Regionale Ereignisse

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<leer>22.12.2023<leer>Norddeutsche Tiefebene unter Wasser – Wochen­langer Dauer­regen, teil­weise bis in den Januar hinein, hat weite Teile Nord­deutsch­lands, größere Flä­chen von Rhein­land-Pfalz, Bayern, Sach­sen-Anhalt und in Thü­rin­gen unter Was­ser ge­setzt. Das Erd­reich ist mitt­ler­weile so voll­geso­gen, dass es kei­nen weite­ren Nieder­schlag mehr aufzu­neh­men ver­mag, Deiche dro­hen zu bre­chen. Profes­sio­nelle wie auch frei­willi­ge Helfer arbei­ten ins­beson­dere im Be­reich von Aller und Weser auch in der Nacht bis zur Er­schöp­fung, um mit­hilfe von Sand­säcken und ande­ren Maß­nah­men noch grö­ßere Über­flu­tun­gen zu ver­hin­dern. Dort gleicht die Natur einer riesi­gen Seen-Land­schaft, in wel­cher der Ver­kehr strecken­weise zum Er­lie­gen kommt. Tal­sper­ren im Harz müs­sen zusätz­lich Wasser abge­ben, weil sie über­zulau­fen dro­hen. In machen Orten steht das Wasser bis zu einem Meter hoch, sodass viele Keller voll­gelau­fen sind und über die Weih­nachts­feier­tage Bewoh­ner evaku­iert und in Not­quar­tie­ren unter­gebracht werden muss­ten. Beson­ders be­trof­fen sind die Klein­stadt Verden an der Aller und ein Vor­ort von Bremen. Anfang des neuen Jahres auf­kommen­der Frost und Schnee­fall hat die Flüsse zwar nicht weiter an­stei­gen lassen, doch nun be­fürch­ten viele Haus­besit­zer, dass das feuchte Mauer­werk ihrer Immo­bilie dadurch aufge­sprengt werden könnte.
Ursächlich für die Kata­stro­phe ist eine starke nörd­liche kalte Höhen­strö­mung (Jet­stream), die zahl­reiche Tief­druck­gebiete vom Nord­atlan­tik nach Europa bringt, sowie feucht­warme Luft­massen aus Südwest­europa, die beide über Deutsch­land aufein­ander treffen.

<leer>01.12.2023<leer>Umfrage: Klimaschutz keines­wegs nur für Jün­gere wichtig – Ent­ge­gen einer weit ver­brei­te­ten Ansicht ist die Sorge um die globale Erwär­mung des Pla­ne­ten durch­aus nicht allein ein An­lie­gen der jün­ge­ren Gene­ration. Eine Studie der Kon­rad-Aden­auer-Stif­tung hat jetzt erge­ben, dass Ältere sogar häufi­ger als jün­gere ange­ben, Klima­schutz sei ihnen wichtig und sie wür­den sich im Alltag auch ent­spre­chend ver­hal­ten. Wäh­rend dies eige­nen Aus­sa­gen zu­folge nur bei 88 Pro­zent der 16- bis 25-Jäh­rigen der Fall sei, gaben von den 56- bis 65-Jäh­rigen 91 Pro­zent an, Klima­schutz sei ihnen wich­tig oder sehr wich­tig – noch Ältere sogar zu 92 Pro­zent.

