei­se unter der Hitze sich ver­bie­gen könn­ten. Schon zwei Tage zuvor wurde vor­sorg­lich die „Alarm­stufe Rot“ für Teile von Zen­tral-, Nord-, Ost- und Südost­eng­lands ausge­ru­fen, weil es „sehr wahr­schein­lich“ sei, „dass Risi­ken für Leib und Le­ben“ be­stünd­en.
Deutschland siehe →Regionale Ereignisse

<leer>03.07.2022<leer>Massiver Gletscher­sturz in den Dolo­miten – In den ita­lieni­schen Dolo­miten hat sich an deren höchs­ter Erhe­bung, der Marmo­lada (3343m), am Ende des dor­ti­gen Glet­schers ein gro­ßer Eisab­bruch er­eig­net und sieben Todes­opfer, darun­ter ein Berg­führer, gefor­dert. Die Eis- und Ge­steins­massen stürz­ten meh­rere hun­dert Meter tief. Das Un­glück am Berg zählt zu den schlimms­ten der ver­gange­nen Jahr­zehnte in Ita­lien. Die Abriss­kante hat eine Breite von 200 Metern und 60 Metern Höhe. Am 1. Juli wurde auf dem Gip­fel der Marmo­lada mit zehn Grad Cel­sius die bis­lang höchste Tempe­ratur ge­mes­sen.
Update 16.07.2022: Anhaltend hohe Tempe­ratu­ren haben dazu ge­führt, dass sich am Glet­scher erneut eine große Spalte im Eis ge­bil­det hat. Sie sei etwa 200 Meter lang und meh­rere Meter breit, be­rich­ten am Berg le­ben­de Men­schen. Ein Ab­bruch ist nicht aus­zu­schlie­ßen, zumal die Tempe­ratu­ren weiter an­stei­gen.

<leer>26.06.2022<leer>Italien: Wassernotstand aufgrund lan­ger Dürre – Lang an­hal­tende Hitze­perio­den auf­grund der Klima-Erwär­mung for­dern immer mehr ihren Tri­but, der­zeit im Nor­den Ita­liens. Dort hat es seit meh­re­ren Mona­ten nicht mehr gereg­net, so­dass die Ernte in Gefahr gerät. Der Po – größ­ter Was­ser­lauf im Nor­den – ist nur noch ein Rinn­sal und führt so wenig Was­ser wie schon seit 70 Jah­ren nicht mehr. Sein Was­ser­spie­gel ist so nie­drig, dass im Po-Delta nun­mehr Salz­was­ser aus der Adria ins Lan­des­in­nere ge­langt. Nur dem Garda­see, größ­ter Was­ser­spei­cher des Landes, geht es noch eini­ger­ma­ßen gut, so­dass erwo­gen wird, mit sei­nem Was­ser den Pegel des Po anzu­heben. Das je­doch stößt auf den Wider­stand der See-Anrai­ner.
Einige Kom­munen haben be­reits das Was­ser ratio­niert. Bis Ende Sep­tem­ber wurde dar­über hin­aus in der Lom­bar­dei ein Was­ser­not­stand mit ent­spre­chen­den Re­strik­tio­nen beim Was­ser­ver­brauch aus­geru­fen. Ver­schärft wird die Lage zu­dem durch ein schon tradi­tio­nell maro­des Lei­tungs­netz, wel­ches mit­unter bis zu 40 Pro­zent vom ein­gespeis­ten Nass gar nicht erst bei den Ver­brau­chern an­kom­men lässt.

