Globale Ereignisse

201820192020

18.02.2020Januar: Weltweit neuer Wärmerekord – Der Januar 2020 war Aufzeichnungen der amerikanischen Klimabehörde NOAA und der japanischen Wetteragentur JMA zufolge der global bislang wärmste Monat, seitdem solche Daten aufgezeichnet werden. Die Temperaturen lagen im ersten Monat des Jahres um mehr als ein Grad über dem langjährigen Mittel des vergangenen Jahrhunderts. Es sei der 421. Monat in Folge mit Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt; die vier wärmsten Janu­ar-Mo­nate waren dabei alle in den letzten vier Jahren zu verzeichnen.
In Nordeuropa sind sogar mehr als sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt registriert worden, in Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes immerhin noch 3,8 Grad mehr als in der Zeit von 1961 bis 1990.

17.02.2020Antarktis: Hitzerekord im Februar – Auf der vor der Nordspitze von Grahamland auf der Antarktischen Halbinsel liegenden Sey­mour-In­sel haben Wissenschaftler bereits am 9. Februar einen bislang noch nicht vorgekommenen Wärmerekord von knapp 21 Grad Celsius festgestellt. Die durchschnittliche Temperatur dort liegt über das gesamte Jahr gemessen bei −9,1 Grad, im Dezember, dem wärmsten Monat, bei −1,7 Grad. Der bislang je gemessene Höchstwert lag 1982 bei knapp 20 Grad auf der nahebei gelegenen Signy-Insel. Nach Beobachtungen von Klimaforschern hat die Antarktische Halbinsel in den letzten 50 Jahren einen Temperaturanstieg um etwa drei Grad zu verzeichnen; die Region zählt damit zu den sich am schnellsten erwärmenden Orten auf der Erde.

13.02.2020Australien: Buschbrände nach sechs Monaten halbwegs unter Kontrolle – Etwa ein halbes Jahr hat es gedauert, ehe die verheerenden Feuer in Australien, nicht zuletzt Dank heftiger Regenfälle, die wiederum auf andere Weise erhebliche Schäden anrichteten, eingedämmt werden konnten. Sie haben Dutzende Menschenleben gefordert und hunderte von Millionen Tieren ein Ende bereitet. Man schätzt, dass in New South Wales etwa 80 bis 85 Prozent aller Koala-Bären den Flammen zum Opfer fielen, sodass sie nun möglicherweise zu den bedrohten Arten zählen. Hinzu kommt eine zerstörte Flora, die sich über eine Fläche von etwa fünfeinhalb Millionen Hektar erstreckt. Die Feuerwehr spricht von einer „traumatischen Saison“. Sie dürfte nicht die letzte gewesen sein. Und noch immer brennen zwei Dutzend Feuer, die jedoch unter Kontrolle zu halten sind – Normalzustand in Australien unter einer Regierung, die keinen Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung zu erkennen vermag.

09.02.2020Dramatisches Hummelsterben durch Hitzeperioden – Forschungen kanadischer und britischer Forscher belegen in einer Langzeitstudie den massiven Rückgang zahlreicher Hummelarten in Europa und auf dem amerikanischen Nordkontinent – und zwar einen weit größeren als bislang angenommen. Sie führen dies auf häufigere und längere extreme Wärmeperioden zurück und deuten das Hummelsterben als Vorbote einer globalen Aussterbewelle. Würde die Dezimierung weitergehen wie bisher, könnten viele Arten innerhalb von wenigen Dekaden ausgestorben sein.
Aufgrund der zunehmenden Erwärmung und damit einhergehender Hitzewellen und Dürreperioden verlieren Hummeln immer größere Teile ihres Lebensraums. In Nordamerika würden sich heute nahezu 50 Prozent weniger Hummeln ansiedeln als in früheren Zeiten, in Europa immerhin 17 Prozent. Auch in Europa sei der Rückgang der Populationen drastischer als bisher vermutet. Am stärksten betroffenen seien heiße Regionen wie etwa Spanien oder Mexiko. „Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben der Erde, der größten und schnellsten globalen Krise der biologischen Vielfalt, seit ein Meteor das Zeitalter der Dinosaurier beendete“, erklärt der beteiligte Wissenschaftler Peter Soroye von der Universität Ottawa. Die Eroberung neuer, nördlicher gelegener Gebiete mache die Verluste aus den inzwischen zu heißen Lebensräumen nicht wett. Neben den Bienen geht damit eine weitere wichtige Bestäuberart langfristig zugrunde, was letztlich eine Gefahr für die Sicherstellung der weltweiten Ernährung darstellt. Fast 90 Prozent aller Blütenpflanzen und drei Viertel aller wichtigen Nutzpflanzen werden nämlich von Insekten bestäubt. Der wirtschaftliche Wert bzw. Schaden ist unermesslich.
Quelle: Science