<leer>28.11.2023<leer>Umweltbundesamt: Fol­gen der Klima­krise ver­schär­fen sich – In ihrem drit­ten Moni­toring­bericht zur Deut­schen Anpas­sungs­stra­te­gie an den Klima­wandel zeich­nen Umwelt­bundes­amt und das Bundes­minis­teri­um für Umw­elt und Natur­schutz ein bedroh­liches Sze­nario für die wei­tere Zu­kunft. Der Be­richt zeigt auf, dass Deutsch­land inzwi­schen von regel­mäßi­gen Hitze­wel­len be­trof­fen ist, es insge­samt wär­mer wird und mit erheb­lichem Was­ser­ver­lust zu kämp­fen hat. Deutsch­land ge­hört dem Be­richt zu­fol­ge zu den Re­gio­nen mit dem höchs­ten Was­ser­ver­lust welt­weit. Wegen der klima­beding­ten an­dauern­den Tro­cken­heit und des damit ver­bunde­nen Schäd­lings­be­falls hat sich da­durch auch der Zu­stand der Wäl­der deut­lich ver­schlech­tert. In der Land­wirt­schaft führ­te die Wasser­knapp­heit be­reits zu spür­ba­ren Ernte­ein­bußen. Gleich­zeitig gäbe es je­doch Hin­weise darauf, dass beim Hitze­schutz erste Maß­nah­men zur An­pas­sung an die neuen Klima­bedin­gun­gen Wir­kung zeig­ten, doch müss­ten insge­samt die Bemü­hun­gen zur An­pas­sung an die Fol­gen der Klima­krise weiter inten­si­viert werden. Immer­hin seien sich zuneh­mend mehr Kom­munen ihrer ent­schei­den­den Rolle be­wusst und wür­den Vor­sorge­maß­nah­men mit kon­kre­ten Pro­jek­ten voran­trei­ben, meint Bundes­umwelt­ministe­rin Steffi Lemke. Und dass die bis­lang getrof­fenen Maß­nah­men durch­aus wirk­sam seien, zeige der Be­richt eben­falls, ergänzt UBA-Präsi­dent Dirk Mess­ner.

<leer>24.11.2023<leer>Bundesländer sperren sich gegen Tempo 30 – Der Bundes­tag hat es bereits be­schlos­sen, nun machen die Län­der nicht mit: ein Gesetz zu Neu­rege­lun­gen im Straßen­ver­kehr hat in der Länder­kammer nicht die erfor­der­liche Mehr­heit erhal­ten und ist damit erst einmal vom Tisch. Die Rege­lun­gen ziel­ten nicht allein auf einen rei­bungs­los flie­ßen­den Ver­kehr und ver­ein­zelte Sicher­heits­maßnah­men ab, son­dern nah­men auch Klima- und Umwelt­schutz­aspek­te, Gesund­heit und in die­sem Zu­sam­men­hang städte­bauli­che Aspekte mit in den Blick. Kom­munen hät­ten mit dem Gesetz mehr Hand­lungs­frei­hei­ten bekom­men sol­len, um bei­spiels­weise Tempo 30-Zonen oder sepa­rate Bus­spu­ren dort einzu­rich­ten, wo dies bis­lang nicht mög­lich war. Das aber, so der Bun­des­ver­kehrs­minis­ter, sei „offen­sicht­lich nicht ge­wünscht“.

<leer>22.08.2023<leer>Expertenrat der Bundesregie­rung: Klima­schutz­ziele ohne zusätz­liche An­stren­gun­gen gefähr­det – Der vom Umwelt­bundes­amt (UBA) koor­dinier­te Pro­jektions­bericht 2023 der Bun­des­regie­rung zeigt, dass das Errei­chen der natio­nalen Klima­ziele bis 2030 und 2045 ohne zu­sätz­liche Maß­nah­men gefähr­det ist. Auch wenn die Gesamt­lücke im Ver­gleich zur vor­heri­gen Pro­jek­tion um 70 Pro­zent redu­ziert werden konnte, beträgt sie bis zum Jahr 2030 immer noch 331 Mio. Tonnen klima­schäd­liche Treib­haus­gas­emissio­nen. Die Lücke wird auch durch bereits ge­plan­te Maß­nah­men nicht voll­stän­dig ge­schlos­sen. Das Ziel der Netto-Treib­haus­gasneu­trali­tät bis 2045 würde unter den gege­be­nen Um­stän­den nicht er­reicht.