<leer>12.06.2022<leer>Korallensterben: jetzt auch in der Karibik – Ein bereits 2014 zunächst bei Florida beob­ach­tetes Ko­rallen­ster­ben breitet sich nun­mehr über große Teile der Karibik aus. Waren zu­nächst die Baha­mas und die Klei­nen Antil­len be­trof­fen, hat die „Stony Coral Tissue Loss Disease“ ge­nann­te Krank­heit, bei der das Weich­gewebe vieler Ko­rallen­arten aus bis­lang unbe­kann­ten Grün­den ab­stirbt, nun­mehr die ge­sam­te Meeres­region rund um die mexi­kani­sche Yuca­tán-Halb­insel er­fasst. Mexi­kani­sche For­scher berich­ten von Ver­lus­ten zwi­schen zehn und mehr als 90 Pro­zent. Sie spre­chen von der „wahr­schein­lich töd­lichs­ten Stö­rung“, die jemals in der Region vor­gekom­men ist. Die Ur­sache die­ses Mas­sen­ster­bens ist bis­lang nicht be­kannt; an der Wasser­tempe­ratur scheint es wohl eher nicht zu lie­gen.

<leer>13.05.2022<leer>Indien: Hitzeperiode verschärft Nahrungs­mittel­krise – Eine seit Wochen anhal­tende Hitze­welle mit Tempera­turen von bis zu 45 Grad Celsius führt in Indien zu erheb­lichen Ernte­ein­bußen und ver­schärft – zusam­men mit wei­teren Aus­fällen infolge des sowje­tischen Über­falls auf die Ukraine – den glo­balen Weizen­mangel noch einmal deut­lich. Indien, welt­weit der zweit­größte Anbauer dieses Grund­nah­rungs­mittels, hat den Export mitt­ler­weile gestoppt, um die eigene Bevöl­kerung ver­sor­gen zu können. Die Preise für Weizen­produkte haben Rekord­höhen erreicht; land­wirt­schaft­liche wie auch andere Tätig­keiten sind aufgrund der hohen Tempe­ratu­ren tags­über prak­tisch nicht mehr mög­lich. Vor allem Menschen in Dritte-Welt-Staaten auf dem afrika­nischen Konti­nent, welche schon „tradi­tio­nell“ unter Hunger zu leiden haben und von inter­natio­nalen Hilfs­organi­satio­nen ver­sorgt werden müssen, sind vom Export­verbot beson­ders betrof­fen.

<leer>10.05.2022<leer>Klimaforschung: 1,5 Grad viel früher möglich – Der dauer­hafte Anstieg der glo­balen Durch­schnitts­tempe­ratur wird die kriti­sche Schwelle von 1,5 Grad gegen­über der vor­indus­triel­len Zeit (bis ca. 1900) voraus­sicht­lich schon inner­halb der nächs­ten fünf Jahre errei­chen. Damit rechnen Wissen­schaft­ler der Welt­organi­sation für Meteo­rolo­gie (WMO) mit einer Wahrs­chein­lich­keit von nahezu 50 Prozent. Inner­halb dieser Zeit­spanne wird zudem mit neuen Hitze-Rekord­jahren zu rechnen sein. 1,5 Grad stellt einen jener Kipp-Punkte dar, die voraus­sicht­lich zu nicht mehr revi­dier­baren Schäden sowohl beim Men­schen als auch bei seiner Umwelt führen werden.

<leer>27.04.2022<leer>Europa: Menschen teilweise bedenklich hoch mit Schad­stoffen belastet – Die Menschen in Europa sind teil­weise bedenk­lich hoch mit Schad­stoffen belas­tet. Das ist das Fazit der vom UBA koordi­nierten europäi­schen Human-Bio­monito­ring-Initia­tive HBM4EU, das vom 27.–28. April auf der inter­natio­nalen Abschluss­konferenz des Projekts in Brüssel vorge­stellt wird. So wurden Weich­macher in allen unter­suchten Kindern und Jugend­lichen gefunden, auch poly­fluo­rierte Alkyl­substan­zen (PFAS), die zum Bei­spiel in beschich­teten Pfannen ver­wen­det werden, sind in teil­weise zu hohen Mengen im Blut vor­handen. Für viele der unter­such­ten Sub­stan­zen, so die Initia­tive, besteht seitens der Politik daher weiter­hin Hand­lungs­bedarf.
Ein weiterer Unter­suchungs­schwer­punkt von HBM4EU lag auf der Unter­suchung von Chemi­kalien­gemischen. Im ⁠ Moni­toring ⁠ wurde eine Vielzahl von Industrie­chemi­kalien im Körper nach­gewie­sen. Die Bewer­tung der Auswir­kungen dieses Chemi­kalien­cocktails auf die Gesund­heit ist Bestand­teil aktu­eller For­schun­gen. HBM4EU hat typische Mischun­gen und Mischungs­effekte unter­sucht. Dabei zeigte sich, dass die aktuelle Chemi­kalien­bewer­tung weiter­entwi­ckelt werden muss.
Quelle: Umweltbundesamt