05.02.2020Artensterben: 3 Milliarden Vögel weniger in Nordamerika – Einer Langzeitstudie von Forschern der Cornell University in Ithaca, New York, zufolge ist die Vogelpopulation in Nordamerika in den letzten 50 Jahren um drei Milliarden Individuen zurückgegangen. Das entspricht einem Verlust von etwa einem Drittel aller Vögel und ist vermutlich auch eine Folge des massiven Insektensterbens; beides wiederum führen die Wissenschaftler auf den Klimawandel zurück. Sie folgern aus ihren Ergebnissen, dass „die Struktur des gesamten nordamerikanischen Ökosystems“ in Auflösung begriffen ist (vgl. auch →Regionale Ereignisse vom 05.02. 2020).

03.02.2020Australien: Canberra weiterhin von Feuerwalze bedroht – Trotz vorübergehendem Regen und nachlassender Winde ist der Süden der australischen Hauptstadt weiterhin von den verheerenden Buschfeuern bedroht. Allein diesem Feuer sind 55.000 Hektar Biomasse zum Opfer gefallen. Die seit September vergangenen Jahres im Einsatz befindlichen Löschtrupps werden voraussichtlich noch über Wochen gegen die Flammen ankämpfen müssen. Bislang sind mindestens 33 Menschen in den Feuern umgekommen, dazu Hunderte von Millionen Tiere und mehr als 3.000 Gebäude zerstört worden. Nahezu 11 Millionen Hektar Land sind verkohlt.
Wenige Tage später fiel in der Gegend der erhoffte Regen – allerdings in solchen Mengen, dass nunmehr ganze Landstriche unter Wasser stehen, weil aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit das Wasser nicht in den Boden eindringen kann. Nun müssen Bewohner aus diesem Grund teilweise ihre Häuser verlassen; gleichwohl hat sich die Lage an der Feuerfront lediglich ein wenig enspannt – gebannt ist sie noch nicht.

24.01.2020Brasilien: 50 Tote bei sintflutartigen Regenfällen – Der brasilianische Präsident und Regenwaldvernichter Jair Bolsonaro leugnet zwar den Klimawandel, die immer heftiger werdenden Kapriolen der Witterung hingegen kann er nur schwer abtun. Aktuell beispielweise die verheerendsten Unwetter seit über 110 Jahren im Süden Brasiliens in der Gegend von Belo Horizonte, wo binnen 24 Stunden 172 Liter Niederschlag pro Quadratmeter herunter gekommen sind. Schon jetzt sind mehr als 50 Tote zu beklagen, die wegen der aufgeweichten Erde unter teilweise komplett abgestürzten Hängen begraben wurden. Der Regen war so heftig, dass es Helfern mitunter nicht möglich war, in die betroffenen Gebiete vorzudringen. Eingestürzte Häuser, zerstörte Straßen und Brücken sowie beschädigte und unterbrochene Leitungen haben die Infrastruktur lahmgelegt.
Ziemlich genau ein Jahr zuvor war in derselben Gegend ein Staudamm gebrochen, wodurch Millionen Tonnen giftiger Schlämme Landschaft und Gewässer bis hin zum Meer verseuchten und nahezu 300 Menschen zu Tode kamen.