<leer>14.08.2023<leer>Kleingewässer-Studie: Wo gespritzt wird, nehmen Bäche Schaden – Eine Studie im Auf­trag des Umwelt­bundes­amtes zeigt, dass die Pesti­zid­belas­tung von Klein­gewäs­sern dort beson­ders hoch ist, wo viele Pesti­zide auf den umlie­gen­den Äckern einge­setzt werden. In 80 Pro­zent der unter­such­ten Bäche in der Agrar­land­schaft Deutsch­lands über­schrit­ten die gemes­senen Pesti­zide die für Tiere und Pflan­zen fest­geleg­ten Grenz­werte. Nötig seien künf­tig ein regel­mäßi­ges ⁠ Monito­ring ⁠kleiner Gewäs­ser sowie syste­matisch erho­bene Pflan­zen­schutz­mittel-An­wen­dungs­daten, um die Umwelt­auswir­kungen land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ter Pesti­zide und die Wirk­sam­keit von Schutz­maßnah­men messen und ver­bes­sern zu können. Schon jetzt zeigten die Ergeb­nisse, dass bewach­sene ⁠ Gewäs­ser­rand­strei­fen zum Schutz der Gewäs­ser über­all ein­gerich­tet werden soll­ten. Trotz be­reits exis­tieren­der Um­welt­auf­la­gen im Rah­men der Pflan­zen­schutz­mittel-Zu­las­sung sei man in Deutsch­land weit vom Ziel der „unbe­laste­ten Gewäs­ser in gutem öko­logi­schem Zu­stand“ ent­fernt, kriti­siert der Präsi­dent des UBA, Dirk Messner.

<leer>03.08.2023<leer>Umweltbewusstsein: Deutsche ver­gie­ßen Kroko­dils­trä­nen – Die über­wie­gende Mehr­heit der Deut­schen spürt einer Studie des Umwelt­bun­des­amtes (UBA) und des Bundes­umwelt­minis­te­riums (BMUV) zu­folge die nega­tiven Fol­gen der Klima­krise be­reits deut­lich und hält Maß­nah­men zur An­pas­sung für er­for­der­lich. Auch wenn andere Krisen, etwa der An­griffs­krieg gegen die Ukraine und die Infla­tion, stär­ker im Vor­der­grund ste­hen, bleibt der Schutz von Um­welt und Klima ein wich­tiges Thema für die Men­schen in Deutsch­land – theo­re­tisch jeden­falls. Eine sehr klare Mehr­heit befür­wor­tet zudem den umw­elt- und klima­freund­lichen Umbau der deut­schen Wirt­schaft. Dies aller­dings unter der Prä­misse „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, denn ver­brei­tet geäu­ßerte Ängste vor einer mögli­chen Ein­schrän­kung des bis­heri­gen Lebens­wandels und Wohl­stands­niveaus lassen durch­aus Zwei­fel daran auf­kom­men, wie ernst es den Be­frag­ten wirk­lich mit einer Trans­forma­tion hin zu Klima­schutz und Nach­hal­tig­keit ist.
Zwei­fel­los wird sich eine solche Trans­forma­tion nicht bewerk­stel­li­gen lassen, ohne auch deut­liche Ein­schnit­te in den Wohl­fühl­zonen per­sönli­cher Lebens­füh­rung in Kauf zu nehmen. Dazu bereit ist – jeden­falls nicht nur verbal, son­dern im tat­säch­lichen Ver­hal­ten – aller­dings nur eine Min­der­heit. Wich­tig ist den meis­ten Be­frag­ten näm­lich, dass „die Trans­forma­tion sozial­verträg­lich“ erfol­gen müsse und beson­ders betrof­fene Regi­onen gezielt unter­stützt werden. „Sozial­ver­träg­lich“ scheint es jedoch für viele im­mer noch zu sein, wie selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin jedes Jahr Ur­laubs­desti­natio­nen in fernen Län­dern an­flie­gen zu können. Anders ist wohl nicht zu er­klä­ren, dass die Luft­hansa nahezu zeit­gleich mit die­ser Mel­dung von UBA und BMUV ein Rekord­ergeb­nis von 1,1 Milli­arden Euro Gewinn ver­mel­det – und zwar allein im Zeit­raum von April bis Juni 2023. So weit her kann es dann wohl doch nicht sein mit den Sorgen der Deut­schen im Hin­blick auf den längst statt­fin­den­den Klima­wandel.