<leer>20.04.2022<leer>Antarktis: Kleinste Eismasse seit 1978 – Die Eis­masse der Ant­arktis ist auf die bislang kleinste Aus­deh­nung seit Beginn der Satel­liten­messun­gen ge­schrumpft und beträgt nur noch etwas weniger als zwei Milli­onen Quadrat­kilo­meter. Normaler­weise dehnt sie sich – im Gegen­satz zur Arktis – gering­fügig aus. Gleich­zeitig ver­zeich­net die Region neue Tempe­ratur­rekorde. So wurden auf der russi­schen For­schungs­sta­tion Wostok nur noch minus 17,7 Grad Cel­sius gemes­sen, das ist ein An­stieg von mehr als 30 °C gegen­über den sonst dort herr­schen­den übli­chen Tempe­ratu­ren. For­schun­gen legen nahe, dass der Rück­gang auf einen erheb­lichen Anstieg der Meeres­tempera­tur in den süd­lichen Ozeanen zurück­zufüh­ren ist und ver­wei­sen auf zuneh­mend stär­kere Schwan­kungen im Klima­gesche­hen auf der Süd­halb­kugel.
Quelle u.a.: Advances in Atmospheric Sciences

<leer>13.04.2022<leer>Afrika: Verheerende Unwetter im Süden – Eine der schlimms­ten Natur­kata­stro­phen hat sich in den letz­ten Tagen im Süden Afrikas zuge­tragen. Betrof­fen sind vor allem große Teile Bots­wanas und die Südost­küste Süd­afrikas. Inner­halb kurzer Zeit fielen mehr als 30cm Nieder­schlag pro Quadrat­meter. Mindes­tens 443 Men­schen fanden den Tod infolge von Über­schwem­mungen oder Erdrut­schen, viele weitere werden noch vermisst. Mehr als 10.000 Häuser, darun­ter viele Schulen, wurden zer­stört oder stark beschä­digt, über 40.000 Men­schen verlo­ren ihr Obdach. Die Infra­struk­tur ist weit­räumig zer­stört, die Ver­sor­gung mit Trink­wasser und Elek­tri­zität viel­fach unter­brochen. Im Indus­trie­hafen der Groß­stadt Durban wurden viele Hun­dert Fracht­contai­ner fortge­schwemmt. Die Regie­rung hat den Not­stand ausge­rufen.

<leer>28.03.2022<leer>Australien: Korallensterben geht unver­min­dert weiter – Luftauf­nahmen austra­lischer Behörden bestä­tigen eine nunmehr vierte große Bleiche von Korallen am Great Barrier Reef inner­halb von nur sechs Jahren. Mit einer Länge von 2300 Kilo­metern vor der Ostküste des Konti­nents gehört es – noch – zum UNESCO Welt­natur­erbe. Die Ursache des anhal­tenden Abster­bens von Korallen, die in Symbiose mit Algen leben, liegt vor allem an der stei­genden Wasser­tempe­ratur. Algen produ­zieren dann für Korallen töd­liche Gift­stoffe, sodass die zur Gattung der Nessel­tiere zählenden Wirt­stiere ihre Gäste abstoßen, dadurch aus­blei­chen und in kurzer Zeit abster­ben.
Wegen der großräumigen klima­tischen Verän­derun­gen ist die Bleiche durch lokale Einzel­maßnah­men kaum zu stoppen. Die UNESCO hatte bereits im letzten Jahr ange­regt, das Riff als „gefähr­detes Welt­erbe“ einzu­stufen, seine lang­fristi­gen Über­lebens­chancen taxiert die zustän­dige austra­lische Behörde inzwi­schen als „sehr schlecht“.