21.01.2020Weltwirtschaftsforum Davos: Leugner und Warner finden nicht zusammen – Sattsam bekannte Standpunkte wurden auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wieder ausgetauscht: US-Präsi­dent Donald Trump ging so gut wie gar nicht auf die Problematik Klimawandel ein, sprach vom „Alarmismus" der Gegenseite und wie toll er sein Land vorangebracht habe während seiner Amtsperiode. Greta Thunberg hielt dagegen, dass die Politik wieder einmal nur „leere Worte" zu bieten habe. „Unser Haus brennt noch immer“, sagte sie unter Anspielung auf ihre Worte „Unser Haus steht in Flammen“ auf dem letzten Treffen an gleicher Stelle. Mehr noch: „Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an.“ Gut zu beobachten derzeit in Australien, wo selbst ähnlich wie Trump denkende Ministerpräsidenten ins Grübeln kommen. Politiker erweckten den Eindruck zu handeln, „aber wir müssen unsere Emissionen nicht reduzieren, wir müssen unsere Emissionen stoppen“, so Thunberg, die sodann zum Rundumschlag ausholte: „Das hat nichts mit links oder rechts zu tun. Die Linken, die Rechten, die Mitte – alle haben versagt.“
Es blieb, wie so oft auf solchen Treffen, zumeist bei den üblichen Deklamationen, ohne dass ihnen konkrete Ankündigungen folgten. „Wenn die Welt brennt, können wir die Arbeit nicht allein den Feuerwehrleuten überlassen“, meinte etwa auch die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, ohne dies jedoch konkreter auszuführen. Einzig der britische Thronfolger Prinz Charles, selbst im Ökolandbau aktiv, wurde konkreter, stellte mögliche Szenarien vor, wie sich Märkte nachhaltiger gestalten ließen und sprach von einem erforderlichen Paradigmenwechsel. Insbesondere Privatunternehmen seien hier gefordert, an Kapital jedenfalls fehle es nicht.
Dazu passt, dass sich zunehmend Vertreter führender Wirtschaftsunternehmen nicht nur der Problematik stellen, sondern mittlerweile dazu übergehen, der Politik Beine zu machen. Inzwischen sei es nämlich so, dass die Wirtschaft den Ton angebe und die Regierungen hinterherhinkten, kritisierte etwa Allianz-Chef Oliver Bäte. „Wir diskutieren immer Pläne für den Kohleausstieg, aber wir diskutieren nur den Zeitpunkt und nicht die nötigen Schritte.“ Damit spielte er auf längst überfällige Infrastrukturmaßnahmen an (vgl. z.B. auch die Meldung vom 14.01. 2020).
Trump konnte irgendwelche Probleme nicht erkennen. Das sei keine Zeit für Pessimismus, sondern eine für Optimismus und Hoffnung, verwies er auf die „unglaublichen Erfolge“ seiner Politik. In der Tat mag die kaum einer so recht glauben. Thunberg hingegen fand, dass sich in den vergangenen 18 Monaten beim Klimaschutz „fast nichts getan“ habe. Wenn nicht sofort gehandelt werde, „werden Menschen an den Folgen des Klimawandels sterben“.
Das tun sie übrigens bereits jetzt. Da scheinen Menschen in zwei verschiedenen Welten zu leben.
Siehe auch →15.01. 2020: Global Risk Report 2020.