<leer>14.06.2023<leer>Norddeutschland: Großflächige Brände vernichten „Kinderstube“ der Tierwelt – Während sich bei einem seit Ende Mai in Bran­den­burg südlich von Berlin wüten­den Feuer die Lage vor­über­gehend etwas ent­spannt hatte, ver­schlim­mert sie sich nun erneut durch aufle­bende Winde. Auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern stehen 150 Hektar in Flammen, gegen die etwa 500 Be­kämp­fer kaum etwas aus­rich­ten können. Die Region wurde zum Kata­stro­phen­gebiet erklärt, eine kleine Ort­schaft musste bereits eva­kuiert werden. Er­schwert werden die Lösch­arbei­ten vor allem da­durch, dass immer wieder Muni­tion auf den ehe­mali­gen Truppen­übungs­plät­zen explo­diert, sodass sich die Be­kämp­fer zu­meist nur vom Rande her oder aus der Luft den Feuern nähern können. Auch im Hochtaunuskreis ist jetzt ein Feuer aus­gebro­chen, wel­ches man jedoch nicht löschen, sondern kon­trol­liert ab­bren­nen lassen will.
Neben der groß­flächi­gen Zer­stö­rung der Fauna ist allen Feuern gemein, dass die Tier­welt beson­ders da­run­ter zu leiden hat, weil – insbe­son­dere zu die­ser Jahres­zeit – mit den Pflan­zen zugleich auch ihre „Kinder­stube“ und viele Jung­tiere mit ver­nich­tet werden.

<leer>12.06.2023<leer>Lausitz: Kohleausstieg könnte Spree austrocknen – Eine neue Studie für das Umwelt­bundes­amt (UBA) sieht gewal­tige Auf­gaben für die Wasser­versor­gung ent­lang der Spree, wenn mit Ende der Braun­kohle­förde­rung in der Lau­sitz deut­lich weni­ger Grund­wasser in den Fluss gepumpt werden wird. Laut Studie kann dies in tro­cke­nen Sommer­mona­ten dazu führen, dass die Spree örtlich bis zu 75 Pro­zent weniger Wasser führt – mit ent­sprechen­den Konse­quen­zen für den Spree­wald, seine Seen und Kanäle sowie die Trink­wasser­versor­gung in der Region Berlin. „In Berlin und Bran­den­burg könnte im schlimms­ten Sze­nario das Wasser emp­find­lich knapp werden, wenn nicht ent­schlos­sen gegen­gesteu­ert wird. Die Länder Bran­den­burg, Berlin und Sachsen stehen vor ent­sprechen­den Heraus­forde­run­gen“, so der UBA-Präsi­dent Dirk Messner. Die Studie schlägt unter anderem vor, Tal­sperren und Wasser­spei­cher zu ertüch­tigen und beste­hende Seen als Wasser­speicher auszu­bauen.

<leer>09.06.2023<leer>Deutsche Badegewässer: Qualität weiterhin gut – Ein jetzt vorge­stell­ter Bericht der EU-Kom­mis­sion zur Quali­tät der euro­päischen Bade­gewässer bezeich­net die Qua­lität der deut­schen in über 96 Prozent als „aus­gezeich­net“ oder „gut“. Nach den Krite­rien der EU-Richt­linie wurden in der Saison 2022 nur 14 der insge­samt 2.292 Bade­gewäs­ser in Deutsch­land als „mangel­haft“ einge­stuft. Meist geschah dies auf­grund von Cyano­bakte­rien (Blau­algen), mit­unter auch als Folge von Stark­regen­ereig­nissen mit Schmutz­wasser­einträ­gen in die Gewäs­ser.
Aktuelle Messdaten können für jedes Bade­gewäs­ser online auf den Internet­seiten der Bundes­länder einge­sehen werden. Eine Über­sicht gibt es auf der Inter­net­seite des Umwelt­bundes­amtes unter „Wasser­quali­tät in Bade­gewäs­sern“.