<leer>28.03.2022<leer>Mikroplastik: nun auch im Blut nachge­wiesen – Mikro­plastik, kleinste Bestand­teile indu­striel­ler Errun­gen­schaf­ten, lassen sich inzwi­schen überall auf dem Erdball nach­weisen – in und unter den Polar­gebie­ten ebenso wie auf den höchs­ten Gipfeln und im Trink­wasser. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich solche Partikel auch im mensch­lichen Blut finden würden. Dies konnten nieder­ländi­sche Forscher nun bestä­tigen: In mehr als zwei Dritteln von 22 unter­suchten Proben fanden sie die nicht abbau­baren Kunst­stoffe – allen voran PET (Poly­ethylen­tereph­thalat), wie es vor allem in Getränke-Kunst­stoff­fla­schen verwen­det wird. Andere Proben ent­hiel­ten Poly­strol, das für viele Lebens­mittel­verpa­ckun­gen verwen­det wird, wieder andere Poly­ethylen (z.B. für Folien), dem weltweit am häu­fig­sten produ­zierten Kunst­stoff.
Über die Auswirkungen auf den mensch­lichen Körper gibt es noch keine gesi­cher­ten Erkennt­nisse außer der, dass Mikro­plastik dort nicht hinge­hört. Bislang ist ledig­lich geklärt, dass es über die Nah­rungs­kette auf­genom­men wird, nicht jedoch, ob es sich im Orga­nis­mus anrei­chert oder wieder aus­geschie­den wird. Grund zur Besorg­nis bestehe alle­mal, so ein an der Unter­suchung betei­ligter Wissen­schaft­ler.
Quelle: Environment International

<leer>09.03.2022<leer>Kohlendioxid: Globale Emis­sionen auf Rekord­niveau – Der weltweite Ausstoß von klima­schäd­lichem Kohlen­dioxid ist trotz aller angeb­lichen Bemü­hungen auf neue Rekord­höhen gestiegen. Dies geht aus Zahlen hervor, die jetzt die Inter­natio­nale Energie­agentur (IEA) vorge­legt hat. Damit hat sich der durch corona­bedingte Ein­schrän­kungen des Jahres 2020 hervor­geru­fene Rück­gang von knapp sechs Prozent nicht fort­gesetzt, wie vieler­orts erhofft wurde. Mit einem Ausstoß von zwei Milli­arden Tonnen hat im Gegen­teil die Kohlen­dioxid­belas­tung 2021 den stärksten Anstieg aller Zeiten zu ver­zeich­nen. Belas­tungen durch weitere umwelt­schäd­liche Treib­haus­gase wie etwa Methan sind dabei noch nicht berück­sich­tigt.
Nach Einschätzung der IEA ist der Anstieg vor allem bedingt durch hohe Gas­preise, die zu einem deut­lichen Anstieg der Kohle­förde­rung und -verbren­nung geführt haben. Welt­weit sei so viel Kohle verbrannt worden wie nie zuvor und für mehr als 40 Pro­zent der globalen Kohlen­dioxid­belas­tung verant­wort­lich. Insbe­sondere die Volks­republik China sticht als Emit­tent immer wieder unan­genehm hervor.

<leer>08.03.2022<leer>Südpol: Eismasse wird immer weniger – Mes­sun­gen des EU-Dienstes Coper­nicus haben ergeben, dass die Aus­deh­nung des antark­tischen Meer­eises im Februar den gering­sten Wert seit 1979 – dem Beginn der Aufzeich­nungen – aufweist. Allein in den letzten 30 Jahren war ein Rück­gang von durch­schnitt­lich 27 Prozent zu ver­zeich­nen. Betrof­fen waren vor allem die Regionen im Ross­meer, der west­lichen Amund­sensee sowie das Weddell­meer. In der Arktis hin­gegen waren im Februar im Durch­schnitt nur zwei Prozent weniger als Ausdeh­nung gegen­über dem lang­jähri­gen Refe­renz­zeit­raum zu beob­achten.