21.01.2020UN-Menschenrechtsausschuss: Klimakatastrophen sind Asylgrund – Wer vor lebensbedrohlichen Klima-Ereig­nissen flieht, hat ein Recht auf Asyl und darf nicht wieder dahin zurückgeschickt werden, wo die Umwelt sein Leben in Gefahr bringt. So entschied jetzt der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen (CCPR). Geklagt hatte ein Bewohner des kleinen Inselstaates Kiribati im Pazifik, dessen Eilande infolge des durch den Klimawandel bedingten Meeresanstiegs auf absehbare Zeit dem Untergang geweiht sind. Seine Familie wurde 2015 aus Neuseeland ausgewiesen; Neuseeland gehört zu den 172 Unterzeichnerstaaten des „Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte“. Die Inseln Kiribatis seien wegen steigender Ozeane unbewohnbar, weil unter anderem das Trinkwasser vom salzigen Meerwasser verdorben sei, argumentierte der Kläger.
Zwar wies der Menschenrechtsausschuss die Klage ab, weil im Heimatland ausreichender Schutz für die Bevölkerung geschaffen worden sei, stellte aber grundsätzlich fest, dass Länder Asylsuchende nicht abschieben dürfen, wenn in deren Heimat ihr Recht auf Leben klimabedingt bedroht sei. Das gelte nicht nur bei plötzlichen Naturkatastrophen, sondern auch, wenn Klimaveränderungen die Ursache sind. Ein davon Betroffener müsse auch nicht individuell beweisen, dass ihm beim Verbleiben im Heimatland unmittelbare Gefahr drohe.

19.01.2020Australien/Brasilien: jetzt Sturzfluten – Nach einer jahrelangen Dürreperiode und verheerenden Buschbränden in diesem und dem letzten Jahr an der Südostküste setzen jetzt schwere Regenfälle große Landstriche von New South Wales und Queensland unter Wasser. Das hilft zwar den erschöpften Feuerwehrleuten, die bereits seit September unermüdlich gegen die Flammen ankämpfen, doch sind längst nicht alle Brandgebiete von dem Wasser betroffen. Mittlerweile sind 29 Personen in dem australischen Inferno ums Leben gekommen (am 23. Januar sind drei weitere freiwillige Helfer aus den USA mit einem Löschflugzeug abgestürzt und tödlich verletzt worden) und mehr als 11,8 Millionen Hektar Land verbrannt. Auf mehr als eine Milliarde wird die Anzahl der verendeten Tiere geschätzt, davon 33.000 Koalas – mehr als ein Drittel der ursprünglichen Population, die jetzt wegen der Fluten teilweise von den Bäumen „gepflückt“ werden muss und deren Nahrung – Eukalyptusblätter – verbrannt ist.
Ähnliche Katastrophenszenarien haben sich gerade im Südosten Brasiliens abgespielt, bei denen mindestens sechs Menschen starben, als der Iconha nördlich von Rio de Janeiro ebenfalls durch heftige Regenfälle in kürzester Zeit um vier Meter anstieg.

18.01.2020China: Plastiktüten werden verboten – Bis Ende des Jahres 2020 sollen in allen chinesischen Großstädten Plastiktüten verboten werden. So kündigte es das Umweltministerium des Landes an. Außerdem wird noch in diesem Jahr die Verwendung von Einweg-Strohhalmen im Gastronomiebereich untersagt. Alle übrigen Orte sollen ab 2022 beim Plastiktütenverbot nachziehen, nur Märkte, die frische Produkte anbieten, sollen noch bis 2025 davon verschont bleiben. Bis 2025 müssen Städte und Gemeinden in ganz China darüber hinaus den Verbrauch von Einweg-Plastikartikeln im Gastgewerbe um 30 Prozent reduzieren.
China hat jahrelang Kunststoffabfälle aus Europa und den USA aufgenommen, auch damit ist bereits seit Anfang 2018 Schluss.