<leer>26.05.2023<leer>Bundesverwaltungsgericht: Tübin­ger Sonder­steuer auf Einweg­ver­packun­gen rech­tens – Das Bundes­verwal­tungs­gericht in Leipzig hat Ende Mai einen Rechts­streit zwi­schen der Stadt Tübin­gen und der Fast Food-Kette McDonald’s zu­guns­ten der Stadt ent­schie­den. Hatte zuvor noch das OVG Mann­heim gegen­teilig geur­teilt, worauf­hin die Tübin­ger Verwal­tung in die Beru­fung ging, so er­klär­te das Ver­wal­tungs­gericht die Steuer nunmehr für „im We­sent­lichen“ recht­mäßig. Sie kann nun rück­wir­kend ab 2022 erho­ben werden – solange hatte die Stadt ihre Umset­zung bis zur aktuel­len Ent­schei­dung ruhen lassen. Das Urteil dürfte bundes­weit Beach­tung fin­den und Aus­wir­kun­gen auf das wei­tere Ver­hal­ten der Kom­munen haben.
Derzeit werden nach Anga­ben der Deut­schen Umwelt­hilfe in Deutsch­land jähr­lich 5,8 Milli­arden Ein­weg-Getränke­becher und 4,3 Milli­arden -Speisen­behäl­ter nach ein­mali­gem Gebrauch weg­gewor­fen – ein Armuts­zeugnis auch für die Ver­brau­cher der Wohl­stand­gesell­schaft.

<leer>26.04.2023<leer>Verkehrslärm: Risiko für Depres­sionen und Angst­störun­gen – Tempo 30 als Regel­ge­schwin­dig­keit in Städten und mehr Schutz vor Schienen- und Fluglärm in der Nacht – solche Erfor­der­nisse erge­ben sich als Resul­tat aus einer aktuel­len Studie des Umwelt­bundes­amtes zum Krank­heits­risiko durch Ver­kehrs­lärm. Schon lange ist bekannt, dass dauer­hafter Lärm zu Herz­kreis­lauf-Erkran­kungen führen kann. Die Studie zeigt nunmehr darüber hinaus, dass sich durch stän­digen Ver­kehrs­lärm auch das Risiko für Depres­sionen erhö­hen kann. So kann durch eine Zunahme des Stra­ßen-, Schie­nen- oder Flug­lärms um 10 Dezibel das Erkran­kungs­risiko um bis zu vier, fünf und elf Prozent an­stei­gen. Für Angst­störun­gen steigt das Risiko bis zu drei bezie­hungs­weise 15 Prozent.
Die Studie hat neben einer syste­mati­schen Meta-Ana­lyse der wissen­schaft­lichen Lite­ratur zum Thema auch zwei soge­nannte epide­miolo­gische Studien durch­geführt. Bei epi­demiolo­gischen Studien werden große Bevöl­kerungs­gruppen beob­achtet bzw. unter­sucht, um die Gesund­heits­risi­ken abzu­schät­zen.

<leer>26.03.2023<leer>Oder-Ausbau: Polnische PiS-Partei schert sich nicht um Versalzung – Trotz weiter voran­schrei­tender Versal­zung und trotz Urteils des Obers­ten Verwal­tungs­gerichts­hofs in Warschau forciert die regie­rende PiS-Partei die Aus­bagge­rung der Oder. Der Ge­richts­hof hatte noch­mals seinen Beschluss vom letzten Dezem­ber bestä­tigt, welcher einen Bau­stopp ver­fügte. Ein zustän­diger Minis­teriums­sprecher kommen­tierte den Beschluss als eine „nach­lässige Ent­schei­dung“ mit gefähr­lichen Folgen für bereits getä­tig­te Inves­titio­nen. Obwohl sich der Fluss von der Kata­stro­phe vom August letzten Jahres noch nicht erholt hat (vgl. Meldung vom 22.08.2022), ist dessen Salz­gehalt stellen­weise höher als der in der Ostsee.