<leer>29.02.2022<leer>Weltklimarat (IPCC): Städte besonders bedroht – Anhal­tende und ver­stärkte Hitze­wellen in zukünf­tigen Dekaden bedrohen beson­ders die dicht bevöl­kerten Städte, in welchen sich die Luft bedroh­lich auf­heizen wird, was wiederum auch Auswir­kungen auf die Vege­tation haben wird. Dies ist eines der Ergeb­nisse des zweiten Teils des 6. Berichts des Welt­klimarats, der Schäden prog­nosti­ziert, die um ein Viel­faches höher liegen werden als heute. Einige davon werden bereits jetzt nicht mehr verm­eid­bar sein, auch wenn die Treib­hausgas­emis­sionen zurück­gehen sollten. Neben mehr Todes­fällen und Krankh­eiten würde die zuneh­mende Erwär­mung zudem die Ausbrei­tung von Krank­heitser­regern beschleu­nigen und „irrever­sible“ Auswir­kungen auf einige Öko­systeme haben. So sterben bei­spiels­weise immer mehr Korallen­riffe ab und werden groß­flächige Baum­bestände durch Hitze geschä­digt und Brände ver­nich­tet. Deut­licher als bisher weisen die betei­ligten Wissen­schaft­ler auf die „gegen­seitige Abhän­gigkeit“ von Klima, Ökosys­temen und mensch­lichem Ver­halten hin und warnen – wie schon in den Berich­ten frühe­rer Jahre – vor einem „Weiter so“.

<leer>27.02.2022<leer>Australien: Land unter in Queensland – Ununter­brochene Regen­fälle in den öst­lichen und süd­lichen Landes­teilen des Konti­nents, die noch bis weit in den März hinein an­dauer­ten, haben weite Land­striche unter Wasser gesetzt. Zehn­tau­sende Menschen wurden von den Behörden aufge­fordert, sich in Sicher­heit zu bringen und haben ihre gesamte Habe ver­loren. Viele Häuser stehen voll­ständig unter Wasser, mindes­tens 20 Tote sind zu beklagen. Es handelt sich – nach meh­reren Jahren mit unge­wöhn­lich starken Hitze­perioden – um das bislang zerstö­rerischte Hoch­wasser seit Beginn der Wetter­aufzeich­nungen. Allmäh­lich beginnen ange­sichts der enormen Schäden auch auf dem Subkon­tinent erste zag­hafte Diskus­sionen darüber, inwie­weit nicht ein bislang wenig Beach­tung gefun­dener Klima­wandel dafür die Ursache sein könnte.

<leer>24.02.2022<leer>Argentinien: Riesige Brände außer Kontrolle – Bereits seit Wochen lodernde Brände haben bis jetzt Flora und Fauna von etwa 800.000 Hektar Land im Norden Argen­tiniens vernich­tet und sind außer Kon­trolle geraten. Beson­ders betrof­fen ist die Provinz Corrien­tes sowie Teile der Este­ros del Iberá, ein großes, aus vielen Seen, Sümpfen und Feucht­gebie­ten beste­hendes Schutz­gebiet, welches seltene Wasser­bewohner und auch Jaguare und Ameisen­bären beher­bergt. Nicht nur eine seit Jahren anhal­tende Trocken­periode mit wenig Nieder­schlag ist für die Brände verant­wort­lich, ebenso sind es große Mono­kultu­ren von Kiefern- und Euka­lyptus­anpflan­zungen, die beson­ders viel Wasser benö­tigen und dieses dem Boden zusätz­lich ent­ziehen. Auch in anderen Land­stri­chen des Nordens wüten derzeit große Feuer, ebenso in Pata­gonien. Brandbe­kämpfer aus den Nachbar­ländern kommen den ein­heimi­schen Rettungs­kräften inzwi­schen zu Hilfe, der Gouver­neur der am stärksten betrof­fenen Provinz Corrien­tes hat sich sogar hilfe­suchend an die EU gewandt.