15.01.2020Global Risk Report 2020: Scheitern des Klimaschutzes und Verlust der Biodiversität Hauptrisiken – Ein Expertenbericht der in der Schweiz ansässigen Stiftung „World Economic Forum“ zählt zu den global größten Risiken der nächsten zehn Jahre an erster Stelle die Klimakrise und gleich danach auf dem zweiten Platz das Artensterben. Der Bericht der Stiftung dient als Arbeitsgrundlage für das gleichnamige Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums vom 21. bis 24. Januar in Davos.
Bereits noch für dieses Jahr 2020 werden von mehr als 70 Prozent der am Report Beteiligten „Extreme Hitzewellen“ und die „Zerstörung der natürlichen Ressourcenökosysteme“ als wahrscheinlich prognostiziert. Unter Verweis auf die wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn allein in den letzten fünf Jahren werde der Klimawandel härter und schneller zu spüren sein als erwartet. Dies treffe auch auf Naturkatastrophen zu, sie würden nicht nur häufiger, sondern auch zerstörerischer, wie das „beispiellose Extremwetter“ in 2019 weltweit gezeigt habe. Deshalb gelten dem Bericht zufolge die Auswirkungen des Klimawandels als das gefährlichste Risiko überhaupt. In ihm ist von einem „planetarischen Notfall“ die Rede, der Todesfälle, soziale und geopolitische Spannungen sowie negative wirtschaftliche Auswirkungen mit sich bringen wird.
Als ebenso gravierende Gefahr schätzt die Stiftung das globale Artensterben ein. Der derzeitige Verlust an Biodiversität sei zehn- bis hundertmal höher als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre – und er beschleunige sich, erklären die Experten. Dieser Verlust der biologischen Vielfalt habe zugleich entscheidende Auswirkungen auf die Menschheit – vom Zusammenbruch der Lebensmittel- und Gesundheitssysteme bis hin zur Störung der gesamten Lieferkette.
Der Bericht warnt darüber hinaus vor einem Abwärtstrend der Weltwirtschaft, den Gefahren der Digitalisierung und einem erhöhten Druck auf die Gesundheitssysteme.

14.01.2020Blackrock: Konzernchefs müssen sich mit Klimawandel auseinandersetzen – Der Chef der größten Investmentgesellschaft der Welt, Larry Fink von Blackrock, verlangt von Unternehmern mehr Engagement gegen den Klimawandel. „Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen“, mahnt er in einem Schreiben an alle Chefs von Konzernen, an denen die US-Vermögensverwaltungsgesellschaft beteiligt ist – und das sind viele mächtige. Fink rechnet mit einer „fundamentalen Umgestaltung der Finanzwelt“ und droht Aufsichtsräten und Vorständen mit Konsequenzen, sollten sie das Thema nicht ernst nehmen.
Das klingt aus dem Munde von Fink wie ein Machtwort, denn Blackrock, für den auch der deutsche Gelegenheitspolitiker Friedrich Merz tätig ist, kann durch seine Finanzbeteiligungen erheblichen Einfluss auf die führenden Wirtschaftsbosse ausüben. „Wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen und ihre Führungsgremien keine aussagekräftigen Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen, beziehungsweise kein Rahmenwerk für den Umgang mit diesen Themen implementieren, werden wir die Unternehmensführung dafür zur Rechenschaft ziehen“, schreibt Fink, droht also mit Kapitalabfluss. Und: Blackrock sei „zunehmend geneigt“, Vorständen und Aufsichtsräten die Zustimmung zu verweigern (vgl. dazu auch die Regionalmeldung vom 08.01. 2020).

14.01.2020Australien: Tausende Kamele erschossen – Nicht nur die seit Wochen nicht in den Griff zu bekommenden Buschbrände, auch die noch länger andauernde Dürrperiode – in Australien wurden tagelang weit über 40°C gemessen – macht dem Land zu schaffen. Wegen Wassermangels werden jetzt Tausende wilde Kamele erschossen, die auf der Suche nach Wasser in Siedlungen eingedrungen waren und deren Bewohner gefährdeten. Die Aktion stößt nicht nur auf Ablehnung. Die Art gehört nicht zu den ursprünglich auf dem Kontinent beheimateten, sondern wurde einführt und konnte sich unkontrolliert verbreiten.