<leer>21.03.2023<leer>Waldsterben geht weiter – Nur jeder fünfte Baum in Deutsch­land ist noch gesund, hat zumin­dest eine noch intakte Baum­krone. Etwa ein Viertel des Baumbe­standes jedoch hat bis zu zwei Drit­tel seines Laubs bzw. seiner Nadeln verloren – und daran ist nicht der soge­nannte „saure Regen“ schuld. Solche Zahlen finden sich in der „Wald­zustands­erhe­bung 2022“, die vom Bundes­land­wirtschafts­ministe­rium vorge­legt wurde, dessen Minister Özdemir von einem „Patien­ten“ spricht, „der unsere Hilfe braucht“. Zwar sind alle Forst­wissen­schaft­ler längst zu der Ein­sicht gelangt, dass es einer Misch­bepflan­zung statt weit verbrei­teter Nutz-Mono­kultu­ren bedarf, um einem gesunden Wald­bestand wieder auf die Beine zu helfen. Doch ob das aus­reicht, scheint fraglich: Ähnlich der Tier­welt geht auch dem deut­schen Baum­bestand immer mehr Lebens­raum und damit seine Regene­rations­fähig­keit ver­loren. Klima­verände­rungen, Wasser­mangel und Schäd­lings­befall, die alle mitein­ander in Wechsel­wirkung stehen, tun ein Übriges.

<leer>15.03.2023<leer>Emissionen: Treibhausgase sanken in Deutsch­land 2022 um 1,9 Prozent – Im Jahr 2022 sind die Treib­hausgas­emis­sionen Deutsch­lands leicht um 1,9 Prozent gesun­ken: Es wurden rund 746 Mil­lio­nen Tonnen Treib­haus­gase freige­setzt – das sind gut 15 Mil­lionen Tonnen weniger als 2021. Insge­samt sind die Emis­sionen seit 1990 in Deutsch­land damit um 40,4 Prozent gesun­ken, wurden die Ziel­werte des Bundes­klima­schutz­geset­zes (KSG) damit zwar in Summe einge­halten, doch gibt es einen bedeu­tenden Anstieg beim Energie­sektor. Dieser weist 10,7 Mil­lionen Tonnen mehr auf als 2021 und liegt bei rund 256 Mil­lionen Tonnen CO₂-Äqui­valente. Grund ist, dass trotz der Ein­sparun­gen beim Erdgas ein ver­mehr­ter Einsatz vor allem von Stein- und Braun­kohle zur Strom­erzeu­gung die Emis­sionen steigen lässt. Die Strom­erzeu­gung aus erneuer­baren Ener­gien konnte dies jedoch ein wenig abfe­dern, sie stieg um neun Prozent gegen­über 2021.
Quelle: Umweltbundesamt