<leer>17.02.2022<leer>Meeresspiegel: Anstieg von 30cm bis 2050 möglich – Gemein­sam mit der NASA und der Ein­rich­tung US Geo­logi­cal Survey prognos­tiziert die US-Klima­behörde NOAA in einem aktu­ellen Bericht einen globa­len Anstieg des Meeres­spiegels von durch­schnitt­lich 25 bis 30cm bereits in den nächs­ten 50 Jahren. Dies würde eine Ver­dopp­lung gegen­über den letzten 100 Jahren bedeu­ten; Über­schwemmun­gen würden sich wahr­schein­lich verzehn­fachen, verhee­rende mit großer Zer­störungs­kraft etwa fünfmal häufi­ger auf­treten als bisher. Beson­ders betrof­fen wäre die Ost­küste der USA, sodass das schon heute teil­weise aufge­gebene New Orleans (Hurri­kan Katrina) möglicher­weise voll­ständig dem Wasser anheim­fallen könnte. Der Anstieg, so die Forscher, ließe sich bis zum Jahr 2050 prak­tisch nicht mehr auf­halten, und zwar unab­hängig davon, wieviel CO2-Emis­sionen in der Zwischen­zeit redu­ziert würden. Und er wäre erst ein „Vorge­schmack“ auf das, was noch kommen werde – nämlich durch die globale Eis­schmelze, durch welche die Wissen­schaft­ler bis zum Ende des Jahr­hun­derts einen Anstieg von durch­schnitt­lich zwei Metern für mög­lich halten.

27.01.2022Thailand von Ölpest bedroht – Im Golf von Thai­land, nahe der belieb­ten Tou­risten­region der Provinz Rayong, bahnt sich eine Um­welt­kata­strophe an, nach­dem durch eine gebors­tene unter­seeische Pipe­line rund 50.000 Liter Öl ausge­laufen sind, die sich nach und nach über eine Fläche von knapp 50 Quadrat­kilome­ter aus­brei­ten. Das Leck konnte von der Marine am nächsten Tag jedoch geschlos­sen werden. Die Ver­schmut­zung durch das Öl bedroht die Küste eines Na­tio­nal­parks im Samet-Archipel. Ein etwa 200km südlich von Bangkok gele­gener berühm­ter tropi­scher Sand­strand (Mae Ram Phueng) musste im Verlauf der weite­ren Tage für Besu­cher geschlos­sen werden.

<leer>15.01.2022<leer>Peru: schwerste Ölverseuchung der letzten Jahrzehnte – In Peru hat aus­lau­fendes Öl eines voll bela­denen Tank­schiffs zu einer der schwers­ten Umwelt­verseu­chun­gen seit Jahr­zehnten geführt, nachdem es bei einem Ent­lade­vor­gang große Mengen davon verlo­ren hat, die sich ins Meer ergossen. Angeb­lich hätte hoher Wellen­gang, bedingt durch den Vulkan­aus­bruch auf der Insel Tonga und den darauf fol­gen­den Tsu­nami, zu der Hava­rie geführt. Sie wurde zunächst klein­geredet, tat­säch­lich handelt es sich jedoch um eine schwer­wie­gende Ver­schmut­zung mit ver­dreck­ten Strand­abschnit­ten und ölver­kleb­tem Meeres­getier. Statt der „weni­gen Gallo­nen“, von denen ursprüng­lich die Rede war, haben inner­halb weniger Tage bei­nahe zwei Millio­nen Liter mehr als 100km Küste verun­reinigt. Die wenige Kilo­meter vor der Haupt­stadt Lima gele­gene, mitver­antwort­liche Raffi­nerie des spani­schen Kon­zerns Repsol ist schon mehr­fach wegen unsau­berer Metho­den aufge­fallen. Die betrof­fenen Strände sind inzwi­schen für die Öffent­lich­keit gesperrt; Tau­sende Helfer versu­chen, das Öl dort zu ent­fernen. Die Aus­wirkun­gen dieser Kata­strophe könn­ten noch Jahre später zu spüren sein.