13.01.2020Klimaprotest in Schweizer Bank: Freispruch – Ein Bezirksgericht in Renens im Schweizer Kanton Waadt hat zwölf Klimaaktivisten freigesprochen, die im November 2018 eine Filiale der Schweizer Großbank Credit Suisse in Lausanne gestürmt und dort in Sportkleidung Tennis gespielt hatten. Sie wollen damit deren Werbung mit dem Tennisstar Roger Federer ad absurdum führen, der mit seinem sauberen Image für die teils schmutzigen Geschäfte der Bank wirbt – die nach Ansicht der Aktivisten eine klimaschädliche Investitionspolitik betreibt. Die Anzeige der Credit Suisse und eine Geldstrafe der Staatsanwaltschaft wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen die Polizei lief jetzt allerdings ins Leere. Der freisprechende Richter war der Meinung, dass die Gruppe aus einem „rechtfertigenden Notstand" heraus gehandelt hätte.
Kaum war das Urteil gefällt. drangen andere Klimaaktivisten in eine Lausanner Filiale der UBS-Bank ein, verstreuten Kohle im Eingangsbereich und schwenkten Plakate mit Sprüchen wie „Wir geben Ihnen Ihre Kohle zurück“ oder „Mein Bankkonto ist schmutziger als ich“. Auch hier lautete die Forderung der etwa 20 Aktivisten, die UBS solle ihre Investitionen in klimaschädliche Branchen zurückfahren. Nach längeren Diskussionen mit den Angestellten verließen die Aktivisten die Filiale wieder.
Da Credit Suisse und UBS weltweit tätige Branchen-Riesen und entsprechend bedeutend sind, werden sie die Kritik von Blackrock-Chef Larry Fink aufmerksam zur Kenntnis nehmen (vgl. Meldung vom 14.01. 2020).

11.01.2020Waldbrände: Proteste in Australien – Gegen die Politik des konservativen australischen Premiers Scott Morrison sind in Melbourne, Sydney, Brisbane und Adelaide Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen den Umgang der Regierung mit den schon wochenlang wütenden Buschfeuern, forderten ein schnelleres Handeln für mehr Klimaschutz und vereinzelt auch Morrisons Entlassung aus dem Amt. Im Südosten wurde inzwischen für 240.000 Menschen Alarm ausgerufen. Riesige Buschbrände vernichten in fünf der sechs Bundesstaaten Australiens nahezu jedes Leben.
Doch für Morrison, der seinen Aufstieg auch dank Wahlversprechen der Kohleindustrie Australiens verdankt, sind das Bagatellen. Mit Trump ist er sich einig, dass der Mensch nicht ursächlich für den Klimawandel ist, dass die Feuerwalze im Südosten des Landes eigentlich normal sei – obgleich bereits 28 Tote zu beklagen sind und mehr als eine Milliarde (!) Tiere verbrannten: alles ganz normal. Auch die australischen CO2-Emissionsziele seien absolut akzeptabel, weshalb im vergangenen Dezember auf dem UN-Klimagipfel in Madrid australische Delegierte gemeinsam mit den USA und Brasilien gegen strengere Emissionsziele votierten. Kritiker seien Hysteriker, die Australier ihrer Freiheiten berauben wollen. Doch nun hat er am 12. Januar angesichts der Proteste im Land in einem Interview erstmals leise Selbstkritik geübt. Es bedarf wohl einer „historische Wende" im Umgang mit den Feuern, so Morrison, der eine Kommission zur Bekämpfung der Krise einsetzen will, man müsse sich wohl „auf eine neue Normalität vorbereiten“.
Nach einer Umfrage der Tageszeitung The Australian würde eine Mehrheit derzeit nicht mehr Morrison wählen. CO2-Steuern, höhere Elektrizitätspreise oder die Schließung besonders klimaschädlicher Industrien schließt er aber aus.

03.01.2020Artensterben: 200 Millionen Jahre überlebt – jetzt ausgestorben – Biologen haben den in China lebenden Schwertstör für ausgestorben erklärt. Der Fisch gehörte zu den „lebenden Fossilien“ der Wasserwelt und hatte seinen Lebensraum im Yangtse, wo er schon lange nicht mehr gesichtet wurde – das letzte Exemplar im Jahr 2003. Zur Ausrottung beigetragen haben vor allem die intensive Bejagung, die zunehmende Verschmutzung des Wassers sowie die riesigen Staudammprojekte im Fluss, insbesondere die 1981 gebaute Gezhouba-Sperre. Danach sank die Population der Tiere unterhalb der Sperre signifikant. Die Wissenschaftler befürchten, dass es aufgrund der geänderten Umweltbedingungen nicht allein bei dieser Art bleibt, die vom Aussterben bedroht ist.