<leer>13.02.2023<leer>Luftqualität: Grenzwerte 2022 nahezu überall ein­gehal­ten – 2022 gab es das fünfte Jahr in Folge keine Über­schrei­tungen der Fein­staub­grenz­werte in Deutsch­land. Der Jahres­mittel­grenz­wert für Stick­stoff­dioxid (NO₂) von 40µg/m³ Luft wurde nach aktu­eller Daten­lage nur noch an zwei ver­kehrs­nahen Mess­statio­nen in Mün­chen und Essen über­schrit­ten. Das zeigt die vor­läu­fige Aus­wer­tung der Mess­daten der Länder und des Umwelt­bundes­amtes (Stand 31.01.2023) von bislang rund 500 Mess­statio­nen.
Hauptquelle der Stickstoff­oxide in Städten ist der Straßen­verkehr, und hier sind es vor allem Die­sel-Pkw. Maß­nahmen zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­demie trugen in den ver­gan­ge­nen Jahren zu einem Rück­gang der NO2-Kon­zentra­tionen bei.
Auch die geltenden Grenz­werte für Feinstaub (PM 10 und PM 2,5 ) wurden erneut deutsch­land­weit einge­halten. 42 Prozent der Mess­statio­nen wiesen jedoch PM 10-Jahres­mittel­werte ober­halb des Luft­güte­leit­wertes der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO auf. Haupt­quellen in Bal­lungs­räumen und Städten sind der Straßen­verkehr (Auspuff­abgase und ins­beson­dere Brem­sen- und Reifen­abrieb) sowie Öfen und Hei­zun­gen in Wohn­häusern. Ein im Okto­ber 2022 ver­öffent­lich­ter Kommis­sions­vor­schlag für eine neue Luft­quali­täts­richt­linie sieht demzu­folge deut­lich abge­senkte Grenz­werte für 2030 vor.
Die Ozonbelastung war im Jahr 2022 trotz sommer­licher Hitze­periode hin­sicht­lich der Über­schrei­tung gel­ten­der Ziel- und Schwell­werte eher durch­schnitt­lich im Ver­gleich zu den Vor­jahren. Den­noch wurden die WHO-Richt­werte für Ozon flächen­deckend (100%) ver­fehlt. Die zuneh­mende Häufig­keit sommer­licher Hitze­perio­den in den letz­ten Jahren in Deutsch­land zeigt zwar keine Zunahme der Ozon­spitzen­konzen­tratio­nen, jedoch nimmt die mitt­lere Ozon­belas­tung in Städten zu. In Ver­bin­dung mit der sich im Zuge des Klima­wandels weiter ver­schär­fenden Hitze­belas­tung führt das zu einem stei­genden gesund­heit­lichen Prob­lem für die dort leben­den Men­schen.
„Trotz der erzielten Fort­schritte muss jedoch berück­sich­tigt werden, dass die gel­tenden Grenz­werte für Fein­staub und Stick­stoff­dioxid vor mehr als 20 Jahren fest­gelegt wurden und nicht den heu­tigen wissen­schaft­lichen Er­kennt­nissen über die gesund­heit­lichen Aus­wir­kun­gen von Luft­ver­schmut­zung ent­spre­chen“, meint Dirk Messner, Präsi­dent des Umwelt­bundes­amtes (UBA; vgl. auch Meldung vom 15.03.).

<leer>02.02.2023<leer>Zweifel am 1,5°-Ziel: Sozialer Wandel unzu­rei­chend – Eine Ham­bur­ger For­schungs­gruppe hat sich mit den sozia­len Pro­zessen befasst, welche mit der Ein­däm­mung eines An­stiegs der globa­len Tempe­ratu­ren ein­her­gehen müss(t)en. Obgleich etliche der von ihnen unter­such­ten Akteure sich auf einem rich­tigen Weg befän­den – u.a. bei­spiels­weise förder­liche Akti­vitä­ten von Kom­munen oder eine sensib­lere Recht­spre­chung –, sei es trotz aller Maß­nahmen „nach wie vor nicht plau­sibel“, dass die stei­gende Erwär­mung unter 1,5° Cel­sius gehal­ten werden kann. Zumin­dest zwei von zehn unter­such­ten Akteu­ren, welche ent­schei­den­den Ein­fluss darauf nehmen könnten, würden eine förder­liche Trans­forma­tion gera­dezu behin­dern, so die For­scher: große Teile der Wirt­schaft näm­lich – trotz eini­ger „Vor­zeige­unter­neh­men" – sowie ein ein­gefah­renes Konsum­verhal­ten ins­beson­dere in wohl­haben­den Gesell­schaf­ten. Wobei es zwi­schen bei­den blockie­renden Ein­fluss­größen durch­aus Wechsel­wirkun­gen gibt: Würden Ver­brau­cher kriti­scher kaufen (z.B. keine sprit­fres­senden Fahr­zeuge mehr), müsste und würde sich die produ­zie­rende Wirt­schaft schnell darauf ein­stel­len. Und umge­kehrt: Würden Indu­strie und Handel von sich aus deut­lich klima­schonen­dere Pro­dukte anbie­ten (z.B. keine Wein­trau­ben aus Süd­afrika mehr), hätte dies natür­lich auch Ein­fluss auf das Konsum­verhal­ten.
Es beweist sich einmal mehr, dass Hand­lungs­druck erst ent­steht, sobald man/frau selbst betrof­fen ist.

<leer>26.01.2023<leer>Deutschland hielt 2021 Klima­schutz­vor­ga­ben voll­stän­dig ein – Die Euro­päi­schen Vor­gaben zur Emis­sions­minde­rung wer­den von Deutsch­land nach An­ga­ben des Um­welt­bundes­amtes (UBA) voll­stän­dig ein­gehal­ten. Das zei­gen die end­gülti­gen Daten zum Treib­haus­gasaus­stoß für 2021. Demn­ach wur­den 2021 in Deutsch­land insge­samt 759,1 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valente ausge­stoßen. Das sind rund 29,6 Mil­lio­nen Ton­nen bzw. vier Pro­zent mehr als 2020 und 39 Pro­zent weni­ger im Ver­gleich mit 1990. Ge­stie­gen sind vor allem Ener­gie- und Indus­trie­emis­sio­nen, wäh­rend der CO2-Aus­stoß bei Haus­hal­ten und der Land­wirt­schaft gesun­ken ist. Dies zeigen die Ergeb­nisse der Berech­nun­gen, die das Umwelt­bundes­amt (UBA) an die Euro­päi­sche Kom­mis­sion über­mit­telt hat. Mit rund 403 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­ten im Nicht-Emis­sions­han­dels­bereich (v.a. Ver­kehr und Ge­bäude) konnte Deutsch­land 2021 sein Bud­get im ers­ten Jahr der euro­päi­schen Ziel­vorga­ben unter der Ef­fort-Shar­ing-Regu­lation (ESR) ein­hal­ten.
In der Energiewirtschaft kam es 2021 zu einem An­stieg der Treib­haus­gas­emis­sio­nen um 27 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­te bzw. 12,5 Pro­zent. Beson­ders deut­lich stie­gen die Emis­sio­nen aus der Stein- und Braun­kohlen­verstro­mung auf­grund des er­höh­ten Kohle­ein­sat­zes. Der Ein­satz von emis­sions­ärme­rem Erd­gas nahm dage­gen schon in der zwei­ten Jahres­hälfte auf­grund der deut­lich ge­stie­genen Gas­preise ab. Ange­stie­gen sind die Emis­sio­nen 2021 auch in der Indus­trie: um 4,3 Pro­zent bzw. 7,6 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­te. Hier­für war haupt­säch­lich die anzie­hende Kon­junk­tur nach der Coro­na-Krise und ein ver­mehr­ter Ein­satz fos­siler Brenn­stoffe verant­wort­lich. Die deut­lichste pro­zentu­ale Stei­gerung gab es in der Stahl­indus­trie, wo die Roh­stahl­erzeu­gung um rund 12 Pro­zent an­stieg. Die Emis­sio­nen des Ver­kehrs stie­gen 2021 gegen­über 2020 um ein Pro­zent auf 147 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­te. Die­ser An­stieg ist im We­sent­lichen auf den Stra­ßen­ver­kehr zurück­zufüh­ren.
Dagegen sanken die Emis­sio­nen bei den Gebäu­den um 5,2 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­te bzw. 4,2 Pro­zent. Die Emis­sions­redu­zie­rung ist im We­sent­lichen als Son­der­ef­fekt auf deut­lich ver­rin­gerte Heizöl­käufe zurück­zufüh­ren. In der Land­wirt­schaft san­ken die Treib­haus­gas­emis­sio­nen eben­falls leicht um etwa 1,1 Mil­lio­nen Ton­nen auf 61,3 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­valen­te. Hier setzt sich der Trend der ver­gan­genen Jahre der sin­ken­den Tier­zahlen fort.